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Wege aus der Einsamkeit im Alter

Unabhängig vom Alter brauchen wir soziale Kontakte wie die Luft zum Atmen. Wenn diese Kontakte altersbedingt immer seltener werden, entsteht oft das Gefühl: «Ich gehöre nicht mehr dazu.» Eine unsichtbare Trennlinie liegt zwischen dem Betroffenen und der aktiven Aussenwelt.

Rund 1,2 Millionen Menschen in der Schweiz sind über 75 Jahre alt. Davon fühlt sich jeder Dritte laut einer Gesundheitsbefragung des Bundesamts für Statistik aus dem Jahr 2012 häufig oder manchmal einsam.

Wenn das Netz aus Kontakten aus der früheren Berufswelt, aus Familie, Freunden und Vertrauten immer grobmaschiger wird, wenn die Energie, sich bei guten Bekannten wieder einmal in Erinnerung zu rufen, nachlässt oder wenn Aktivitäten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich sind, dann schwindet der Halt in der Gesellschaft. Zum Gefühl der Einsamkeit kommt dann leicht die echte, gesellschaftliche Isolation.

Isolation ist keine Sackgasse

Mit kleinen Schritten ist es möglich, aus der Situation auszubrechen. Hier einige Tipps des Schweizerischen Roten Kreuzes. Pflücken Sie sich das heraus, was am besten zu Ihnen passt!

  • Behandeln Sie sich selber gut: Decken Sie auch für sich alleine den Tisch schön, kochen Sie etwas Gutes, verwöhnen Sie sich.
  • Pflegen Sie Kontakte: Laden Sie Nachbarn, Bekannte ein. Zeigen Sie Interesse am Leben anderer.
  • Nehmen Sie am Quartierleben teil: Besuchen Sie kulturelle Veranstaltungen, werden Sie Mitglied in einem Verein.
  • Bleiben Sie offen für Neues: Besuchen Sie Kurse, zum Beispiel Sprachkurse für Senioren, engagieren Sie sich in der Freiwilligenarbeit.
  • Nehmen Sie Angebote von Organisationen in Anspruch, zum Beispiel einen Besuchs- und Begleitdienst (Schweizerisches Rotes Kreuz, Kirchen, Pro Senectute).
  • Stellen Sie keine zu hohen Erwartungen an die Umwelt. Seien Sie nachsichtig, wenn andere einmal keine Zeit haben. Mit der einen Person können Sie vielleicht spazieren gehen und mit der anderen gute Gespräche führen.
  • Konsultieren Sie Ihren Hausarzt, die Sozialstelle ihrer Gemeinde oder ihre Kirchgemeinde, wenn Sie sich schlecht fühlen und Sie sich nicht mehr selber zu helfen wissen.
  • Sollte Ihre Mobilität eingeschränkt sein, können Sie Ihre Beziehungen auch per Telefon, E-Mail, SMS oder über Briefe pflegen. Laden Sie öfters Besuch zu sich ein und nehmen Sie Fahrdienste in Anspruch, um ausser Haus zu kommen.

Dem Internet ist Ihr Alter egal

Inzwischen ist eine Generation im Pensionsalter, die 20 Jahre Internet-Erfahrung aus dem Berufsleben mitbringt. Kontakte im Internet funktionieren unabhängig von der Distanz zwischen den Beteiligten – ein Vorteil gerade im Alter, da viele Menschen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Für Senioren, die nie mit Computern oder dem Internet gearbeitet haben, gibt es zahlreiche Einführungskurse (zum Beispiel Migros Klubschule: «Computer einschalten, starten, benutzen 50+»; BWZ Lyss BE: «PC Grundkurs / Internet Grundkurs für Senioren» und viele andere mehr).

Übrigens: Die besten Ausbildner sind meist die Enkel (erwiesenermassen besser als die eigenen Kinder). Die helfen Ihnen auch gerne mit dem neuen Handy, Tablet oder HD-Flachbild-Fernseher mit Aufnahmefunktion. Trauen Sie sich, den Nachwuchs um Rat und Nachhilfe zu fragen!

Einige Websites gegen die Einsamkeit

Grundsätzlich gilt: Bei den Websites speziell für Senioren gibt es noch vieles zu verbessern. Zumal eine Studie der Fachhochschule St. Gallen zeigt, dass ein Teil der älteren Menschen «Seniorenseiten» tendenziell als ausgrenzend erlebt. Es gehe darum, am Internet grundsätzlich teilzuhaben und bei «heissen Themen» mitzudiskutieren – und nicht auf Spezialbereiche abgedrängt zu werden.

