Marco Odermatt steht am Samstag beim Riesenslalom in Adelboden vor einer ungewohnten Ausgangslage. Erstmals seit 2020 geht der Nidwaldner nicht als Führender der Riesenslalom-Disziplinenwertung an den Start. In den vergangenen fünf Jahren trug er am Chuenisbärgli stets das rote Trikot. Viermal in Folge gewann er am Ende des Winters dann auch die kleine Kugel.
In der Saison 2020/21 war Odermatt dies noch nicht gelungen. Der Nidwaldner beendete mit dem ersten Adelboden-Podestplatz seit 2008 zwar eine 13-jährige Schweizer Durststrecke. Das rote Trikot ging nach dem Renn-Wochenende im Berner Oberland aber an Alexis Pinturault. Der Franzose gewann gleich beide Riesenslaloms, während Odermatt im zweiten Rennen «nur» Vierter wurde.
Brennsteiner der Gejagte
Seither hiess der Sieger am Chuenisbärgli stets Odermatt. Der 28-Jährige steht bei vier Siegen in Serie und wird auch heuer der Topfavorit sein. Nur eben nicht wie in den letzten Jahren als Gejagter.
Diese Rolle hat aktuell Stefan Brennsteiner inne. Der 34-jährige Österreicher beeindruckt in diesem Winter mit seiner Konstanz und liegt derzeit 5 Punkte vor Odermatt. Brennsteiner beendete bisher jeden «Riesen» in den Top 5. In Copper Mountain bejubelte er seinen ersten Weltcupsieg, während es für den Schweizer einen Nuller gab.
«‹Brandy› hatte wohl niemand so stark auf der Rechnung. Dass er schnell sein kann, wussten wir immer. Aber dass er so konstant um Siege fährt, hat mich auch ein bisschen überrascht», zollt Odermatt seinem Rivalen im SRF-Interview Respekt.
In den vergangenen Jahren war Adelboden für Brennsteiner ein schwieriges Terrain. Ein 12. (2018) und ein 13. Rang (2023) sind bisher seine besten Resultate. Im Vorjahr schied er im 1. Durchgang aus. Will Brennsteiner auch nach dem Klassiker am Chuenisbärgli noch in der Rolle des Gejagten sein, wird er am Samstag wohl ein neues Bestresultat einfahren müssen. Jäger Odermatt steht bereit.