Nach Sonnenuntergang haben die Tiere der Nacht ihren Auftritt. Raufusskauz, Fledermaus und Gelbhalsmaus werden jetzt aktiv. Der Dokumentarfilm «Waldtiere bei Nacht – Überleben im Dunkeln» zeigt, was nachts in einem mitteleuropäischen Fichtenwald passiert.
Die Nachttiere werden von der längsten Nacht des Jahres bis zur kürzesten begleitet. Herausgekommen sind eindrückliche Aufnahmen von Tieren, die man sonst kaum zu Gesicht bekommt.
Der Meister der Nacht
Der Raufusskauz ist der Meister der Nacht. Tagsüber schläft der Raubvogel gut getarnt in den Baumkronen. Mit seinem 3D-Gehör kann er seine Umgebung auch bei absoluter Dunkelheit scannen und seine Beute ausmachen. Seine Lieblingsspeise: Mäuse. Diese lagert er im Winter hoch oben in den Ästen und hat so seinen ganz persönlichen Kühlschrank.
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Bild 1 von 4. Der Raufusskauz in seinem Element. Bildquelle: «Waldtiere bei Nacht – Überleben im Dunkeln».
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Bild 2 von 4. Die Gelbhalsmaus kann sich dank ihren Ohren in der Dunkelheit orientieren. Bildquelle: «Waldtiere bei Nacht – Überleben im Dunkeln».
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Bild 3 von 4. Jeder Gang aus dem Mauseloch ist ein Risiko. Bildquelle: «Waldtiere bei Nacht – Überleben im Dunkeln».
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Bild 4 von 4. Auch der Rothirsch ist nachtaktiv. Bildquelle: «Waldtiere bei Nacht – Überleben im Dunkeln».
Brüten tut der Raufusskauz dort, wo Waldameisen leben. Denn diese sind die Hauptnahrung des Schwarzspechts, der wiederum Höhlen in Baumstämme hämmert. Für den Kauz sind das die perfekten Nistplätze.
Auf Leben und Tod verbunden
Während der Brutzeit muss das Männchen der Käuze Wache halten. Das Weibchen verlässt die Höhle mindestens einen Monat lang nicht und bleibt bei den Eiern. Sobald die Küken geschlüpft sind braucht die Familie besonders viele Mäuse. Ein kleiner Kauz benötigt etwa 50 Mäuse bis er ausgewachsen ist. In dieser Zeit werden die Nächte bereits kürzer, dass heisst es bleibt weniger Zeit zum Jagen.
Die Beute des Raufusskauz' ist ebenfalls nachtaktiv: Tagsüber schläft die Gelbhalsmaus in ihrem Mauseloch. In der Nacht wagt sie sich aus der Höhle. Ihren grossen Ohren sind ihre Augen in der Dunkelheit.
Die Mäuse ernähren sich als Allesfresser sich von Samen, Nüssen und Insekten. Und als Kalziumquelle dient gerne mal ein abgestossenes Hirschgeweih. Die Rothirsche verlieren ihr Geweih im Winter, weil dann ihr Testosteronspiegel am tiefsten ist und ihre «Waffe» überflüssig wird.
In der Doku zeigt sich vor allem eines: Auch wenn die Natur manchmal grausam wirkt, bedingen sich alle Lebewesen gegenseitig. Es braucht die Jäger und die Gejagten – sie leben in einer ausgeklügelten Symbiose. «Der Tod der einen ermöglicht das Leben der anderen», fasst die Doku passend zusammen.