Ditaji Kambundji wirkt im Moment höchster Anspannung unerschütterlich. Wenn es vor dem WM-Final im Bauch kribbelt und die Herausforderung riesig erscheint, dreht die 23-Jährige erst richtig auf. Mit ihrem Triumph über 100 Meter Hürden im September an der WM in Tokio, den sie in 12,24 Sekunden und mit Schweizer Rekord krönte, hob sie diese Fähigkeit auf ein neues Niveau.
Familie als wichtigster Rückhalt
«Ich habe mir nie eine Limite gesetzt. Denn ich hatte immer Vorbilder, die mir zeigten, dass alles möglich ist», sagt sie – und meint vor allem ihre zehn Jahre ältere Schwester Mujinga. Die WM-Dritte von 2019 ebnete in der Schweiz den Weg ins weibliche Leichtathletik-Profitum und prägt Ditajis Laufbahn bis heute.
Die vier Kambundji-Schwestern bilden ein enges, beinahe symbiotisches Gefüge. Ditaji findet darin Bodenhaftung und Antrieb zugleich. Wie selbstverständlich teilt sie ihre grossen Momente mit der Familie. In Tokio suchte sie erst die Umarmung der Eltern, bevor sie ihre Ehrenrunde begann. Trotz ihres unerschütterlichen Selbstvertrauens wirkt sie nie abgehoben. Ein Markenzeichen dieser Familie.
Medaillen im Takt
Sportlich holt Ditaji Kambundji Medaillen im Takt: Im März 2025 erklang in Apeldoorn die Schweizer Nationalhymne nach Hallen-EM-Gold über 60 Meter Hürden, zwei Wochen später in Nanjing gewann die Leichtathletin Hallen-WM-Silber. Dass sie unter maximalem Druck aufblüht, bestätigt die Hürdensprinterin immer wieder.
Getragen von der Expertise ihres Teams um Chefcoach Florian Clivaz und Hürdentrainerin Claudine Müller steht Ditaji Kambundji heute technisch auf Weltniveau. Die Stürze früherer Jahre sind Geschichte. Die Bernerin hat gelernt, ihre Explosivität zu zügeln und im entscheidenden Moment freizusetzen – und schreibt damit Schweizer Sportgeschichte.