- Der HC Rychenberg Winterthur ist dank eines 5:4 n.P. gegen Zug United im Unihockey-Superfinal in Freiburg erstmals Schweizer Meister.
- Zug holt von der 39. bis zur 45. Minute einen 0:4-Rückstand auf und erzwingt die Verlängerung.
- Bei den Frauen gewinnen die Wizards Bern Burgdorf dank eines 4:2-Siegs über die Kloten-Dietlikon Jets den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte.
Aussenseiter und Superfinal-Debütant Rychenberg Winterthur sah zu Beginn des 3. Drittels seine Felle davonschwimmen: Binnen 7 Minuten hatten die Winterthurer gegen Zug United einen 4:0-Vorsprung verspielt. Nach dem 4:4 durch Justus Kainulainen fing sich der HCR aber wieder und hatte weitere Matchbälle. Nils Schälin vereitelte in der 59. Minute im 1-gegen-1 gegen Levin Conrad das 5:4 für Rychenberg und erzwang eine Verlängerung.
Kunz nervenstark gegen Nilsberth: Premierentitel für Rychenberg
Dort hatte Doppeltorschütze Noah Püntener in der 68. Minute – nur 2 Minuten nach einem Beinahe-Eigentor – den Meistertitel auf der Schaufel, wurde aber von Severin Nigg entscheidend gestört. Auch während der Zuger Überzahl am Schluss fiel kein Treffer mehr – das Penaltyschiessen musste entscheiden. Dort ging Zug zwar in Führung, hatte nach dem 2. Penalty aber nur noch Fehlversuche. Danach trafen Levin Conrad und Tobias Studer für Rychenberg und am Ende scheiterte Robin Nilsberth in seinem Spiel an Eric Kunz.
Rychenberg wurde damit erstmals in seiner Geschichte Schweizer Meister. Nach 3 verlorenen Playoff-Finalserien (1992, 1993 und 2010) klappte es im Superfinal im ersten Anlauf. Die Winterthurer stürzten auch den zweifach amtierenden Schweizer Meister Zug United.
Winterthurer erspielt sich 4:0-Führung
Bei der erstmaligen Superfinal-Teilnahme war Rychenberg wie gewünscht in die Meisterschaftsentscheidung gestartet: Einen einstudierten Spielzug verwertete Johan Larsson in der 3. Minute zum 1:0 für den Aussenseiter. Bis zur ersten Pause kamen keine weiteren Tore hinzu, auch weil der Zuger Raphael Neidhart (16.) nur die Latte traf.
Rychenberg erwischte auch im Mitteldrittel einen Traumstart: Erst hämmerte Julian Egli den Ball aus vollem Lauf ins Lattenkreuz, nur 5 Sekunden nach Wiederanpfiff erhöhte Noah Püntener (24.) auf 3:0. In der 32. Minute schnürte Püntener seinen Doppelpack und nährte die Titelträume der Winterthurer weiter.
Der Meister schlägt zurück
Dann kam der grosse Auftritt des Justus Kainulainen. In der 39. Minute brachte der Finne den Ball vors Tor, wo Miko Kailiala mit einem tiefen Griff in die Trickkiste reüssierte: Backhand zwischen den Beinen eröffnete er das Skore für die Zuger. Nur Augenblicke später liess Kainulainen das nächste Traumtor folgen: Aus grosser Distanz zimmerte er den Ball per Backhand-Slapshot (!) ins Lattenkreuz.
Der Noch-Meister hatte Lunte gerochen und drückte – angeführt von Kainulainen – weiter. Knapp 43 Minuten waren gespielt, als er Nilsberths 3:4 auflegte. Knapp zwei Minuten später avancierte er zum Doppeltorschützen. Mehr als das 4:4 wollte den Zugern aber nicht mehr gelingen.