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Im Super-G in Lake Louise: Goggia schlägt Gut-Behrami
Aus Sport-Clip vom 05.12.2021.
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Rennen in Übersee im Rückblick Der Goggia-Hattrick und das Schweizer Podest-Abo

Für den Ski-Tross ging am Sonntag ein zweiwöchiger Nordamerika-Trip zu Ende. Für einige ein äusserst erfolgreicher.

Spätestens mit den zur Tradition gewordenen Übersee-Rennen Ende November/Anfang Dezember hat der Ski-Weltcup in den letzten 10 Tagen so richtig Fahrt aufgenommen. Zeit für einen kleinen Rückblick, bevor es für die Frauen am Wochenende in St. Moritz und für die Männer in Val d'Isère weitergeht:

Nicht so viele Rennen wie geplant

In Lake Louise, Killington und Beaver Creek waren insgesamt 11 Rennen geplant. Stattfinden konnten am Ende nur deren 8, wobei die Männer gleich von 3 Absagen betroffen waren. Die erste Abfahrt der Saison in Lake Louise am 26. November musste ebenso abgesagt werden wie der Super-G zwei Tage später. In Beaver Creek hätten deshalb zwei Abfahrten stattfinden sollen, nur diejenige am Samstag konnte aber planmässig durchgeführt werden. Weniger Wetterpech hatten die Frauen. Die Speedrennen gingen alle über die Bühne, einzig der Riesenslalom in Killington am 27. November musste im 1. Lauf wegen starker Windböen abgebrochen werden.

Goggias seltener Hattrick

Definitiv gelohnt hat sich die Reise nach Kanada für Sofia Goggia, die zur grossen Überfliegerin des vergangenen Wochenendes wurde. Die Italienerin gewann in Lake Louise nicht nur die beiden Abfahrten in überlegener Manier, sondern schnappte sich am Sonntag auch gleich noch den Sieg im Super-G. Dieses Triple hatte zuvor nur Lindsey Vonn geschafft – in den Jahren 2012, 2015 und 2016. Der Sieg im Super-G bedeutete Goggia laut eigenen Angaben am meisten. In dieser Disziplin steht die 29-Jährige bei nun insgesamt 4 Weltcup-Siegen, in der Abfahrt sind es bereits deren 10. Besonders zu denken geben muss der Konkurrenz Goggias erster Streich in der Abfahrt vom Freitag. Der zweitplatzierten Breezy Johnson nahm die Bergamaskerin fast 1,5 Sekunden ab.

Aus voller Kehle
Legende: Aus voller Kehle Sofia Goggia konnte die italienische Nationalhymne am Wochenende gleich dreimal inbrünstig mitsingen. Keystone

Norweger zwischen Himmel und Hölle

Bei den Männern erlebte Aleksander Kilde ein gelungenes Comeback-Wochenende – trotz einem Nuller im ersten Super-G von Beaver Creek am Donnerstag. Der Norweger, der vor knapp 11 Monaten einen Kreuzbandriss erlitten hatte, gewann sowohl den Super-G am Freitag sowie die Abfahrt am Samstag. Noch vor anderthalb Monaten hatte sich der Freund von Mikaela Shiffrin nicht bereit gefühlt für Renneinsätze. Nun fuhr er so, als wäre er nie weggewesen.

Im norwegischen Lager gab es aber nicht nur Grund zur Freude. Kjetil Jansrud droht nach einem heftigen Sturz das Olympia-Aus. Gemäss ersten Untersuchungen hat sich der Super-G-Olympiasieger von 2014 bei seinem Abflug in die Fangnetze unter anderem Verletzungen am Kreuzband zugezogen. Genauere Angaben über das Ausmass der Verletzung werden aber erst nach Jansruds Rückkehr nach Norwegen am Montag erwartet.

Schweizer Stammgäste auf dem Podest

Auch für Swiss-Ski war der Übersee-Trip ein äusserst erfolgreicher. In den 8 Rennen, die durchgeführt werden konnten, stand 7 Mal ein Schweizer oder eine Schweizerin auf dem Podest:

