Auch wenn der letzte Eindruck die Enttäuschung der verpassten kleinen Kristallkugel im Riesenslalom ist: Marco Odermatt zieht im Interview mit SRF eine äusserst positive Bilanz seines Winters. Drei Kugeln (Gesamtweltcup, Abfahrt und Super-G) und eine weitere Glasmedaille für Platz 2 im «Riesen» lassen den Platz in seinem Trophäenschrank weiter schwinden – dazu kommen natürlich noch die drei Olympia-Medaillen aus Bormio.
«Ich benutze das Wort ‹stolz› eigentlich nicht sehr oft. Aber diese Woche hat schon gezeigt, wie schwierig dieser Sport eigentlich ist. Kein einziges der 102 Podeste, kein einziger der 54 Siege ist selbstverständlich – Kugeln und Medaillen schon gar nicht», so Odermatt.
Neue Konkurrenten, alte Konstanz
Vor allem die starke Phase vor Weihnachten habe ihm den Weg zu den Erfolgen im Weltcup geebnet. Im Speed-Bereich wurde das Geschäft durch neue Konkurrenz belebt. Giovanni Franzoni tauchte quasi aus dem Nichts auf und forderte die Arrivierten heraus. Franjo von Allmen bestätigte seine tolle Saison aus dem Vorjahr.
«Das pusht natürlich zusätzlich, es sind jeweils coole Duelle. Davon lebt der Sport», so Odermatt, der in Sachen Konstanz das Mass aller Dinge bleibt. Während frühere Mitstreiter wie Cyprien Sarrazin oder Aleksander Kilde durch Verletzungen ausgebremst wurden, blieben Odermatt derartige Rückschläge erspart. Auch deshalb weiss der Nidwaldner die Geschehnisse der zu Ende gegangenen Saison richtig einzuordnen.
Noch keine Ferien
Die Beine hochlagern wird er übrigens noch nicht. In den nächsten drei Tagen stehen noch Materialtests an. «Die Konkurrenz wird auch ihre Schlüsse ziehen. Das ist das Blöde am Sport: Es wird jedes Jahr schwieriger», blickt Odermatt schon auf den kommenden Winter voraus. Er dürfte für die zukünftigen Herausforderungen gerüstet sein.