Die lange Pause ohne Rennen endet dieses Wochenende. Mit dem Grand Prix in Miami startet die Formel 1 in Florida sozusagen zum zweiten Mal in die Saison 2025. Fünf Wochen werden dann seit dem letzten Rennen vergangen sein. Eine unüblich lange Pause – in der sich einiges getan hat. Grund genug, auf die wichtigsten Punkte einzugehen.
Wieso pausierte die Formel 1 überhaupt so lange?
Die Antwort ist einfach und einleuchtend: Der Grund waren Sicherheitsbedenken wegen des Kriegs im Nahen Osten. Mitte März strich der Internationale Automobilverband FIA die Rennen in Bahrain (12. April) und Saudi-Arabien (19. April) aus dem Kalender.
Was hat sich in der Zwischenzeit getan?
In der Zeit ohne Rennaction ist einiges passiert, die Königsklasse schraubt weiter am viel kritisierten Reglement. Im Qualifying mussten die Piloten während der Fahrt stets die Batterie aufladen, deswegen schnelle Kurven langsamer nehmen oder auf Geraden früher vom Gas gehen. Das sorgte für grossen Unmut bei den Fahrern, die während der Zeitenjagd ans Limit gehen wollen. Nun können die neuen Antriebe weniger elektrische Energie pro Runde sammeln, müssen also seltener in den Lademodus. Das verspricht mehr Vollgas, auch wenn die Rundenzeiten dadurch etwas langsamer werden.
Gibt es weitere Änderungen?
Ja, die Macher schauten sich zudem die Sicherheit an. Durch teilweise grosse Unterschiede im Batteriestand und einen Elektro-Boost als Überholhilfe hatten sich immer wieder drastische Geschwindigkeitsunterschiede ergeben. Hier wurde das Energie-Management angepasst, um für mehr Gleichmässigkeit zu sorgen und so angsteinflössende Unfälle wie Oliver Bearmans Crash in Japan zu vermeiden. Weitere Anpassungen sollen die Risiken bei den Starts – auch hier gibt es erhebliche Geschwindigkeitsunterschiede – mindern. Diese Massnahmen treten in Miami aber noch nicht in Kraft.
Was versprechen die Veränderungen für Miami?
Wie genau sich die Umstellungen auswirken, wird sich erst auf der Strecke zeigen. Zudem bringen viele Teams nach der kriegsbedingten Pause zahlreiche Upgrades mit nach Florida. Verschiebungen im Kräfteverhältnis sind möglich, weshalb Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur mit Blick auf Miami vom Beginn einer «neuen WM» sprach.
Ist Mercedes trotzdem die Nummer 1?
Die Silberpfeile starteten perfekt in die neue Ära der «Königsklasse». George Russell gewann den Auftakt in Australien, Shootingstar Kimi Antonelli führt nach seinen Siegen in China und Japan die WM-Wertung an. Mercedes geht auch im ersten von drei US-Rennen im Kalender als Topfavorit an den Start.