Es war 1962, als sich in Tansania eine regelrechte «Lach-Epidemie» ereignete. Drei Schulkinder begannen während des Schulunterrichts zu lachen und konnten das Lachen einfach nicht unterdrücken. Bald lachte die ganze Klasse mit, der Anfall griff auf die gesamte Schule über und erfasste ganze Dörfer.
Einige Schüler, so wurde berichtet, hätten einen bis zu vier Tage lang dauernden Lachanfall gehabt. Das Ganze ist kein Witz, wie die Fachzeitschrift International Journal of Humor Research berichtete. Unabhängige Quellen hätten, so das Magazin, den Vorfall in Ostafrika bestätigt.
Lachen ist ansteckend
Hören oder sehen wir einen Menschen, der lacht, aktivieren sich unsere Spiegelneuronen, spezielle Nervenzellen, die auch Empathie-Neuronen genannt werden. Schliesslich sind sie dafür verantwortlich, dass wir die Handlungen, Reaktionen und Gefühle unserer Mitmenschen intuitiv verstehen können, wie unter anderem Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich feststellten.
Dank dieser Spiegelneuronen übertragen sich Freude oder Gelächter blitzschnell von Mensch zu Mensch. Bei Sitcoms wird dieser Effekt mit eigens eingespielten Lachern unterstützt. Eine britische Untersuchung zeigt, dass dies tatsächlich das Lachen der Zuschauenden beeinflusst, sogar derjenigen mit Autismus.
Warum lachen wir?
Lachen war schon bei unseren Urvorfahren ein wichtiger Teil nonverbaler Kommunikation: Nur schon lächeln fördert das Gemeinschaftsgefühl, denn es zeigt Zuneigung und Verständnis für das Gegenüber.
Kommt es zu einem Lachanfall, verstärkt das die Bindung und kann Konflikte abbauen. Für unseren Körper wirkt so ein Anfall wie ein Ventil, um Stresshormone wie Cortisol abzubauen. Ein Lachanfall kann gar helfen, schwierige Situationen neu zu betrachten oder emotionale Blockaden zu lösen. Deswegen kommen diese Anfälle oft in unerwarteten Situationen und wirken so erleichternd.
Worüber wir lachen, ist individuell. Doch es gibt verschiedene Theorien darüber, was uns zum Lachen bringt: Die Inkongruenz-Theorie besagt, dass wir dann lachen, wenn etwas Unerwartetes geschieht. Das passiert bei den meisten Witzen – mit der Pointe rechnet kaum jemand.
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Unser Gehirn, genauer der frontale Cortex erkennt bei einer überraschenden Pointe die Inkongruenz und sendet die Informationen weiter an das limbische System. Unser Körper reagiert darauf mit Lachen, allenfalls mit weiteren körperlichen Reaktionen auf den Witz wie Tränen, Rollen der Augen oder Beugen des Rumpfs auf den Witz – sofern er denn gut war.
Beim schwarzen Humor hingegen belustigt uns – nach der Theorie der harmlosen Regelverletzung – wenn beispielsweise soziale Regeln gebrochen werden. Und schliesslich gibt es noch die Erleichterungstheorie: Jemand stolpert, wir lachen – nicht aus Schadenfreude, sondern um Stress und Spannung loszuwerden. Auch dies erklärt, warum wir manchmal in unangenehmen Situationen anfangen zu lachen, obwohl es doch eigentlich so unpassend ist.