- Wout van Aert triumphiert bei Paris-Roubaix im Schlusssprint vor Tadej Pogacar und vermiest dessen Krönung.
- In einem wilden Klassiker haben sämtliche Favoriten mit Defekten zu kämpfen.
- Stefan Bissegger zeigt ein starkes Rennen und fährt auf den 8. Schlussrang.
Im Schlusssprint bot sich Überflieger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG) die Chance, als erster Radfahrer der Geschichte alle 5 Monumente hintereinander zu gewinnen. Doch Wout van Aert (Visma-Lease a Bike), letzter verbliebener Widersacher bei diesem Unterfangen, spuckte dem Slowenen in die Suppe und erwies sich als besserer Sprinter. Im Velodrome von Roubaix zog der Belgier den Sprint eine halbe Runde vor dem Ziel an und liess Pogacar keine Chance.
Zuvor hatte sich schon früh ein wildes Rennen abgezeichnet. Die 258,3 Kilometer von Paris in den Norden Frankreichs wurden von vielen Stürzen und Defekten geprägt. Auch das Spitzenduo wurde davon nicht verschont. Pogacar fiel nach einem Defekt rund 120 Kilometer vor dem Ziel zurück und musste sein Rad in der Folge gleich 3 Mal wechseln.
Van Aert erwischte es gut 70 Kilometer vor dem Ziel. Der 31-Jährige musste nach einem Defekt über 10 Kilometer lang kämpfen, um wieder zur Spitze aufzuschliessen. Wenig später setzte van Aert dann zur entscheidenden Tempo-Erhöhung an, der letztlich nur Pogacar folgen konnte. Gut 50 Kilometer vor dem Ziel liessen die beiden mit Mads Pedersen ihren letzten Kontrahenten stehen.
Van der Poel bleibt im Wald von Arenberg hängen
Mathieu van der Poel wurde vor dem Rennen eigentlich als grösster Herausforderer Pogacars gehandelt, hatte er in der «Hölle des Nordens» zuletzt doch 3 Mal in Folge triumphiert. Der Niederländer erlitt im berüchtigten Wald von Arenberg knapp 100 Kilometer vor dem Ziel allerdings einen Platten und konnte auch mit dem Rad von Teamkollege Jasper Philipsen nicht weiterfahren. Insgesamt verlor der Athlet von Alpecin-Premier Tech bis zum Ende des Pavé-Abschnitts über 2 Minuten auf die Spitze.
In der Folge kämpfte sich van der Poel zwar zurück und konnte fast nochmals zur Spitzengruppe aufschliessen. Das Ziel erreichte er schliesslich als 4. mit der ersten Verfolgergruppe mit einem Rückstand von 15 Sekunden auf seinen ewigen Rivalen van Aert. Rang 3 sicherte sich van Aerts Landsmann Jasper Stuyven.
Starker Auftritt von Bissegger
Mit Stefan Bissegger kam auch ein Schweizer mit dieser 5-köpfigen Gruppe ins Ziel. Dem Thurgauer fehlten am Ende allerdings die Kräfte für den Schlusssprint und so beendete er das Rennen auf dem 8. Rang. Zuvor war er gar lange an der Spitze mitgefahren. Bis 54 Kilometer vor dem Ziel hielt er mit den Schnellsten mit, musste dann aber nach dem besagten Angriff von van Aert abreissen lassen.