Es war sicher nicht das Ende, das sich Marco Odermatt erhofft hatte. «Es ist schade. Natürlich hätte ich gerne die Kugel gewonnen», meinte der Schweizer Ausnahmekönner nach seinem Out im 1. Lauf des Riesenslaloms von Lillehammer.
Überhaupt soll der missglückte Auftritt beim Saisonfinale in Lillehammer – nebst dem Out im «Riesen» resultierten ein 7. Rang in der Abfahrt und ein 19. Platz im Super-G – die ansonsten erneut grandiose Saison von Odermatt nicht trüben. Hier die nackten Zahlen:
- 1626 Zähler sammelt Odermatt in diesem Winter und gewinnt überlegen den Gesamtweltcup – zum 5. Mal in Folge.
- Im Super-G holt Odermatt die kleine Kristallkugel zum 4. Mal in Folge.
- In der Abfahrt sichert sich Odermatt den Sieg in der Disziplinenwertung zum 3. Mal de suite.
- In der Riesenslalom-Wertung belegt Odermatt Platz 2 hinter Lucas Pinheiro Braathen – nachdem er zuvor 4 Mal in Serie die kleine Kugel gewann.
- Mit Rang 2 in der Abfahrt von Kitzbühel knackt Odermatt im Januar 2026 die Marke von 100 Weltcup-Podestplätzen. Mittlerweile ist er bei 102 Podestplätzen (54 Siege) angelangt.
- Bei den Olympischen Spielen in Milano Cortina holt Odermatt 3 Mal Edelmetall: Silber im Riesenslalom und in der Team-Kombination sowie Bronze im Super-G (nebst Rang 4 in der Abfahrt).
So haderte Odermatt nach seinem Ausscheiden nicht mit dem Schicksal, sondern zeigte sich sehr gefasst. Er habe im Riesenslalom um den Sieg fahren wollen, «nicht ‹abehösele›. Es ist nicht aufgegangen, Fehler passieren», so der Nidwaldner.
Odermatt ist sich auch sicher, dass es nicht die letzte Chance gewesen sei, diese Kugel zu gewinnen. Zwar habe sich der Fokus im Verlauf der Jahre immer weiter Richtung Speed-Disziplinen verschoben, doch der 28-Jährige kündigte an, auch im nächsten Winter fix mit dem Riesenslalom zu planen.
«Ich will da noch einmal Gas geben. Ich bin noch gut genug, um um die Kugel zu fahren und wir haben eine Heim-WM», sagt Odermatt. Gut möglich also, dass die Titelkämpfe in Crans-Montana der letzte grosse Auftritt von Odermatt im «Riesen» sind, denn so meint der Weltmeister und Olympiasieger vielsagend: «Danach ist dann schon irgendwann einmal fertig.»