Nach den 183,5 Kilometern von Perros-Guirec zur Mûr-de-Bretagne in Guerlédan war Mathieu van der Poel der strahlende Sieger. Der Niederländer belohnte sich für einen unwiderstehlichen Angriff 700 Meter vor dem Ziel. Er gewann die 2. Etappe der Tour de France vor den beiden meistgenannten Tourfavoriten Tadej Pogacar und Primoz Roglic aus Slowenien und seinem Landsmann Wilco Kelderman.
Van der Poel, der bereits im ersten Aufstieg zur 6,9 Prozent steilen Mûr-de-Bretagne eine Attacke gestartet und sich wertvolle Bonussekunden gesichert hatte, fährt damit ab Montag auch in Gelb.
Alaphilippe neu auf Platz 2
Julian Alaphilippe musste das «Maillot jaune» nach einem Tag bereits wieder abgeben. Der Franzose konnte als Fünfter nicht in den Kampf um den Tagessieg eingreifen, verbleibt aber auf dem zweiten Platz des Gesamtklassements. Alaphilippe liegt neu um 8 Sekunden hinter Van der Poel zurück. Dritter ist Pogacar (0:13 zurück).
Der 26-Jährige Van der Poel, der erst seine zweite Tour-de-France-Etappe überhaupt bestritt, wurde nach seinem Erfolg von Emotionen überwältigt. Sein 2019 verstorbener Grossvater Raymond «Poupou» Poulidor hatte an der «Grande Boucle» in den Sechziger- und Siebzigerjahren dreimal den zweiten Platz belegt, dabei aber nie das gelbe Trikot getragen.
Hirschi übersteht Tag 1 nach schlimmem Sturz
Marc Hirschi trat trotz seiner Schulterverletzung zur 2. Etappe an. Der Berner liess es wie seine Schweizer Landsleute Reto Hollenstein und Michael Schär, die am Starttag ebenfalls gestürzt waren, ruhig angehen und erreichte das Ziel im hinteren Fahrerfeld.
«Es war nicht einfach, ich hatte Schmerzen. Der Rücken versteifte sich, weil ich mich nicht aufrichten konnte. Ich hoffe aber, dass sich das spätestens nächste Woche wieder legt», sagte Hirschi nach der Etappe. Bester Schweizer war Stefan Küng als 73. mit 2:26 Minuten Rückstand auf Van der Poel.
So geht es weiter
Die Tour verweilt noch ein bisschen in der Bretagne. Von der Küste geht es aber zurück ins Landesinnere. Die 3. Etappe von Lorient nach Pontivy über 182,9 km dürfte zu einer Angelegenheit für die Sprinter werden. Lediglich zwei kleine Hügel der 4. Bergpreis-Kategorie sind zu bewältigen.