  • Beat Feuz fuhr sowohl in der Abfahrt von Lake Louise wie auch eine Woche später in Beaver Creek auf Platz 3. Der Schangnauer ist mit nun 42 Abfahrts-Podestplätzen alleiniger Rekordhalter.
  • In Levi hatte es noch nicht geklappt, im 3. Slalom der Saison in Killington schon: Wendy Holdener wurde hinter Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova – wem sonst? – Dritte. Die Schwyzerin steht in ihrer Spezialdisziplin bei 28 Podestplätzen. Ob es in diesem Winter mit dem ersten Sieg klappt?
  • Ein dickes Ausrufezeichen hat Marco Odermatt gesetzt. Der Nidwaldner gewann in Beaver Creek mit einer blitzsauberen Fahrt den ersten Super-G der Saison. Weil ihm bei der Reprise am Tag danach ein kleiner Fehler unterlief, musste er Kilde den Vortritt lassen. Nach den Rängen 1 und 2 ist die Konkurrenz aber mehr als gewarnt.
  • Bereits wieder den Sprung aufs Podest schaffte Corinne Suter. In der ersten Abfahrt in Lake Louise noch Fünfte, fuhr die amtierende Weltmeisterin in dieser Disziplin am Samstag auf Rang 3 – und das trotz dem Trainingsrückstand nach der Ende September erlittenen Knochenprellung am Schienbein-Plateau.
  • In den beiden Abfahrten hatte Lara Gut-Behrami zu kämpfen. Im Super-G war die gesundheitlich angeschlagene Tessinerin aber zur Stelle: Platz 2 und nur 11 Hundertstel hinter Goggia, eine starke Reaktion.

Österreich hat die Nase deutlich vorne

Nach der drei Jahrzehnte währenden österreichischen Dominanz hatte die Schweiz zuletzt zweimal die Nationenwertung gewonnen – und würde gerne das Triple schaffen. Aktuell liegen die Schweizer mit 568 Punkten Rückstand deutlich im Hintertreffen. Für Zahlenschiebereien ist es aber ohnehin zu früh. Noch ist nicht einmal ein Viertel aller Rennen absolviert.

SRF zwei, sportlive, 05.12.2021, 18:15 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Master Royale  (maro)
    Die Nationenwertung werden wir in dieser Saison leider nicht verteidigen können. Österreich hat an Breite gewonnen und mit Feuz und Odermatt alleine gewinnst du leider keine Nationenwertung. Holdener hat eine starke Konkurenz und Suter wird keine Chance gegen Goggia haben. Suter hat in der letzte Saison vom Ausfall Goggias proftiert. Gut-Berahmi ist wohl eher wieder etwas schwächer einzustufen als letzte Saison, auch ohne Erkältung...
  • Kommentar von Roland Vetsch  (vibes72)
    Die Podestplätze in Ehren, leider fehlt uns bei den Damen die Qualität in der Breite der Kader.
    Ohne Suter, Gisin, Holdener und Gut-Behrami sähe es zappenduster aus…
    So werden wir die Nationenwertung leider nie und nimmer verteidigen können.
    Bei den ÖSV-Damen sind Rückkehrer wie Hütter oder Puchner bereits wieder gut dabei..
  • Kommentar von Kevin Müller  (kevin_mueller)
    Liebes SRF,
    Zum Thema Feuz als alleiniger Rekordhalter:
    Lindsey Vonn hat bereits 43 Siege in der Abfahrt und insgesamt 66 Podestplätze.
    Feuz ist also zwar Rekordhalter bei den Männern, aber nicht alleiniger Rekordhalter im Alpinen Ski WC.
    1. Antwort von Peter Müller  (1898YB)
      Es sind ja zwei verschiedene Kategorien: Frauen und Männer. Männer dürfen nicht in der Frauenkategorie starten und umgekehrt. Somit ist es auch richtig, diese gesondert anzuschauen. Er ist rekordhalter in seiner Kategorie, Vonn in der ihren.
      In welcher Kategorie mehr Konkurrenz vorhanden ist, brauche ich Ihnen nicht zu sagen, wodruch sich die höheren Rekorde auf Frauenseite und der baldige Shiffrin rekord (>86) auch etwas relativieren (wenn mans eben mit den männlichen rekordhaltern vergleicht)
    2. Antwort von jean-claude albert heusser  (jeani)
      "Äpfel und Birnen" sind auch nicht das gleiche!
    3. Antwort von Kevin Müller  (kevin_mueller)
      Wie Sie ja sagen, Herr Peter Müller, hat Feuz den Rekord bei den Männern und nur bei den Männern aufgestellt. Ob das jetzt mehr oder weniger Wert ist, überlasse ich Ihnen für sich selber zu entscheiden.
      Mir geht es einzig darum, dass das SRF folgendes schreibt "Der Schangnauer ist mit nun 42 Abfahrts-Podestplätzen alleiniger Rekordhalter."
      Hier ist nichts von Männern oder Frauen zu lesen, was bedeuten würde niemand hat mehr Abfahrtspodeste. Das ist nicht korrekt, da Vonn eindeutig mehr hat.