Heim-WM 2025? Verletzt verpasst. Olympische Spiele 2026? Dabei, aber nach einem Trainingssturz schon vor der Qualifikation wieder vorbei. Jan Scherrer wurde zuletzt vom Pech verfolgt. Der 31-jährige Schweizer Snowboarder musste bei den letzten beiden grossen Highlights passen. Dennoch hat er den Mut nicht verloren.
«Es hat schon ein Weilchen gedauert, bis ich das Olympia-Out verdaut hatte», sagte Scherrer zwar. «Aber ich war sehr schnell wieder auf den Beinen.» Es bringe nichts, zu hadern. «Ich bin sehr gut darin, Sachen zu akzeptieren. Das Beste, was man machen kann, ist, in die Zukunft zu schauen.»
Neues Format
Die unmittelbare Zukunft heisst für Scherrer Laax. In der grössten Halfpipe der Welt steigt am Wochenende ein Wettkampf der anderen Art. Nicht der FIS-Weltcup, sondern die alternative Snow League gastiert in Graubünden. Die von Legende Shaun White gegründete Liga basiert auf anderen Regeln als der Weltcup, teilnehmen darf man nur auf eine Einladung hin.
Nach der Qualifikation, die am Donnerstag stattfand, treten die Athleten am Samstag fortlaufend in K.o.-Duellen gegeneinander an, statt in Heats wie im Weltcup. «Es ist cool, mit diesem Head-to-Head-Format», sagte der Toggenburger über den Modus. In der Quali hatte der Olympia-Bronzemedaillengewinner von 2022 schon einmal überzeugt: Im 8-köpfigen Feld für die K.o.-Phase ist er der einzige Europäer.
Unterschiede sind da
Auch in der Organisation gibt es Unterschiede zum Weltcup. Zum Beispiel mussten die Athleten ihre Unterkunft selber organisieren. Scherrer ist aber überzeugt, dass der Event eine gute Sache ist: «Der Team-Spirit ist trotzdem da, auch wenn nicht das ganze Team da ist. Man musste ja eingeladen werden. Aber Swiss-Ski hat sich sicher über den Event gefreut.»
Freuen will sich auch Scherrer, wenn er am Samstag nach einer langen Leidenszeit mit vielen Rückschlägen zu seinem Auftritt vor Heimpublikum kommt. Die Snow League wird aber nicht der letzte Heim-Event in dieser Saison sein. In Silvaplana steht am 28./29. März der Weltcup-Abschluss an – dann wieder im klassischen FIS-Format.