Mit einem Umweg fällt für Corinne Suter an diesem Wochenende der ganz persönliche Saison-Startschuss. Wie gross dieser Umweg war, darüber werden die beiden Speedrennen im österreichischen Zauchensee erste Aufschlüsse geben.
Nach dem Sturm kommt die Sonne wieder
Die Schwyzerin verletzte sich Anfang Dezember bei einem Trainingssturz in St. Moritz am Unterschenkel und auch am Knie. Von einer Ausfallzeit von einem Monat war die Rede, diese Prognose wird sich nun bewahrheiten.
Ich will mich auf mich fokussieren und das abrufen, zu was ich aktuell fähig bin.
Suter zeigt sich am Tag vor der Abfahrt am Samstag äusserst vorfreudig: «Ich bin optimistisch. Ich hatte grosses Glück, dass ich mich beim Sturz nicht schwerer verletzt habe und dass ich bereits wieder zurück sein kann», meinte die 31-Jährige am Freitag.
Suter erzählt von insbesondere mental schwierigen Wochen. «Man trainiert den ganzen Sommer und kurz vor dem Saisonstart verletzt man sich, das ist nicht einfach», schildert die hochdekorierte Speed-Spezialistin. Rennen habe sie während ihrer Verletzungspause keine geschaut: «Ich musste mich etwas ablenken», so Suter.
Geduld ist gefragt
Nun geht es für die Abfahrts-Olympiasiegerin von 2022 darum, wieder in den Renn-Rhythmus zu kommen und das richtige Timing zu finden. Das brauche sicher eine gewisse Zeit, ist sich Suter bewusst. Weil sie selbst nicht genau weiss, wo sie aktuell steht, setzt sich Suter für die Rennen in Zauchensee keine konkreten Ziele, was die Platzierung angeht. «Ich will mich auf mich fokussieren und das abrufen, zu was ich aktuell fähig bin.»
Speed-Trainer Stefan Abplanalp betont, dass Geduld nicht zu den grössten Stärken von Spitzenathletinnen, wie Suter zweifelsfrei eine ist, gehört. Er erachtet es nun auch als eine seiner Aufgaben, Suter in diesem Prozess die Hand zu bieten und ihr das Vertrauen zu schenken. «Wir müssen die richtigen Voraussetzungen schaffen, damit sie wieder dorthin kommt, wo sie vor der Zwangspause war», so Abplanalp.
Was macht das Wetter?
Das Wetter könnte dem Comeback von Suter vorerst einen Strich durch die Rechnung machen. Nach der verkürzten Trainingsfahrt am Donnerstag wegen Windes im oberen Teil musste das zweite Abfahrtstraining am Freitag sogar ganz gestrichen werden. Der Grund waren anhaltender Schneefall und eine grosse Schneemenge auf der Kälberloch-Piste.