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Belgier unter Schock Evenepoel-Teamchef: «Er lebt, nur das zählt»

Zum zweiten Mal innerhalb von 10 Tagen stürzte mit Remco Evenepoel ein Profi aus dem Team Deceuninck-Quickstep schwer.

Im Deceuninck-Quickstep-Team erwischte es zuerst Fabio Jakobsen, dann Jungstar Remco Evenepoel.
Legende: Zwei schlimme Stürze in 10 Tagen Nach Fabio Jakobsen erwischte es im Deceuninck-Quickstep-Team nun auch Jungstar Remco Evenepoel. Keystone

Am 8. August hob Remco Evenepoel die Startnummer 75 in die Höhe, als er nach einem Soloritt in der 4. Etappe der Polen-Rundfahrt triumphierte. Die Nummer gehörte seinem niederländischen Teamkollegen Fabio Jakobsen, der drei Tage zuvor nach einem fürchterlichen Sturz in Polen vorübergehend ins künstliche Koma versetzt worden war.

Nur eine Woche nachdem er seinem Kollegen auf diese Weise Tribut zollte, erwischte es Evenepoel an der Lombardei-Rundfahrt selbst. Die Bilder, wie der 20-Jährige in der Abfahrt von der Muro di Sormano mit einer Brückenmauer kollidierte und Kopf voran mehrere Meter in die Tiefe stürzte, liessen das Schlimmste vermuten.

Video
Evenepoels haarsträubender Sturz
Aus Sport-Clip vom 15.08.2020.
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Teamchef Lefevere übt Kritik

Nach ersten Erkenntnissen verletzte sich Evenepoel nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Mit einem Beckenbruch und einer Quetschung der rechten Lunge kam der belgische Jungstar wohl noch glimpflich davon. Die bisher so erfolgreiche Saison von Evenepoel mit 4 Rundfahrten-Siegen bei 4 Starts ist nach dessen Debüt an einem grossen Klassiker aber dennoch zu Ende.

Er hat sich bei mir entschuldigt. Ich sagte: ‹Du lebst, sei einfach nur still.›
Autor: Patrick LefevereTeamchef Deceuninck-Quickstep

Patrick Lefevere musste 10 Tage nach Jakobsen erneut um das Leben eines seiner Schützlinge zittern. Er habe mit Remco sprechen können, erzählte der Teamchef von Deceuninck-Quickstep der belgischen Zeitung Het Nieuwsblad. «Er hat sich bei mir entschuldigt. Ich sagte: ‹Du lebst, sei einfach nur still.›»

Die Abfahrt vom Muro di Sormano hinunter an den Comer See ist eine der technisch schwierigsten und damit gefährlichsten auf der World Tour. «Ich habe der UCI und den Organisatoren wiederholt gesagt, dass eine Abfahrt dieser Art nicht möglich ist. Aber nichts hat sich geändert», so Lefevere.

Stürze auch an der Dauphiné-Rundfahrt

Kritik an den Organisatoren gab es auch an der Dauphiné-Rundfahrt in Frankreich. «Kies und tiefe Löcher die ganze Strecke runter. Die Personen, die sich für diesen Weg entschieden haben, scheren sich keine Sekunde um die Sicherheit von uns Fahrern», schrieb der Deutsche Tony Martin bei Instagram. «Wie viel mehr schlimme Unfälle müssen passieren, damit sich etwas ändert?»

Primoz Roglic fuhr die Etappe am Samstag trotz seinem Sturz ohne Zeitverlust zu Ende.
Legende: Schwer gezeichnet Primoz Roglic fuhr die Etappe am Samstag trotz seinem Sturz ohne Zeitverlust zu Ende. imago images

In der zweitletzten Etappe des Critérium du Dauphiné schieden unter anderen der Niederländer Steven Kruijswijk und der Deutsche Emanuel Buchmann, die Dritten und Vierten der letzten Tour de France, nach Stürzen aus. Gesamtleader Primoz Roglic trat nach einem Sturz am Samstag in einer Abfahrt nicht mehr zur Schlussetappe an.

Nach den folgenschweren Zwischenfällen vom Samstag in Italien und Frankreich dürften aber alle froh sein, dass sie doch einigermassen glimpflich davonkamen. Oder wie es Lefevere mit Bezug auf Evenepoel formulierte: «Er lebt, nur das zählt.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Manuel Sutter  (Manuell)
    Wenn man solche Aufstiege will, wie die Muro di Sormano will, dann gehören halt auch die Abfahrten dazu. Änlich war es z.B. auch beim Col du Chat an der Tour de France. Einerseits kann man argumentieren, dass das Runterfahren auch zu den Qualitäten eines Rennfahrers gehört, andererseits sollte man die Fahrer (gerade die Jungen) vor zu viel Eifer schützen. Evtl. wäre es möglich, eine Minimalzeit für gefährliche Abfahrten in der entscheidenden Rennphase einzurichten.
  • Kommentar von Töbu Merz  (Saibot Zrem)
    Warum mann den Brückenkopf nicht mit Heu schützte, ist doch schwer nachzuvollziehen!
    Gute Besserung!!
  • Kommentar von Alain Rothenbühler  (pls)
    Man könnte auch eigenmächtig etwas Tempo rausnehmen und weniger riskieren
    1. Antwort von Lilian Albis  (...)
      Klar. In einem Sport, wo es ums Tempo geht um zu gewinnen, macht das ja auch total Sinn.