«Ich habe mich viel wohler gefühlt heute. Als ich ins Ziel gekommen bin, wusste ich: Das ist das, was ich kann. Und egal, wo ich am Ende platziert bin, es war ein riesengrosser Schritt für mich», sagte die glückliche Soldeu-Siegerin Corinne Suter.
Ihr Gefühl täuschte Suter nicht, ihre Fahrt reichte gar zum Sieg. «Ich war am Morgen sehr nervös, nervöser als sonst», sagte die Schwyzerin. Weil sie in den Trainings überzeugen konnte – am Mittwoch war Suter 7., am Donnerstag 2. –, sei sie vor dem Rennen angespannter gewesen als üblich. «Ich habe mich nur auf mich konzentriert und mir keine anderen Fahrten angeschaut», so Suter.
Suter zweifelte, aber verzweifelte nicht
Ihr 4. Weltcupsieg in der Abfahrt kam für Suter aufgrund ihrer schwierigen Saison einerseits überraschend, andererseits aber auch nicht. «Ich wusste, ich habe es in mir. Die Frage war einfach, wann ich es zeigen kann», erklärte die Abfahrts-Olympiasiegerin von Peking 2022.
Aufgrund eines Trainingssturzes Anfang Dezember in St. Moritz, bei dem sie sich einen Muskelfaserriss zugezogen hatte, konnte Suter erst am 10. Januar ihr 1. Saisonrennen bestreiten. Die Abfahrt in Andorra war erst das 5. Weltcuprennen in diesem Winter für die Schweizerin.
Es habe Tage gegeben, da habe sie an sich gezweifelt. In dieser Zeit konnte Suter auf ihr Umfeld zählen: «Wenn ich nicht mehr an mich geglaubt habe, dann haben sie es getan.»
Abplanalp: «Erfolg fürs ganze Team»
Stefan Abplanalp, der Chef der Schweizer Speedfahrerinnen, sprach von einer «grossen Erleichterung». Sein Team, welches die Ausfälle von Lara Gut-Behrami, Michelle Gisin und während gut einem Monat auch jenen von Suter zu verkraften hatte, musste in diesem Winter mehrheitlich unten durch.
«Es freut mich für Corinne, denn sie hat hart daran gearbeitet, um zurückzukommen. Es ist aber auch schön für den ganzen Staff, die Serviceleute und die Trainer, die ebenfalls viel investiert haben, um diesen Erfolg möglich zu machen», zählt Abplanalp auf und spricht gleichzeitig ein Sonderlob an Jasmin Mathis aus, die bei ihrem Weltcup-Debüt als 23. sogleich in die Punkte fuhr.
Die Schweizerinnen können den Schwung gleich mitnehmen: Am Samstag und Sonntag stehen in Soldeu mit den beiden Super-G zwei weitere Speedrennen auf dem Programm.