Der Riesenslalom-Auftakt in Sölden lieferte Ende Oktober aus Schweizer Sicht ein gewohntes Bild bei den Frauen: Lara Gut-Behrami fuhr um den Tagessieg mit und wurde Dritte. Dahinter klaffte eine einigermassen grosse Lücke – die nächstbeste Schweizerin war Camille Rast (15.). Vanessa Kasper (29.) und Wendy Holdener (30.) schafften es gerade noch so in die Punkte.
Gut-Behrami war im letzten Winter für 378 der total 824 Riesenslalom-Punkte der Schweizer Frauen besorgt – das sind satte 46 Prozent. Rast (244) steuerte 30 Prozent bei. Holdener, Kasper, Michelle Gisin und Simone Wild vereinen die übrigen 24 Prozent.
Gut-Behrami kann die Bilanz nicht mehr schönen
Man muss kein Prophet sein um vorauszusagen, dass dem Schweizer «Riesen»-Team der Frauen ein schwieriger Winter bevorsteht. Wenn die Athletin, die fast die Hälfte aller Punkte in dieser Disziplin eingefahren hat, plötzlich fehlt, dann lässt sich das nicht kompensieren. Hatte Gut-Behrami in der Vergangenheit die Schweizer Bilanz oft alleine massiv aufgebessert, wird sie dies heuer nach ihrer schweren Knieverletzung nicht mehr machen können.
Nun sind ihre Teamkolleginnen gefordert – allen voran Rast. Die amtierende Slalom-Weltmeisterin wird beim Riesenslalom in Copper Mountain am Samstag die Schweizer Teamleaderin sein. In dieser Disziplin eine neue Rolle für die Walliserin.
Neuland wartet auf die meisten Fahrerinnen
Rast, welche die Riesenslalom-Wertung im letzten Winter auf Rang 10 abgeschlossen hat, geht in Colorado jedoch nicht beschwerdefrei an den Start. Noch immer bereitet ihr ihre vor 9 Monaten erlittene Hüftverletzung Schmerzen. «Nach der langen Reise war mein Körper alles andere als in Topform. Aber gute Therapien und auch die Dosierung meines Trainingspensums haben in den letzten Tagen geholfen», erklärt Rast.
Ich bin zum 1. Mal hier. Wir haben ein paar Informationen von den Männern bekommen. Grundsätzlich freue ich mich aber, dass wir eine neue Piste haben.
In Copper Mountain wartet eine gänzlich unbekannte Strecke und ungewohnter Schnee auf die meisten Fahrerinnen. Einzig das amerikanische Team konnte auf dem neuen Hang im Frauen-Weltcup ausgiebig trainieren. Von Mikaela Shiffrin und Co. darf man am Samstag einiges erwarten.
«Ich bin zum 1. Mal hier. Wir haben ein paar Informationen von den Männern bekommen. Grundsätzlich freue ich mich aber, dass wir eine neue Piste haben», so Rast. Es gehe darum, sich möglichst rasch an die neuen Bedingungen zu gewöhnen.
An ihre neue Rolle im Schweizer Team wird sich Rast ebenfalls noch gewöhnen müssen. Die Augen der Fans werden nun noch stärker auf sie gerichtet sein. Im Slalom hat Rast nicht zuletzt an der WM im Februar bewiesen, dass sie mit Druck gut umzugehen weiss.