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Rad Dopingvorwürfe, Drohungen und ein Urin-Angriff

Die Angriffe auf das gelbe Trikot hat Chris Froome bisher erfolgreich abgewehrt. Nun geht der Leader der Tour de France auch gegen die Störfeuer jenseits des Renngeschehens in die Offensive. Das Fass zum Überlaufen brachte ein Urin-Angriff auf der 14. Etappe.

Legende: Video Die Dominanz von Tour-Leader Chris Froome abspielen. Laufzeit 03:43 Minuten.
Aus sportpanorama vom 19.07.2015.

Der Zuschauer am Strassenrand habe zunächst auf Französisch «Doper» gerufen und dann den Becher auf ihn geworfen, bestätigte der Brite im Zielort Mende. «Kein Zweifel, es war Urin. Das ist auf so vielen Ebenen nicht zu akzeptieren», beklagte sich der Sky-Fahrer, der sich seit Tagen mit Dopingvorwürfen konfrontiert sieht.

Froome macht Medien verantwortlich

Mitschuldig für den Vorfall sei die kritische Berichterstattung in den Medien, so Froome: «Ich würde nicht die gesamte Öffentlichkeit verantwortlich machen. Aber ich denke, die Berichterstattung ist schuld. Sie ist zum Teil verantwortungslos. Es sind Einzelne, die Betroffenen wissen, dass sie gemeint sind.»

Die Schimpftirade von Froome ist eine offensichtliche Reaktion auf die Dopingvorwüfe, die unter anderem von den französischen Ex-Radprofis und TV-Experten Laurent Jalabert und Cédric Vasseur in den Raum gestellt worden waren. Sowohl Jalabert - vor zwei Jahren des Dopings bei der Tour 1998 überführt - als auch Vasseur haben selbst keine saubere Vergangenheit im Radsport.

Ignorante, unverantwortliche Dummköpfe
Autor: Chris Froomes Ehefrauüber die französischen TV-Experten Laurent Jalabert und Cédric Vasseur
Legende: Video "Das ist einfach nur respektlos" abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus sportaktuell vom 18.07.2015.

Am Samstagabend äusserte sich auch Froomes Ehefrau Michelle via Twitter und bezeichnete Jalabert, Vasseur und weitere Kritiker als «ignorante, unverantwortliche Dummköpfe». Ihren Twitter-Account hat sie mittlerweile aber gelöscht.

Das Sky-Team unter Beschuss

Froome und das Sky-Team sehen sich seit Tagen mit Drohungen und Anfeindungen vom Strassenrand konfrontiert. Froomes Teamkollege Richie Porte sei auf der 10. Etappe nach La Pierre-Saint-Martin von einem Zuschauer in die Rippen geschlagen und das Teamauto von Sky mit Getränkedosen beworfen worden. Über die sozialen Medien soll es zuletzt gar Anschlagsdrohungen in Richtung des Trägers des Gelben Trikots gegeben haben.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 18.07.2015, 23:10 Uhr

6 Kommentare

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  • Kommentar von m.zeltner, kölliken
    Im radsport ist das thema doping omnipräsent (selbst ohne konkrete resultate wie bei froome) Schwimmsport, leichtathletik (immer wieder neue dopingfälle) scheint niemanden zu interessieren, vom fussball gar nicht zu sprechen. Das ist nicht fair gegenüber den leistungen der radfahrer. Die schnellsten sprinter der welt waren schon gedopt (z.b. powell) aber bolt der nochmals schneller als der rest läuft ist sauber. Glaubt man das?.
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  • Kommentar von Gysler A, VD
    Der Radsport ist seit bald einem HALBEN JAHRHUNDERT faul (erster bekannter Dopingfall Tom Simpson 1967 am Mont Ventoux mit Todesfolge!) und seither vergeht kaum ein Jahr, in welchem kein Doping vorkommt. Deshalb soll man auch nicht verwundert sein, wenn wegen Froome's "übermenschlicher" Leistung auf ihm herumgehackt wird. Der Gipfel der arroganz ist ja, dass JEDER Dopingsünder behauptet hat, unschuldig zu sein, bis man ihm das Gegenteil bewies
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  • Kommentar von R.Molnar, Baden
    Auch wenn Froome die auferstandene Doping-Reinkarnation des Lance Armstrong wäre... Solche Aktionen sind nicht gerechtfertigt und die geistige Gesundheit der Schläger und Urin-Werfer ist schwer zu hinterfragen.
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