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Erste Hilfe – Nicht nur Erwachsenensache

Zwei Rettungssanitäter unterrichten Primarschüler in Erster Hilfe. Die neuen Kurse sollen schweizweit Schule machen.

Ausgerechnet am Tag der Schulreise stürzt Tims Freund Thomas so heftig mit dem Velo, dass er das Bewusstsein verliert. Doch der Schüler hat Glück im Unglück: Tim weiss, was zu tun ist. Er ruft laut nach Hilfe, überprüft, ob Thomas noch atmet, und bringt seinen Freund in stabile Seitenlage. Während Tim sicher agiert, stehen viele Erwachsene nur hilflos daneben und haben keine Ahnung, was sie tun sollen.

Die Szene ist fiktiv und ein Beispiel aus dem Kindernotfallbuch «Wenn Kinder Grosses leisten – Ein Leitfaden für Notfälle». Tim begegnet darin den am häufigsten auftretenden Verletzungen und weiss, wie in Notfallsituationen zu helfen ist. Denn er konnte einen Erste- Hilfe-Kurs in der Schule besuchen.

Was tun in einer Notfallsituation?

Die Figur Tim wurde von den beiden Rettungssanitätern Beat Theiler und Stefan Franzen erfunden und soll den Kindern die Angst vor der Ersten Hilfe nehmen und ihnen die Notfallmedizin näherbringen. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit zum Rettungssanitäter HF haben Theiler und Franzen einen Erste-Hilfe-Leitfaden für Primarschülerinnen und -schüler verfasst. Er soll den Kindern aufzeigen, wie sie sich in einer Notfallsituation verhalten sollten.

Das Ziel der beiden ist es, Notfallmedizin in Primarschulen zu unterrichten, wie sie es bereits in einzelnen Klassen in den Kantonen Bern und Zug mit Erfolg durchführen konnten.

Altersgerechte Module

«Genau so wie die Zahnfee oder die Laustante regelmässig vorbeikommt, soll auch jedes Jahr ein Modulkurs durchgeführt werden», so Theiler.

Der Unterrichtsplan dazu steht: Die Erste-Hilfe-Kurse werden in vier Module eingeteilt. Die Kindergärtler bis Zweitklässler sollen die Notfallnummern und das richtige Alarmieren lernen. Die Dritt- bis Sechstklässler werden dann in lebensrettenden Sofortmassnahmen von Sonnenstich über Sportverletzungen, Verbrennungen und Zeckenstiche bis hin zu Schnittwunden, Gehirnerschütterung und Herz-Lungen-Wiederbelebung unterrichtet. «Viertklässeler sind bereits in der Lage, eine Herz-Massage durchzuführen», erklärt Theiler und bezieht sich auf Studien, die diesbezüglich gemacht worden seien.

Die beiden Rettungssanitäter haben ein ambitioniertes Ziel: Sie wollen, dass der Erste-Hilfe-Kurs in den deutschsprachigen Schulen ein fester Bestandteil des Unterrichts wird, wie dies bereits in den USA und in Skandinavien der Fall ist. Dort ist die Notfallrettung bereits im Lehrplan integriert.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von R. Stocker , Glarus
    Ist ja alles schön und nett, aber wer bitte übernimmt die Kosten für solche Kurse??
  • Kommentar von Nicole Howald , Wetzikon
    Danke für den Beitrag zu den Erste-Hilfe-Kursen in der Schule. Thomas Kissling hat (meiner Meinung nach genau richtig) gemeint, es sei schwer möglich, die Aufgabe der Ausbildung in erster Hilfe auch noch auf die Schule zu überwälzen. Daher möchte ich an dieser Stelle gerne anmerken, dass es in der ganzen Schweiz Help-Gruppen gibt (Jugend-Samariter), die sich genau dies zur Aufgabe gemacht haben. für weitere Informationen: http://www.samariter.ch/de/i/helpjugend.html
  • Kommentar von herbet meier , zürich
    zu 1 hilfe: viel die ich kenne haben einfach zu viel angst das man was falsch machen kann beim beatmen und bei der herzmassage,rechtliche hinweise würden noch sehr hilfreich sein:man kann doch auch dn brustkorb eindrücken oder nicht? darf ein mann eine frau überhaupt dort anfassen? muss der BH weg? mit dem stromschocker nehme ich es an oder was passier mit dem metalbügel im BH bei stomstössen?