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Shiffrin gewinnt in Lienz, Gisin auf Rang 3
Aus Sport-Clip vom 29.12.2019.
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Shiffrin: «3 Tage kein Schlaf» Rekorde im Schatten der Selbstzweifel

Mikaela Shiffrin dominiert die Ski-Konkurrenz nach Belieben. Doch ihre Angst vor Niederlagen ist allgegenwärtig.

Den Riesenslalom? Mit 1,36 Sekunden Vorsprung gewonnen. Im Slalom? Die zweitplatzierte Petra Vlhova trotz deren Topleistung um 0,61 Sekunden distanziert. Das Ski-Wochenende in Lienz, es stand wie so viele andere im Zeichen der Mikaela Shiffrin. Weitere Zahlen untermauern die totale Dominanz der US-Amerikanerin:

  • Die 24-Jährige feierte in Tirol ihre Weltcup-Siege Nummer 63 und 64.
  • In 18 der letzten 20 Slaloms blieb sie ungeschlagen (dazu ein 2. Platz neben einem Ausfall).
  • Mit dem 43. Disziplinensieg schloss Shiffrin zu Rekordfrau Lindsey Vonn (43 Abfahrtssiege) auf.

Zudem war es die perfekte Replik auf einen der seltenen Rückschläge Shiffrins. In Courchevel belegte sie im Riesenslalom den – für sie miserablen – 17. Rang.

«Ich verlor mein ganzes Selbstvertrauen, konnte 3 Tage nicht mehr schlafen», verriet die 5-fache Weltmeisterin. Es sei «extrem schmerzhaft» gewesen, emotional und mental. Shiffrins Reaktion: Verzicht auf die (letztlich abgesagten) Rennen in Val d'Isère, stattdessen Training.

Ich dachte, andere Leute zu enttäuschen, wenn ich nicht mit über 2 Sekunden Vorsprung gewinne.

Nicht zum ersten Mal hört man von der Frau, die sich im Stangenwald sicher wie ein Schnellzug auf Schienen bewegt, von schweren Selbstzweifeln. Die Nervosität brachte Shiffrin lange Zeit regelmässig dazu, sich vor den Rennen übergeben zu müssen.

«Ich dachte, andere Leute zu enttäuschen, wenn ich nicht mit über 2 Sekunden Vorsprung gewinne», liess sie in einem Anfang Monat geführten NZZ-Interview tief blicken. Auch nach 3 Triumphen im Gesamtweltcup fürchte sie sich davor, plötzlich keine Rennen mehr gewinnen zu können.

Von Druck und Spass geformt

Der Druck – er ist der grösste Konkurrent Shiffrins. So nennt sie als Schlüsselerlebnis den überraschenden Super-G-Sieg in Lake Louise Ende 2018. Hinterher habe sie gedacht: «Wow, ich hatte einfach Spass, keinen Druck. Diese Mentalität konnte ich für den Rest des Winters bewahren.»

Der Spass als zentrales Puzzleteil für die Perfektionistin. Die, vom Team abgeschirmt und unter den stets wachsamen Augen der omnipräsenten Mutter Eileen, über sich selbst sagt: «Ich bin ein ruhiger Mensch, der gerne daheim ist, nicht ständig auf Partys will. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich Opfer bringe.»

Freundinnen im Skizirkus? Ein schwieriges Thema. Lindsey Vonn bezeichnete ihre Landsfrau als unnahbar, Sofia Goggia und andere teilen diese Meinung. Für Shiffrin kein Problem, sie zählt Kristallkugeln, nicht Freundschaften.

Sofia Goggia
Legende: «Sie würde nie von sich aus auf mich zukommen» Sofia Goggia über Mikaela Shiffrin. imago images

Zweifelnde Siegerin

Nils Schumann, 2000 Olympiasieger über 800 m, prägte während seiner Karriere den Sinnspruch «Sieger zweifeln nie, Zweifler siegen nie.» Bei Shiffrin liegt der Fall etwas komplizierter. Die vielleicht talentierteste Fahrerin der Weltcup-Geschichte wird nicht zuletzt von ihren Zweifeln angetrieben.

Auf 3 schlaflose Nächte folgen 2 Triumphe. Wenn dann noch Spass dazukommt, dürfte neben der Konkurrenz auch Rekordsieger Ingemar Stenmark (86 Siege) zittern.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 29.12.19, 13:00 Uhr

11 Kommentare

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  • Kommentar von Erich Singer  (liliput)
    Ich überlege mir ob all diesen Kommentaren ob die Schreiber M. Shiffrin überhaupt persönlich kennen oder einfach mal urteilen anhand von Fernsehbildern. da ist offenbar von den Medien etwas neid vorhanden weil weit und breit keine Athletin da ist die ihr das Wasser reichen kann.Es hat schon immer erfolgreich SportlerInnen gegeben welche sich nicht in ein uns genehmes Schema einspannen liessen. Nehmen wir sie einfach mal so wie sie sind; ändern können wir sie ohnehin nicht! What else!!
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Sie können locker davon ausgehen dass niemand von den Schreibenden sie persönlich kennt.
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  • Kommentar von max stadler  (maxstadler)
    Auch sie wird die Niederlagen noch lernen.
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  • Kommentar von San Marzano  (Grotto)
    Ich finde es schon ein bisschen seltsam wenn man einmal nicht gewinnt, gleich ein ganzes Wochenende auszusetzen ! Ich würde Ihr raten dieses Ego-Problem schnellstens zu beheben. Was macht Sie, wenn Sie mal 2-3 Mal nicht hintereinander gewinnt, dass wird kommen, gleich eine ganze Saison pausieren......Skifahren kann Sie zweifellos, aber eben.....
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    1. Antwort von Erich Singer  (liliput)
      Shiffrin hat es absolut nicht nötig alle Rennen zu fahren, zu überlege ist sie. Mit ihrem despektierlichen und respektlosen Kommentar beweisen sie das sie eher wenig vom Skisport verstehen!!
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    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Im Gegenteil, die Pause war genau das Richtige. Es braucht eben Leute im Team die sie wirklich kennen und spüren was sie braucht. Da die Belastung des Zirkus für sie dauernd an der Vorderkante ist, muss jemand schauen dass sie nicht herunter fällt. Dieses Team ist wirklich Spitze. Sie finden offensichtlich mit schlafwandlerischer Sicherheit genau die richtigen Entscheide.
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