Ein durch die Luft fliegender Ski des neuen Einzel-Weltmeisters Domen Prevc hat Titelverteidiger Slowenien bei der Skiflug-WM in Oberstdorf die Siegchance im Teamwettbewerb gekostet.
Vor dem Sprung des Norwegers Marius Lindvik rutschten beide Ski des Slowenen unkontrolliert die Schanze herunter, einer flog sogar etwa 50 Meter durch die Luft und stoppte erst im Auslauf. Getroffen wurde niemand. Prevc durfte danach allerdings nicht springen.
«Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es war Eigenverschuldung, es gibt ganz klare Regeln», sagte Andreas Bauer, der im Weltverband FIS Mitglied der Materialkommission ist, gegenüber ARD: «Es gibt oben eine Kontrollbox, dort hätte er die Ski reinstellen können. Er hätte sie auch einem Mitarbeiter geben können, aber er hat es abgelehnt. Bei dem Schneefall ist es glitschig, dann haben sie sich selbstständig gemacht.»
Grosse Enttäuschung
Ein slowenisches Teammitglied hatte den Ski in Windeseile wieder nach oben gebracht, doch dort wurde Prevc ein Start verweigert. Der Gewinner der Vierschanzentournee, der am Samstag Gold im Einzel gewonnen hatte, sank enttäuscht in seinen Stuhl.
Mitfavorit Slowenien hatte mit dem «Nuller» in der Wertung keine Chance mehr auf eine Medaille und beendete die WM als Sechste. Im zweiten Durchgang flog Prevc dann auf die Tages-Bestweite von 228 m. Die genau gleiche Punktzahl erreichte das Schweizer Quartett Simon Ammann, Sandro Hauswirth, Felix Trunz und Gregor Deschwanden. Die Schweizer belegten den 6. Schlussrang. Weltmeister wurde erstmals Japan vor Österreich und Norwegen.
Trunz fliegt zweimal weiter als Ammann
Grösster Gewinner könnte Trunz sein. Er flog zweimal deutlich weiter (insgesamt gut 40 Meter und 56 Punkte) als Ammann und könnte damit die entscheidenden Argumente im engen Duell um den dritten und letzten Schweizer Olympia-Startplatz gesammelt haben. Grund zur Freude hatte der 19-jährige St. Galler auf jeden Fall: Im ersten Durchgang stand er mit 204,5 m seinen ersten Flug auf über 200 m. Wer für die Winterspiele in Predazzo selektioniert wird, der Teenager oder der 44-Jährige mit der Erfahrung von sieben Olympia-Teilnahmen, wird am Montag bekannt gegeben.