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Medaillenbilanz und Alex Wilson: Swiss Olympic-Delegationsleiter Ralph Stöckli zieht Zwischenfazit
Aus Tokyo 2020 Clips vom 29.07.2021.
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Missionschef zur Causa Wilson Stöckli: «Wir hatten keine Kenntnis des Falles»

Die Dopingsperre von Sprinter Alex Wilson trübt die für die Schweiz medaillenreichen Tage in Tokio. Delegationsleiter Ralph Stöckli erklärt die Rolle von Swiss Olympic in diesem Fall.

Die Nachricht von der provisorischen Sperre und dem Olympia-Out von Alex Wilson schockte am Mittwoch die Schweizer Sportwelt. Für die Athleten in Tokio sei der neuerliche Dopingfall nach jenem um Hürdenläufer Kariem Hussein «sehr belastend», räumt Delegationschef Ralph Stöckli ein.

Zum Zeitpunkt der Selektion hatten wir keine Kenntnis des Falles.
Autor: Ralph Stöcklizur Causa Wilson

Swiss Olympic erst bei einer Verurteilung informiert

Im Interview mit SRF nimmt der Chef de Mission am Donnerstag Stellung zur Rolle von Swiss Olympic im Fall Wilson. Der 30-jährige Basler lieferte bereits im März eine positive Dopingprobe ab. Hätte Swiss Olympic am 5. Juli auf eine Selektion verzichten sollen?

Stöckli: «Zum Zeitpunkt der Selektion hatten wir keine Kenntnis des Falles. Die unabhängige Disziplinarkommission von Swiss Olympic beschäftigte sich damit.» Dies sei auch richtig, so Stöckli. Vor einer Verurteilung habe man keine Kenntnis von solchen Fällen.

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Stöckli zum Fall Wilson: «Vor einer Verurteilung werden wir nicht informiert»
Aus Tokyo 2020 Clips vom 29.07.2021.
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Ad-hoc-Kommission des TAS besteht auf Sperre

Eine nach dem positiven Test von Antidoping Schweiz angeordnete provisorische Sperre hob die zuständige Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic wieder auf, weil sie die Begründung von Wilson zumindest nicht ausschloss. Wilson führte den positiven Test auf kontaminiertes Rindfleisch zurück, das er in den USA vor dem unangekündigten Test verzehrt habe.

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Alex Wilson gesperrt: «Ich bin kein Cheater»
Aus Tokyo konpakuto vom 28.07.2021.
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«Die provisorische Sperre wurde erstinstanzlich aufgehoben, zweitinstanzlich wieder verhängt. Ich habe vollstes Vertrauen in unser Gremium», sagt Stöckli.

Stöckli zieht positives Zwischenfazit

Für ihn sei der Fall abgeschlossen. Nun müssten sich andere darum kümmern. Stöckli zum Umgang mit der Causa Wilson vor Ort: «Wir haben versucht, das Thema von den Athleten fernzuhalten, denn sie haben es verdient, auf der olympischen Bühne zu stehen.»

Das Mindestziel von 7 Medaillen plus Zugabe ist nach den beiden Finaleinzügen von Belinda Bencic schon nach 6 von 16 Wettkampftagen übertroffen. Für Stöckli gibt es aber keinen Grund, etwas an der Marschroute zu ändern: «Ziele kann man nicht mehr korrigieren. Aber es ist natürlich schön, wenn sie übertroffen werden.»

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Stöckli zum Medaillensegen: «Es ist sehr viel Druck abgefallen»
Aus Tokyo 2020 Clips vom 29.07.2021.
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SRF zwei, sportlive, 29.07.2021, 08:00 Uhr;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Wälchli  (Stewi)
    Wilson beschädigt alle Schweizer Sportler, die ganze Leichtathletik und vor allem sich selbst. Sogar Hussein hat noch versucht sich rauszureden, er habe die Tablette nach dem Wettkampf im Beisein des Dopingkontrolleurs genommen. Die meisten Doper haben sich jahrelang das Lügen antrainiert bis sie erwischt werden. Insgesamt habe ich schon 100 Geschichten von Dopern gehört, die sehr kreativ waren. Ich habe keine Lust mehr, verarscht zu werden. Entschuldigen und abtreten, Alex.
  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Wie bereits erwähnt, die Äusserungen des TAS von gestern relativieren die Wilson-Geschichte, denn sie bestätigen de facto dass Unschuldige in den Dopingmaschen hängen bleiben können. Gut: wie die zur Behauptung kommen dass die "Unschuld" ausgerechnet bei Wilson unmöglich sein soll, ist eine andere Frage; aber offenbar gehört das "System" auf den Prüfstand. Dass umgekehrt Schuldige durch die Maschen schlüpfen, wird sich nie ganz eliminieren lassen. Damit muss die Sportwelt weiterhin leben....;-))
  • Kommentar von Patrick Schiess  (seloraphim)
    Unglaublich wie viele Leute genau zu wissen meinen, dass Alex Wilson gedopt haben soll! Das ist ja kaum zum aushalten... und stimmt zumindest sehr nachdenklich. Solange niemand einen Beweis vorlegen kann, dass die Aussagen von Alex Wilson falsch und gelogen sind, sollte man ganz einfach die Klappe halten. Indizien sind keine Beweise! Ich finde es stark von Alex Wilson, dass er so offen Red und Antwort steht und sich nicht hinter einem Anwalt oder sonstigem Mediensprecher versteckt.
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Da kann ich mich Ihnen anschliessen Herr Schiess. Es ist eine ungewöhnliche Erklärung, doch es besteht die Möglichkeit, dass sie stimmt. Die Leute, die ohne Beweise jemanden vorverurteilen, sind wahrscheinlich auch die, die sagen, habe ich schon immer gewusst. Die, die wissen, dass Sozialhilfeempfänger*innen schmarotzen und IV Bezüger*innen scheininvalid sind. Ich habe Menschen erlebt, die andere en bloc verdächtigen unsere Systeme zu missbrauchen. Sie selber aber hatten genug Dreck am Stecken.
    2. Antwort von Patrick Schiess  (seloraphim)
      @Herr Meyer: die Erklärung scheint unbestritten ungewöhnlich zu sein. Auch die Fabelzeit und eine mögliche Verbindung zu einem lebenslang gesperrten Trainer stimmen ehrlicherweise nachdenklich. Erlauben mir diese Indizien deshalb eine abschliessende "Schubladisierung" vorzunehmen? Nein! Auch wenn der Kontext ein total anderer ist, aber wie viele Verurteilungen und auch Todesstrafen wurden weltweit aufgrund von vermeintlichen Beweisen ausgesprochen und wurden im Nachhinein korrigiert? Schlimm!
    3. Antwort von Stefan Wälchli  (Stewi)
      Wenn es noch eine realistische Wahrscheinlichkeit gäbe, dass Wilson die Wahrheit sagt, und er mit der Rindfleischgeschichte davonkommt, hätte er an Olympia teilnehmen können. Er konnte nur deshalb suspendiert werden, weil die Wada, Antidoping Schweiz und die TAS nicht daran glauben, dass er freigesprochen wird.
    4. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Herr Wälchli, Das stimmt schon was Sie sagen, darum wurde er suspendiert. Doch ich bin der gleichen Meinung wie Herr Schiess, es ist nicht definitiv erwiesen. Darum bitte abwarten, bis entschieden ist. Ich finde das sollte ihm gegönnt sein. Dadurch hat er auch Zeit sich zu überlegen, ob er etwas mitteilen möchte.