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Legende: Video Desplanches schwimmt zu WM-Silber abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 25.07.2019.
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Desplanches' steiler Aufstieg Vom Training auf Probe zum WM-Silbermedaillengewinner

Dass aus dem Genfer Jérémy Desplanches einmal ein Europameister und WM-Medaillengewinner wird, hätte noch vor 5 Jahren kaum einer gedacht. Nicht einmal sein Trainer.

2:03,90 lautete die Bestzeit des international völlig unbekannten Schwimmers, der sich im Frühling 2014 von Genf in Richtung Côte d'Azur verabschiedete.

Der damals schon grossgewachsene, aber noch eher schmächtige Teenager wollte künftig bei Olympique Nice Natation unter Anleitung von Fabrice Pellerin in einer international zusammengesetzten Gruppe trainieren.

Wenn sich Jérémy nochmals um eine Sekunde steigert, dann ist alles möglich.
Autor: Fabrice PellerinDesplanches' Trainer

Eine Woche zur Probe

Pellerin, der so erfolgreiche Trainer, der 2012 in London die Franzosen Yannick Agnel und Camille Muffat zu Olympia-Gold geführt hatte, nahm den damals 19-jährigen Desplanches für eine Woche auf Probe in seine Elite-Trainingsgruppe auf. Das sei ein harter Schlag für sein Ego gewesen, erinnert sich der Romand.

Legende: Video Aus dem Archiv: Jérémy Desplanches im Porträt abspielen. Laufzeit 03:11 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 22.11.2018.

«Ich war immerhin Schweizer Meister. Aber ich schwamm im Training allen hinterher, auch den Frauen – und zwar mit einigem Rückstand.» Doch Desplanches biss sich durch, zumal Fortschritte schnell einsetzten.

«Sein Niveau war in Ordnung»

«Als Jérémy zu uns kam, war er ein Schwimmer mit viel Lust und Motivation. Sein sportliches Niveau war in Ordnung», erinnerte sich Pellerin im vergangenen Jahr, nachdem sein Schützling in Glasgow sensationell Europameister geworden war. Gleichzeitig gab der französische Erfolgstrainer im Rückblick zu, dass er Desplanches eine solche Karriere keineswegs zugetraut hätte.

«Als ich ihn 2014 die ersten paar Male schwimmen sah, hätte ich nicht gedacht, dass er über die 200 Meter Lagen schneller als 1:59 Minuten sein würde. Unter die 2 Minuten zu kommen und den Final an einem Grossanlass zu erreichen, das hätte ich für ihn bereits als sehr gutes Resultat angesehen.»

Schritt für Schritt zur Spitze

Pellerin sollte sich irren – und wie: Den 1:59 kam Desplanches bereits im WM-Halbfinal 2015 in Kasan sehr nahe, zwei Jahre später in Budapest erreichte er bereits den WM-Final – mit Zeiten von 1:57,59 bis 1:56,86. 2018 in Schottland folgte für den Genfer bereits der Titelgewinn auf kontinentaler Stufe, nun in Südkorea resultierte in persönlicher Bestzeit von 1:56,56 mit WM-Silber der nächste Grosserfolg.

Die Lektion für den Trainer

Über Desplanches' Aufstieg und dessen Erfolge freut sich nicht zuletzt auch der Trainer. «Entzückt» sei er sogar, sagte Pellerin schon im August 2018, «dass sich all sein Schweiss in den Trainings und die Unerbittlichkeit in seinem Alltag für Jérémy gelohnt haben».

Gleichzeitig sprach der Franzose davon, «dass auch ich dank Jérémy viel lernen durfte, nämlich das, dass man mit Ausdauer, Professionalität, Bestimmtheit und Gewissenhaftigkeit die Erwartungen eines Trainers übertreffen kann. Das war eine gute, ja sehr gute Lektion für mich.»

Tokio im Blick

Im Mai sagte Pellerin gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA: «Wenn sich Jérémy nochmals um eine Sekunde steigert, dann ist alles möglich.»

Dieses Mal ist aus Schweizer Sicht zu hoffen, dass sich der renommierte Trainer bei seiner Einschätzung nicht erneut irrt. Zumindest 3 Zehntel des Weges hat Desplanches in Südkorea schon zurückgelegt. Für den Rest hat er bis Tokio noch 12 Monate Zeit.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 24.07.2019, 22:15 Uhr