Die «verdammte Kanne» ist zurück in Neuseeland

Nach 17 Jahren hat das Team New Zealand den America's Cup wieder nach Neuseeland geholt. Bei den «Kiwis» war die Freude grenzenlos. Der entthronte Titelverteidiger zeigte sich als fairer Verlierer – und auch Ernesto Bertarelli meldete sich zu Wort.

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Neuseeland gewinnt den America's Cup

1:18 min, aus Tagesschau vom 26.6.2017

Nachdem das Team New Zealand mit grossem Vorspung die Ziellinie überquert hatte und der Gewinn des 35. America's Cup feststand, brachen die Dämme doch noch. Die sonst so reservierten «Kiwis» jubelten lautstark, umarmten sich, sprangen auf ihrem überlegenen Katamaran herum, und später spritzte der Champagner.

Peter Burling, mit 26 Jahren der jüngste Skipper, der je die älteste Sport-Trophäe der Welt gewinnen konnte, jubelte:

«  Es ist unfassbar, was wir hier geschafft haben. Wir stehen an der Weltspitze. Es wird eine grossartige Nacht. »

Peter Burling
Skipper Team New Zealand

Burling: «Es waren 3 harte Jahre» (engl.)

0:39 min, vom 27.6.2017

Noch grösser war die Erleichterung bei Glenn Ashby. Zwar ist der Australier der einzige Nicht-Kiwi in der siegreichen, sechsköpfigen Crew.

Doch der 39-Jährige war als Einziger schon 2013 im neuseeländischen Boot, als dieses vor der Küste San Franciscos einen 8:1-Vorsprung gegen das Team Oracle noch verspielte:

«  Es war damals unglaublich brutal für uns und eine ganz bittere Pille. Jetzt ist es eine Erlösung! Wir haben in den vergangenen vier Jahren eine harte Reise bestritten, um endlich diese verdammte Kanne zu gewinnen. »

Glenn Ashby
Team New Zealand

Als faire Verlierer präsentierten sich die unterlegenen Amerikaner. Ihnen blieb ob der krassen Überlegenheit des Gegners auch nicht viel anderes übrig, als den Neuseeländern artig zu gratulieren:

«  Wir sind natürlich enttäuscht, aber das Team New Zealand hat es verdient. Was für eine Serie! Sie waren eine Klasse besser. Sie sind besser gesegelt und hatten das bessere Boot. »

Jimmy Spithill
Skipper Team Oracle

In der Stunde des neuseeländischen Triumphs meldete sich auch Ernesto Bertarelli zu Wort. Der Schweizer Milliardär, der mit Alinghi 2003 und 2007 den American's Cup gewonnen hatte, schrieb in einem Communiqué:

«  Das Team New Zealand hat mit Innovation und Entschlossenheit, zwei Schlüsselelementen im Wettkampfsport, gesiegt. Hinzu kommt das aussergewöhnliche Talent des Teams. Angeführt vom bemerkenswerten Peter Burling haben sie ein neues Level in unserem Sport erreicht. »

Ernesto Bertarelli
Schweizer Sieger 2003 und 2007

Ob Bertarelli mit Alinghi wieder eine Kampagne lanciert, ist nicht bekannt. Die Chancen sind durch den Sieg der Neuseeländer jedenfalls gestiegen. Der Genfer hatte sich nach einem gehässigen Rechtsstreit mit den Amerikanern und der anschliessenden Niederlage 2010 auf dem Wasser aus dem Cup zurückgezogen.

«Er kommt nach Hause»

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 26.6.17, 22:30 Uhr