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Versteckter Zucker – Die grössten Zuckerfallen
Aus Puls vom 23.08.2021.
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Wissens-Chat Zuckerverzicht Das wollten Sie zum besseren Umgang mit Süssem wissen

Fachleute für Ernährung und Medizin standen live Rede und Antwort. Eine Auswahl der interessantesten Fragen.

Was passiert, wenn ich über Wochen keinen Zucker zu mir nehme?

Zucker ist eine psychoaktive Substanz, die einige Eigenschaften mit Drogen teilt. So werden beim Konsum zum Beispiel die Dopaminrezeptoren im Belohnungszentrum des Gehirns stimuliert. Das macht Lust auf mehr und erschwert am Anfang den Verzicht. Sie werden klassische Entzugserscheinungen erleben.

Ihr Geschmacksempfinden wird sich verändern, denn die Geschmacksknospen auf der Zunge haben sich bei hohem Konsum an die süsse Nahrung gewöhnt und sind abgestumpft. Die Knospen erholen sich durch den Zuckerverzicht, und nach dem Überstehen der ersten Entzugsphase wird Süsses plötzlich viel süsser empfunden. Die Sättigung setzt früher ein, und die Einschränkung fällt leichter.

Haben Spaghetti al dente weniger Carbs als durchgekochte?

Der Gehalt an Kohlenhydraten ist gleich. Aber weiche, durchgekochte Spaghetti sind schneller gekaut und manchmal isst man dann schneller und mehr, da das Sättigungsgefühl noch nicht so schnell vorhanden ist.

Ich möchte versuchen, einen Monat ohne Zucker zu leben. Wie lautete ihre Empfehlung?

  • Keine Süssigkeiten
  • Keine gezuckerten Getränke oder Fruchtsäfte
  • Kein Honig
  • Keine Lebensmittel, bei denen Zucker zugesetzt wurde, wie gesüsste Jogurts, Ketchup, gezuckerte Müeslimischungen etc. Da muss die Inhaltsliste gut beachtet werden, denn zu den Zweifachzuckern («davon Zucker» genannt auf den Nährwertangaben) gehört auch der natürliche Milchzucker oder der Fruchtzucker von Früchten.
  • Keine Snacks zwischen den Mahlzeiten
  • Erlaubt: Milchzucker und natürlicher Fruchtzucker aus Obst
  • Erlaubt: Drei Mahlzeiten täglich. Die Hauptmahlzeiten bestehend aus drei Komponenten (Kohlenhydrate, Proteine, Gemüse/Salate). Der Kohlenhydratanteil wurde auf einen Viertel des Tellers reduziert, wenn eine Gewichtsabnahme gewünscht wird.

Wenn es heisst «keine Fruchtsäfte», heisst das auch «keinen (angeblich) 100% gepressten Orangensaft aus der Flasche bzw. Kartonbeutel»?

Ja, das heisst es. Fruchtsäfte haben genau die gleiche schädliche Wirkung wie Süssgetränke. Fruchtsäfte gehören zur Kategorie «Vermeintlich gesunde Produkte», zu denen auch Smoothies zählen.

Ist Mais besser als Kartoffeln oder Teigwaren?

Nein. Mais in Form von Polenta ist nicht besser oder schlechter als  Kartoffeln und Teigwaren. Alle sind Stärkelieferanten, die wir täglich brauchen. Am besten kombiniert man Kohlenhydrate (Stärke) bei jeder Mahlzeit mit Protein und Gemüse/Salat. Je nachdem, ob man Gewicht verlieren möchte, kann der Anteil an Kohlenhydraten grösser oder kleiner sein.

Ich mache 5 Tage in der Woche Krafttraining und nehme täglich zwischen 100 und 170 Gramm Zucker zu mir. Zu viel?

Ja. Der «freie Zucker», also zugesetzter Zucker oder Zucker in prozessierten Lebensmitteln, auch etwa in Fruchtsäften, sollte gemäss WHO 50 Gramm (besser 25 Gramm) nicht überschreiten.

Kann weniger Zucker ein Reduktion von Gichtschüben bewirken?

Ja. Es ist bewiesen, dass ein hoher Zuckerkonsum, speziell Fruchtzucker, zu Gicht führen kann. Eine Reduktion des Zuckers ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Mehr Informationen zum Thema im «Puls» Spezial «Experiment zuckerfrei» – Wie gelingt der Zuckerentzug?

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Puls, 23.08.2021, 21:05 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    "Ich möchte versuchen, einen Monat ohne Zucker zu leben. Wie lautete ihre Empfehlung?"
    Hier fehlt meiner Ansicht nach der Hinweis auf den Alkohol. Alkohol und Zucker sind eng verwandt. Das würde heissen, dass man neben den oben angegebenen Nahrungsmitteln auch den Alkoholkonsum einschränken müsste. Überhaupt fehlt mir beim Thema Zucker der Hinweis auf den Alkohol. Alkohol ist ein Abbauprodukt von Zucker. Meiner Ansicht nach sollte man deshalb die beiden Stoffe zusammen diskutieren.
    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Das ist vollkommen falsch Herr Gürr.

      Chemisch sind Ethylakhohol, oder Ethanol (normaler Alkohol) und Saccharose (Zucker) zwei grundsätzlich verschieden Substanzklassen und gar nicht miteinander verwandt. Sie werden im Körper auch total anders verstoffwechselt. Alkohol gewinnt man nicht auch Saccharose. Technisch stellt man Ethanol aus Ethen her.
    2. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      Um es klarzustellen: Alkohol ist ein Abbauprodukt von Zucker (Glukose), welcher von Hefe (S. Cerevisae) vergärt wurde. (Nachzulesen bei Wikpedia).
    3. Antwort von Alain Rothenbühler  (pls)
      Herr Müller, Ihnen ist bewusst, dass alkoholische Getränke nebst Ethanol oft viel Zucker enthalten? Daher macht der Zusammenhang schon Sinn (allerdings nicht bzgl. Abbauprodukt)
  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Psychoaktive Substanzen sind:

    1. Psychodelika (LSD, Psylocibin, Meskalin, 2-CB usw.)
    2. Narkotika (GHB, Ketamin, Lachgas, Poppers usw.)
    3. Sedativa (Bezodiazipin, Alkohol)
    4. Stimulantien (Amphetamine, Metamphetamine, Kaffee, Nikotin, Mephedron)
    5. Entaktogene (MDMA, MDA, MDEA

    Aber sicher nicht Zucker.