Ein 13. Rang war Dario Lillos beste Platzierung im Weltcup gewesen, als er zum Saisonauftakt nach Südkorea reiste. Der 24-Jährige ging in Yongpyong nicht als Favorit, nicht einmal als Geheimfavorit an den Start. Und dennoch durfte er am vergangenen Sonntag über seinen ersten Sieg im Mountainbike-Weltcup jubeln.
Hinter seinem Triumph steckte ein klarer Plan, wie Lillo ein paar Tage danach verriet: «Wir haben das U23-Rennen und das Frauen-Rennen genau analysiert und festgestellt, dass man nach dem ersten Aufstieg vorne dabei sein muss, sonst wird es schwer.» Dieser Plan ging voll auf. Lillo fuhr früh in der Spitzengruppe mit, konnte bereits in der 1. Runde die Führung übernehmen und sich vom Feld absetzen.
Absetzen musste er sich aber auch immer wieder von seinem Rad. Die Bedingungen in Südkorea waren schwierig, Regen sorgte für ein richtiges Schlamm-Rennen. Häufig mussten die Fahrer ihr Mountainbike stossen, um überhaupt vorwärts zu kommen. «Es musste alles zusammenpassen. Ich habe extrem Freude, dass es so geklappt hat», sagte Lillo.
Übung im Radquer
Geholfen hat dem St. Galler bei seinem Triumph auch seine Vergangenheit. Lillo bringt Erfahrungen aus dem Radquer mit, wo der Untergrund und die Bedingungen denen vom vergangenen Sonntag meist ähneln. «Zu wissen, wie man das Velo schieben muss und wie man durch die schlammigen Passagen kommt, ist mir sicher entgegengekommen», meint der Weltcupsieger.
Während des Rennens habe er keine Zeit gehabt, über einen möglichen Sieg nachzudenken. Erst als er auf das Ziel zufuhr, sei ihm bewusst geworden, was er geleistet habe. «Da geht einem dann plötzlich durch den Kopf, was in den vergangenen 90 Minuten wirklich passiert ist.»
Nun der Favorit?
Nach dem 3. Rang im Short Track und dem Sieg im Cross-Country-Rennen führt Lillo auch die Weltcup-Wertung nach dem ersten Wochenende an. Weiter geht's für die Mountainbiker am 23. und 24. Mai im tschechischen Nove Mesto. Mit Lillo als Favorit?
«Ich reise nicht mit dem Gefühl nach Tschechien, dass ich das Rennen von der 1. Runde an dominieren muss», sagt der St. Galler. Aber er weiss auch: «Die Form ist gut, die nehme ich mit. Was dann möglich ist, wird sich zeigen.»