Facebook Wahre Freunde verlassen einen nie, auch bei Facebook nicht! Auch wenn Sie «nur» 25 Facebook-Freunde haben, mit denen Sie sich regelmässig austauschen, sind die mehr wert, als Freunde von früher, die keine Briefe mehr schreiben.

seniorweb.ch ist eine dreisprachige, interaktive Internetplattform für die Generation über 50 in der Schweiz. Sie wird gestaltet und betrieben von über 100 Freiwilligen. Sie schreiben Texte für ihre Generation, entwickeln Netzwerke und organisieren Veranstaltungen. Die Internetplattform bietet viele Informationen, Angebote und neue Möglichkeiten für die Nutzerinnen und Nutzer. Darunter sind gelegentlich überraschende Hintergrundberichte wie aktuell gerade zu den Zürcher Ehedaten von 1525 bis 1700.

seniorentreff.ch knüpft Freundschaften unter deutschsprachigen Menschen weltweit: eine Plattform, auf der Senioren von überall miteinander in Kontakt kommen, kommunizieren und sich gegebenenfalls selbst organisieren. Von den 13‘000 eingetragenen Benutzern leben laut den Betreibern rund zehn Prozent in der Schweiz. Lesen und Spiele benutzen kann der Besucher auch ohne Anmeldung.

Wenn Sie glauben, die ganze Welt – ausser Ihnen – sei im Bett am Schlafen, dann beteiligen Sie sich an den Online-Spielen des SRF-Samstig-Jass! Hier finden Sie garantiert zu jeder Nachtzeit (und tagsüber ohnehin) jemanden, der gerne mit Ihnen und zwei weiteren Mitspielern einen Schieber klopft. Nachts werden Sie hier übrigens oft Auslandschweizern in Nord- oder Südamerika begegnen. Das Beste daran: Während Sie Ihre Karten spielen, können Sie gleichzeitig in einem Chat-Fenster mit ihren Mitspielern kommunizieren – natürlich unter Einhaltung der Spielregeln. Wer üben möchte, bevor er sich mit realen Jassern misst, geht beim Samschtig-Jass auf die Einzelspieler-Version oder lädt sich die iApp herunter.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Peter , Basel
    In Deutschland gibt es Webseiten, (rentnerado.de, rentner-boeres.de), die ältere Leute genau aus den genannten Gründen mit den jüngeren Generationen zusammenbringen wollen. Das erreichen sie durch die Vermittlung von Jobs. Rentner werden so zurück in die Gesellschaft eingegliedert und die Auftraggeber können Aufgaben wie Einkaufen etc. praktisch auslagern.
    1. Antwort von Reto Dübendorfer , Urdorf
      Und in der Schweiz gibt es seit vielen Jahren bereits rentarentner.ch. Mein Paps ist da registriert und der arbeitet jetzt mehr als früher. Und ist glücklicher als zuvor, weil er sein eigener Chef ist.
  • Kommentar von P.Fetz , Zürich
    Nicht nur alte Menschen haben dieses Problem, auch Menschen die Krank (IV) sind oder auf dem Sozialamt!
    1. Antwort von Bernd B. , Basel
      Und auch Menschen, die im Berufsalltag sind, aber trotz Kunden- und Mitarbeiterkontakt doch niemanden mit der gleichen Wellenlänge haben, der sie versteht. Facebook als Vorschlag finde ich grenzwertig. Wer dort die Privatsphäreneinstellungen nicht im Griff hat, macht sich nicht nur Freunde.
    2. Antwort von Thomas , Zürich
      Es gibt eine gute Plattform in der Schweiz: Sozialkontakt.ch. Diese Plattform wurde genau zu diesem Zweck geschaffen.
  • Kommentar von Nina Gemperli , Henau
    Das Gefühl der inneren Leere wird zum ständigen Begleiter. Auch die gut gemeinten Ratschläge helfen oft nicht. Ich fühle mich zudem häufig antriebslos und müde. Schlafe sehr schlecht, oftmals gar nicht. Gleichaltrige zu finden, für Unternehmen, z.B. Laufen finde ich in meiner Umgebung nicht. Auch finanzielle Probleme (Anschaffungen für Veraltes in der Wohnung z.B. neue Matraze) kommt auch hinzu. Das ist mit der kleinen Rente nicht zu bewältigen. Man ist allem ausgeliefert und allein.
    1. Antwort von Chris Teufi , Klosters
      Das tut mir sehr Leid. Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir hier in der Schweiz so reich sind, dass sich die Frage einer neuen Matraze nicht stellen sollte. Ich bin nicht in der Altersgruppe, jedoch glaube ich daran dass es Möglichkeiten gibt sich sozial zu engagieren und Kontake aufzubauen. Wahrscheinlich ist Antriebslosigkeit und Müdigkeit das grosse Übel. Es ist oft als Depression verkleidet. Bin aber kein Arzt. Ich wünsche Ihnen dass Sie das überwinden und wieder glücklich sein können.
    2. Antwort von Alex Bauert , Bern
      Klingt sehr schwierig. Eine Matratze sollte jedoch kein Problem sein. Nur eine «kleine Rente»? Dann gehen Sie am besten auf die Gemeinde, Sozialamt, und lassen sich beraten bezüglich Ergänzungsleistungen. Das ist ein Recht, keine Gnade. Da kommen Sie auf 2800 bis 3300 Franken pro Monat, je nach Miete. Viel Glück!