Das Podest
- 1. Giovanni Franzoni (ITA) 1:52,31 Minuten
- 2. Marco Odermatt (SUI) +0,07 s
- 3. Maxence Muzaton (FRA) +0,39
Als sich Marco Odermatt im Starthäuschen bereit machte, hielt es Giovanni Franzoni in der Leaderbox fast nicht mehr aus. Der 24-jährige Italiener hatte mit Startnummer 2 die annähernd perfekte Fahrt in den Schnee gezaubert. Und er wusste, dass Odermatt nun wohl noch der Einzige ist, der ihn schlagen kann.
Odermatt lieferte sich mit Franzoni ein Kopf-an-Kopf-Duell. Bis zum Seidlalmsprung leuchteten die Zwischenzeiten grün auf, bis zur Hausbergkante handelte sich der Schweizer dann einen kleinen Rückstand ein. Die Traverse meisterte er anschliessend bravourös und kam mit hohem Tempo in den Zielschuss. Am Ende reichte dieses aber nicht, um Franzoni noch abzufangen.
Die Enttäuschung war Odermatt anzusehen. Während der Italiener sein Glück kaum fassen und seine Emotionen nicht verbergen konnte, musste «Odi» die Niederlage erst einmal sacken lassen. Seinen 100. Podestplatz im Weltcup hätte er nur zu gerne mit dem Triumph auf der Streif erreicht.
Die Leistung von Franzoni ist umso höher einzuschätzen, weil dieser erst seine 17. Weltcup-Abfahrt bestritt. Mit zwei Trainingsbestzeiten hatte er zwar angedeutet, dass er die Streif beherrscht. Dass er dies im Rennen dann aber 1:1 umsetzen kann, ist schlicht beeindruckend. Umso mehr, weil Franzoni erst im Vorjahr seine Premiere in Kitzbühel gefeiert hatte. Odermatt bestritt bereits seine 10. Abfahrt auf der legendären Streif.
Für die Überraschung des Tages sorgte Maxence Muzaton. Der 35-jährige Franzose brachte mit Startnummer 29 noch einmal Betrieb in die vorderen Klassementsregionen. Zwischenzeitlich hatte er über eine halbe Sekunde Vorsprung, erst in den letzten beiden Sektoren fiel er aus dem Kampf um den Sieg. Mit Rang 3 belohnte sich Muzaton für seinen Auftritt. Es ist erst sein zweiter Podestplatz im Weltcup. 2017 war er in der Wengen-Kombi einmal Zweiter geworden.
Die weiteren Schweizer
- 6. Niels Hintermann +0,71
- 16. Franjo von Allmen +1,56
- 26. Alessio Miggiano +1,73
- Ausserhalb der Top 30: Stefan Rogentin (32.), Alexis Monney (35.), Justin Murisier (44.), Lars Rösti (47.), Livio Hiltbrand (48.), Marco Kohler (DNF)
Im Schatten des Zweikampfs zwischen Franzoni und Odermatt wusste Niels Hintermann zu überzeugen. Für den Zürcher ist es das zweite Top-7-Resultat seit seiner Rückkehr. Hintermann war in Kitzbühel 2023 Dritter geworden. Franjo von Allmen vergab ein mögliches Top-Resultat bei der Einfahrt in die Traverse, als es ihn stark überdrehte. Bis kurz vor der Hausbergkante hatte er sich absolut auf Augenhöhe mit Franzoni und Odermatt präsentiert. Entsprechend tief sass bei ihm die Enttäuschung.
Pech bekundete Marco Kohler, der auf Top-10-Kurs liegend kurz vor dem Zielschuss einen Schlag erwischte und ausschied. Dass es einigen Schweizern nicht einmal zu Punkten reichte, lag an Fahrern mit Startnummern ausserhalb der Top 30. Gleich 12 von ihnen fuhren unter die besten 30.
Schlappe für die Österreicher
Einen Tag zum Vergessen erlebten bei den Hahnenkammrennen ausgerechnet die Österreicher. Zum wiederholten Mal muss man sagen. Vincent Kriechmayr sorgte mit Rang 13 für das enttäuschende Bestresultat. Damit wartet Österreich beim Heimrennen seit nunmehr drei Jahren auf einen Podestplatz. Seit dem Sieg von Kriechmayr 2023 ging das Austria-Team stets leer aus.
So geht es weiter
Das Kitzbühel-Wochenende wird traditionell mit dem Slalom am Ganslernhang beschlossen. Besonders wichtig ist dieser für Daniel Yule, der in Kitzbühel schon zweimal gewinnen konnte, und für Ramon Zenhäusern. Beide kämpfen noch um das Olympia-Ticket. Unter der Woche geht es dann bereits in Schladming weiter. Nach einem Riesenslalom am Dienstag folgt am Mittwoch auf der Planai ein Slalom.