Worum geht es? Der Kanton Basel-Stadt führt seit 2024 ein Monitoring für Krankheitserreger in Tigermücken durch. In einer Probe aus dem Jahr 2024 wurde nun das Dengue-Virus nachgewiesen. Das ist der erste Dengue-Nachweis in einer Tigermücke nördlich der Alpen. Ähnliche Monitoring-Programme gibt es auch im Tessin oder in Österreich.
Ist das ein Problem? Für den Moment nicht. Es muss jetzt nicht jeder, wenn es warm wird, und man den Grill zum ersten Mal rausholt und die Mücken wieder schwirren, Angst haben, dass er sich mit Dengue ansteckt. Aber: So ein Fund zeigt, dass sich die Welt verändert. Dengue ist ein tropisches Virus, jetzt wird es hier gefunden. Die Tigermücke ist ein tropisches Tier, sie ist seit 2007 im Tessin fest etabliert, seit acht Jahren auch in Basel. Diese Entwicklungen haben gerade erst begonnen.
Muss man nun bald mit Dengue-Fällen in der Schweiz rechnen? Ansteckungen sind hierzulande weiterhin sehr unwahrscheinlich. Das Dengue-Virus braucht, um sich fest in Mücken zu etablieren, relativ warme Temperaturen, 27 bis 28 Grad Celsius, und das über einen längeren Zeitraum. Deshalb gibt es Ansteckungen in Europa bisher bis auf wenige Ausnahmen nur in Südfrankreich und Italien.
Wie geht es weiter? Der Klimawandel treibt die Ausbreitung der Tigermücke und anderer tropischer Tierarten an – und diese Entwicklung wird weitergehen. Das heisst auch: Irgendwann wird es Ansteckungen mit Dengue auch in der Schweiz geben, das Tessin ist hier vermutlich stärker gefährdet als die Region am Oberrhein. Auch andere Krankheitserreger wie Chikungunya werden zunehmend eine Rolle spielen. Allerdings auch auf längere Sicht eher als individuelles Risiko und nicht vergleichbar belastend für die ganze Gesellschaft wie in tropischen Regionen.