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Lüttich-Bastogne-Lüttich Der «echte» gegen den «neuen» Pogacar

Bei Lüttich-Bastogne-Lüttich treffen am Sonntag Dominator Tadej Pogacar und sein designierter Nachfolger Paul Seixas aufeinander.

Tadej Pogacar (l.) und Paul Seixas.
Legende: Auf sie werden am Sonntag alle Augen gerichtet sein Tadej Pogacar (l.) und Paul Seixas. imago images/Photo News

Als Paul Seixas an der berüchtigten Mur de Huy seine entscheidende Attacke setzte, dürfte Tadej Pogacar ganz genau hingesehen haben. Der französische Wunderknabe trat explosiv an, liess die Konkurrenz offenkundig mühelos zurück und schnappte sich bei der Flèche Wallonne seinen ersten grossen Sieg bei einem Radklassiker. Ein Erfolg, der eine Frage aufwarf: Ist Seixas vielleicht sogar schon bei Lüttich-Bastogne-Lüttich bereit, Pogacar zu schlagen?

Am Sonntag kommt es zum direkten Duell. Zwischen dem Mann, der sich anschickt, der grösste Radsportler der Geschichte zu werden, und seinem 19 Jahre jungen Kollegen, den viele als Pogacars designierten Nachfolger sehen. Und das auf einer der grössten Bühnen des Radsports: Beim vierten der fünf Monumente, der wichtigsten Eintagesrennen, in diesem Jahr.

Seixas stapelt vorerst tief

Seixas gibt sich respektvoll zurückhaltend. Eine «verrückte Frage» sei das, sagte er angesprochen darauf, ob er denn nun Pogacars Hauptkonkurrent sei. «Wir sprechen hier vielleicht vom besten Fahrer aller Zeiten.» Dennoch ist der Hoffnungsträger aus Lyon einer von ganz wenigen Fahrern, denen überhaupt zuzutrauen ist, den slowenischen Sieger der vergangenen beiden Jahre zu entthronen.

Der formstarke Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) ist ein weiterer, wie auch der britische Mountainbike-Olympiasieger Tom Pidcock; die Augen der Radsportfans aber werden vor allem auf Seixas gerichtet sein. Weil er zuletzt schon überragende Leistungen gezeigt hat – bei seinem Gesamtsieg bei der Baskenland-Rundfahrt etwa oder eben am Mittwoch beim «Wallonischen Pfeil», wo er beim finalen Anstieg sogar schneller war als Pogacar im vergangenen Jahr – und: Weil er als grosse Verheissung der Grande Nation gilt, die seit 41 Jahren auf einen Tour-de-France-Gewinner aus dem eigenen Land wartet.

Live-Hinweis

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Verfolgen Sie den Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich am Sonntag live bei SRF:

  • Männer: ab 13:40 Uhr
  • Frauen: ab 16:40 Uhr

Viel mehr Druck geht nicht. Seixas aber scheint das (noch) nicht zu tangieren. Er selbst macht einen entspannten Eindruck und stapelt vorerst tief. Er habe derzeit wohl nicht das Niveau, «um Pogacar zu schlagen», sagte er nach seinem Triumph beim Flèche Wallonne: «Ich trainiere, um der Beste zu werden. Und dafür muss man arbeiten und sich dann in den Rennen beweisen.»

Pogacar peilt Sieg Nummer 4 an

Die knapp 260 km durch den Osten Belgiens mit 11 teils fiesen Anstiegen sind die perfekte Gelegenheit dazu. Pogacar jedenfalls wird seinen jungen Kontrahenten ernst nehmen. Seixas sei schliesslich «ein aussergewöhnlicher Fahrer», hatte er schon vergangenes Jahr gelobt – und den Franzosen als potenziellen Rivalen für die Zukunft benannt.

Kurzfristig geht es für Pogacar darum, zurückzuklettern auf den angestammten Platz ganz oben auf dem Siegerpodest. Nach seinem spektakulären Saisonstart musste er zuletzt eine seltene und selten schmerzhafte «Niederlage» hinnehmen.

Bei Paris-Roubaix, dem einzigen Monument, das ihm in seiner Sammlung fehlt, reichte es im Sprintduell mit Wout van Aert nur zu Rang 2. Nun soll beim fünften Start in dieser Saison der vierte Sieg für ihn her. Es wäre auch der vierte Sieg bei «La Doyenne» nach 2021, 2024 und 2025.

Resultate

SRF zwei, Sportlive, 22.4.2026, 14:30 Uhr ; 

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