16 Tage Spektakel: 116 Entscheidungen in 16 Sportarten
Auf Freitag, 6. Februar, ist im Mailänder San Siro die Eröffnungszeremonie angesetzt – live ab 19:00 Uhr auf SRF zwei. Erste Teamsportarten (Curling Mixed Doppel sowie Eishockey Frauen) lancieren ihr Programm schon am Mittwoch, 4. Februar, auch Trainings bzw. Ausscheidungen gehören zum Prolog. Das eigentliche Wettkampf-Fenster umfasst 16 Tage vom 7. bis 22. Februar. Dabei geht es um 116 Medaillensätze in 16 Disziplinen.
Teil des Grossanlasses sind auch die Winter-Paralympics, die vom 6. bis 15. März an gleicher Stätte folgen.
Was passé ist: Wecker, Masken, Kolosse
Im Unterschied zu den vorangegangen beiden Winterspielen im asiatischen Raum fällt eine merkliche Zeitverschiebung weg. Erstmals überhaupt seit 2 Jahrzehnten finden die Spiele wieder in der mitteleuropäischen Zeitzone statt.
Schnee von gestern sind ebenso die Corona-Restriktionen, die noch die 24. Ausgabe geprägt haben. Das «Zurück zur Normalität» bezieht sich weiter auf die Philosophie, die einen Wandel erfahren hat. Nach 3 Anlässen des Gigantismus in Sotschi 2014, Pyeongchang 2018 und Peking 2022, für die fast alle Wettkampfstätte neu erbaut wurden, setzt Norditalien grossmehrheitlich auf bestehende Anlagen (die neue Bobbahn in Cortina sowie die neue Eishalle in Mailand bilden die Ausnahmen).
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Bild 1 von 2. Neu errichtet worden zum Ersten. Das Sliding Centre in Cortina, ein Kunsteiskanal für Bob, Rodeln und Skeleton. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Luca Bruno.
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Bild 2 von 2. Neu errichtet worden zum Zweiten. Die Eishalle Santagiulia im Südosten Mailands. Bildquelle: Keystone/Gian Mattia D'Alberto /LaPresse via AP.
Italien zum Vierten: So fielen die Würfel
Seit 2019 ist bekannt, dass die Winterspiele zum 3. Mal in Italien über die Bühne gehen. Cortina d'Ampezzo veranstaltete 1956 schon die 7. Durchführung, vor 20 Jahren war Turin Gastgeber. Auf die Kandidatur Mailand-Cortina fielen 47 Stimmen, Mitbewerber Stockholm-Are blitzte mit 34 Voten ab.
Insgesamt empfangen die «Azzurri» die olympische Familie zum 4. Mal. Rom beherbergte 1960 die Sommerspiele. Die Sportart Nummer 1 ist Fussball, entsprechend ist im Vorfeld die Euphorie ob Milano Cortina 2026 noch eher gedämpft.
Dezentralisierung ist Trumpf: Somit weite Wege
Mit Milano Cortina erhielten wieder traditionelle Wintersportorte den Zuschlag. Damit einher geht, dass erstmals 2 Gastgeberstädte auftreten. Wir sprechen von einem Trend: In 4 Jahren wird es mit den «Französischen Alpen» eine Region sein, 2038 könnte mit der Schweiz sogar ein ganzes Austragungsland in die olympische Geschichte eingehen.
Die 8 regionalen Schauplätze (Antholz, Bormio, Cortina d'Ampezzo, Livigno, Mailand, Predazzo, Tesero und Verona) bedeuten aber auch lange Distanzen. Je nach Verkehrslage benötigt man für die Strecke Milano–Cortina 5 Autostunden bzw. 6 Stunden mit dem ÖV.
1,6 Milliarden Franken – 1,6 Millionen Leute
Mit einem Gesamtbudget von rund 1,6 Milliarden Schweizer Franken soll der Multisport-Event gestemmt werden. Diese Kosten dürften aber – wie so oft – deutlich überschritten werden. Das IOC beteiligt sich mit rund 800 Mio. Franken.
Eine wichtige Einnahmequelle sind die Ticketverkäufe: 1,6 Mio. an der Zahl.
Ski Mountaineering: Öfter was Neues
Erstmals seit 2014 ist die NHL wieder Teil der Winterspiele, weshalb das Eishockey-Turnier der Männer als Herzstück gilt.
Neu integriert wurde die Sportart Mountaineering (Skibergsteigen) mit 3 Wettbewerben. Daneben reichern Doppelsitzer-Rodeln und Skispringen auf der Grossschanze, je bei den Frauen, sowie Mixed-Skeleton und die Parallel-Buckelpisten-Rennen das Programm an.