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Zurück an der Unglücksstelle Albrecht: «Bin froh, sind die Erinnerungen ausgelöscht»

Daniel Albrecht ist vor 10 Jahren im Abfahrtstraining auf der Streif schwer gestürzt. Er hadert schon lange nicht mehr mit dem, was war.

Daniel Albrecht ist zurück auf der Streif. Der heute 35-Jährige hat bei seinem Besuch in Kitzbühel sogar die Skis mitgenommen. Auch wenn sein Leben vor einem Jahrzehnt an dieser Stätte eine komplett abrupte Wende genommen hat: Groll verspürt der frühere Skirennfahrer keinen.

Vielmehr beteuert Albrecht im Hahnenkamm-Zielraum: «Es ist durchaus sehr angenehm, hier zu stehen.» Der einstige Profi verbindet sogar positive Gefühle mit Kitzbühel. «Mir ist die Strecke immer sehr gut gelegen. Ich wusste, da bin ich schnell.» Dabei konnte der Walliser kein gültiges Weltcup-Resultat auf der dortigen Abfahrtspiste herausfahren.

Am Vortag noch top in Form

2008, bei seiner Feuertaufe, schaffte es die damals grosse Schweizer Nachwuchshoffnung nicht bis ins Ziel. Im Folgewinter kam es im Training beim Zielsprung mit Tempo 140 km/h zu einem verheerenden Sturz. 3 Wochen lag der Pechvogel hinterher im Koma.

Bis dahin war mein ganzes Leben auf Skifahren ausgerichtet, plötzlich aber war dies vorbei.
Autor: Daniel Albrecht

Erinnerungen an den fatalen 22. Januar 2009 hat Albrecht keine – nicht eine einzige. An die 1. Probefahrt tags zuvor hingegen schon. «Ich war top in Form!» Heute ist er froh, dass das Gedächtnis wie ausgelöscht ist, möglicherweise half dieser Zustand beim ganzen Verarbeitungsprozess.

Auf einen Schlag war's vorbei

Der Ort Kitzbühel hat Albrechts Leben komplett verändert, von heute auf morgen. «Denn bis dahin war mein ganzes Leben auf Skifahren ausgerichtet, plötzlich aber war dies vorbei», sagt er in der Rückblende.

Nochmals hatte er Ende 2010, mehr als 22 Monate nach seinen gravierenden Verletzungen, einen Comeback-Versuch unternommen. 13 Weltcup-Einsätze sollten noch folgen, 3 Mal reichte es ihm noch knapp in die Punkte. Doch es fühlte sich nie mehr so an wie vorher.

Hören Sie im Video unten, wie Albrecht die Sicherheit auf der waghalsigen Abfahrtsstrecke Streif einstuft.

Video
Zu den Tücken der Streif: «Das Risiko fährt immer mit»
Aus Sport-Clip vom 23.01.2019.
abspielen

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell»,

4 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    Einige Menschen werde leider nur aus selbst gemachten negativen Erfahrungen klug. Besser wäre, es viel früher zu werden, sei es auf Grund von selber denken oder auf Grund von Erfahrungen, die andere gemacht haben
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    1. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Aus den vielen "Ablehnen" schliesse ich, dass viele Menschen es schlecht finden, selber zu denken und aus den Erfahrungen anderer zu lernen ....
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    2. Antwort von Jürgen Rammerstorfer  (Jürgen Rammerstorfer)
      Man kann auch positiven Erfahrungen anderer lernen, z.B. von vielen Rennfahrern, die unverletzt die Streif (mehrfach) erfolgreich bewältigt haben.

      Wo blieben denn all unsere Innovationen, wenn wir immer nur auf die negativen Erfahrungen anderer abstellen würde?
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    3. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Sorry, Herr Rammerstorfer, aber was ist daran innovativ, sein ganzes Leben danach auszurichten, möglichst rasch einen Hang hinunterzurasen und dabei seine Gesundheit zu riskieren (Kosten natürlich der Allgemeinheit aufbinden) und andere davor abzuhalten, selber sich massvoll sportlich zu betätigen? Innovation ist was gutes, aber es muss sinnvoll und der Allgemeinheit mehrheitlich nützen und nicht schaden.
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