An der vierten WM-Finalniederlage hatten die Schweizer schwer zu nagen. Das 0:1 in der Verlängerung gegen die USA war besonders bitter, weil es eben die vierte Silbermedaille war, aber auch, weil es in Stockholm die Krönung einer grandiosen WM gewesen wäre, in der das Team von Patrick Fischer (fast) alles richtig gemacht hatte.
Man hatte in Dänemark und Schweden mitreissendes Hockey gespielt und auf dem Weg in den Final in neun Partien 47 Tore geschossen und nur 9 zugelassen. Dazu gelang dies mit einem verjüngten Team mit nicht weniger als sechs WM-Neulingen.
Das Ego hintenangestellt
Die Schweizer überzeugen seit einigen Jahren nicht nur durch spielerische Klasse, sondern haben auch gelernt, sich körperlich gegen die Weltbesten zu behaupten und auf den Punkt bereit zu sein.
Am meisten zeichnen sich die Schweizer aber durch ihren ausgeprägten Teamgeist aus, der alle Spieler, wie auch den Staff, zu Höchstleistungen antreibt. Jeder stellt sein Ego hinten an, wenn er das Schweizer Kreuz auf der Brust trägt. Das Endergebnis ist besser als die Summe der Einzelteile, was es möglich macht, regelmässig bei Titelkämpfen auch gegen grosse Hockeynationen zu bestehen.
Die Enttäuschung von Spielern und Betreuern über das erneute Silber ist der Beweis, wie weit das Nationalteam gekommen ist. Ein 2. Platz vor Schweden, Kanada, Finnland und Tschechien ist kein Grund mehr für Jubelstürme, man will mehr. Am besten natürlich im kommenden Mai an der Heim-WM.