Knapp zwei Monate nach ihrem Sturz ist Marlen Reusser am Mittwoch mit einem Paukenschlag auf die World Tour zurückgekehrt. Beim Eintagesrennen «Quer durch Flandern» setzte sich die Bernerin im Dreiersprint gegen ihre ehemalige Teamkollegin Demi Vollering und deren niederländische Landsfrau Lieke Nooijen durch.
Gemessen an ihren bisherigen Resultaten an der Flandern-Rundfahrt (Ränge 5, 7, 9 und 10) hätte die Schweizerin aus dem Movistar-Team am Sonntag ohnehin schon zu den Sieganwärterinnen gezählt. Nach dem Erfolg am Mittwoch ist dies umso mehr der Fall. Reussers kraftvolle Fahrweise passt ausgezeichnet zur Strecken-Charakteristik der «Ronde». Ein Sieg bei einem Monument fehlt der Schweizerin in ihrem beeindruckenden Palmarès noch.
Flandern ja, Paris-Roubaix nein
Alles daran setzen, dass dies so bleibt, wird Demi Vollering. Auch die ehemalige Teamkollegin von Reusser bei SD Worx konnte die Flandern-Rundfahrt noch nie gewinnen. Die kurzen, steilen Anstiege sind wie gemacht für die Niederländerin aus dem FDJ-Suez-Team. Nach der bitteren Niederlage bei der Flandern-Hauptprobe am Mittwoch dürfte Vollering umso motivierter sein.
Während die Flandern-Rundfahrt in Reussers Kalender einen fixen Platz hat, trifft dies auf Paris – Roubaix nicht zu. Bei der «Hölle des Nordens» stand die 34-Jährige erst einmal, bei der Premiere der Frauen vor fünf Jahren, am Start. Bei schwierigen Bedingungen erreichte sie das Ziel damals nicht.
Seither verzichtet sie auf den Klassiker, das Risiko eines Sturzes ist ihr schlicht zu hoch. Ein solcher würde denn auch ihr eigentliches Hauptziel in dieser Saison gefährden: den Gesamtsieg bei der Vuelta (ab 3. Mai) respektive der Tour de France (ab 1. August). Sollte quasi im Vorbeigehen noch ein Klassiker-Sieg herausschauen, hätte Reusser sicherlich nichts dagegen.
Chabbey als Edelhelferin von Vollering
Mit Elise Chabbey und Noemi Rüegg stehen am Sonntag in Flandern zwei weitere Schweizerinnen am Start. Wie Reusser haben auch sie in diesem Jahr schon Erfolge auf der World Tour gefeiert. Rüegg gewann im Januar die Tour Down Under und belegte bei Mailand-Sanremo hinter Lotte Kopecky Rang 2. Chabbey ihrerseits triumphierte vor Monatsfrist bei der Strade Bianche. In Flandern allerdings ist die Genferin in erster Linie als Edelhelferin für Vollering vorgesehen.