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Legende: Den Platz hinter dem Steuer geben viele ältere Menschen nur sehr widerwillig auf. imago
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Den Führerschein abgeben? Niemals!

Viele Familien kennen die Problematik. Die Grosseltern fahren trotz hohem Alter und gesundheitlicher Probleme immer noch mit dem Auto. Für sie bedeutet das Freiheit und Unabhängigkeit, doch die Kinder sehen vielmehr eine Gefahr darin und haben Angst – eine belastende Situation für beide Seiten.

SRF: Was raten Sie Familien, die bei Grosseltern auf Widerstand stossen, obwohl die Fahrtüchtigkeit aus Sicht der Familie nicht mehr gegeben ist?

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Autoschlüssel abgeben: Wie muntere ich ältere Menschen dazu auf?
07:02 min, aus Ratgeber vom 31.08.2015.
abspielen. Laufzeit 07:02 Minuten.

Dr. Rolf Seeger: Manchmal hilft es, die betreffende Person in mehreren geduldigen Gesprächen mit Aufzeigen von Alternativen wie zum Beispiel Fahrdienste, Taxis, öffentlicher Verkehr oder Transporte durch die Angehörigen zur Vernunft zu bringen.

Was, wenn die Angehörigen nicht zu überzeugen sind?

Die fehlende Einsichtsfähigkeit ist oft ein Symptom einer Hirnleistungsstörung. Kontaktieren Sie darum den Hausarzt und schildern Sie ihm die Auffälligkeiten beim Autofahren. Falls Sie selber den Eindruck haben, dass die Hirnleistung Ihres Angehörigen nicht mehr normal ist, äussern Sie den Wunsch nach einer entsprechenden Abklärung, beispielsweise an einer Memory-Klinik.

Was passiert dann?

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Legende:

Dr. Rolf Seeger ist Verkehrsmediziner und stellvertretender Leiter der Abteilung Verkehrsmedizin und forensische Psychiatrie am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich.

www.irm.uzh.ch

Der Hausarzt hat jederzeit die Möglichkeit, eine Meldung an das Strassenverkehrsamt zu machen. Das Amt leitet anschliessend eine verkehrsmedizinische Abklärung ein. Als letzter Ausweg verbleibt die Möglichkeit einer Meldung ans Strassenverkehrsamt durch die Angehörigen selber – ein solches Vorgehen belastet jedoch die Beziehung zur betroffenen Person oft erheblich.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, das «Billett» freiwillig abzugeben?

Die Erfahrung zeigt, dass die meisten gesunden Fahrer und Fahrerinnen im Alter zwischen 80 und 85 ihre Leistungsgrenzen als Autofahrer erreichen. Einige im Alter immer häufiger auftretende Erkrankungen wie beispielsweise eine beginnende Demenz, durchgemachte Schlaganfälle oder auch Augenkrankheiten können die Fahreignung aber bereits in einem früheren Alter aufheben.

Gibt es noch weitere Merkmale?

Neu beim Fahren auftretende Schwierigkeiten, beispielsweise bei komplexen Verzweigungen, Spurwechseln oder beim Fahren nach Wegweisern sind Warnsignale. Allerdings bemerken viele betagte Fahrzeuglenkende ihre zum Teil gravierenden Fahrfehler selber nicht, darum sollten entsprechende Hinweise von Angehörigen oder Umgebungspersonen ernst genommen werden.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Lisa Bär , Zürich
    Leider merken es die Wenigsten dass sie nicht mehr fahren sollten. Die Reaktion lässt nach, die Augen werden schlechter, den Kopf kann man nicht mehr richtig drehen usw. Manchmal bin ich wirklich froh wenn ich nicht weiss wer vor/hinter mir im Auto am Steuer sitzt.
  • Kommentar von L. Halter , Winti
    Ich arbeite im Spital. Ihnen würde allen Angst und Bange werden was noch hinter dem Steier sitzt, auch wenn sie dass Gefühl haben, die Leute merken selbst, wann es Zeit wird den Ausweis abzugeben. Viele merken dass nicht, sie sehen nur ihre Unabhängigkeit in Gefahr.
  • Kommentar von Kevin Bauer , Bern
    Wenn die Augen zu schlecht werden, dann sollte man von Auto auf ÖV umsteigen, hat bei meinen Grosseltern super geklappt. Er hat günstiges GA und sie darf als Begleitperson gratis mitfahren, sie reisen jetzt noch mehr als zuvor!