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Liebe im Alter Partnersuche & Sexualität: Tipps für einen zweiten Frühling

Mit ein paar Lebensjahren auf dem Buckel, einigem an Erfahrungen in Sachen Zweisamkeit, nochmals so richtig durchstarten in der Liebe? Warum nicht. Vielleicht ist man nur etwas aus der Übung gekommen.

Als Teenager oder junge Erwachsene war es noch ganz einfach, einen Partner oder eine Partnerin zu finden. Aber nun, in der Lebensmitte oder im Frühherbst des Lebens?

So klappt's mit dem Date

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Die Psychologin Corinne Hafner-Wilson empfiehlt Unternehmungslust und Spass. Was ebenfalls helfen kann:

Tipps für Männer

«Frauen mögen gute Manieren und einen Gentleman alter Schule», sagt Hafner-Wilson. Klar, man darf sein, wer man ist, aber eine Dusche vor dem Date und ein frisches Hemd machen einfach einen guten Eindruck. Gehen Sie vor dem Treffen noch zum Coiffeur, dann auch gleich noch die Ohren- und Nasenhaare – sofern vorhanden – entfernen lassen.

Tipps für Frauen

«Seien Sie sich selbst», empfiehlt die Psychologin. Und ganz wichtig: Überlegen Sie sich vorher, was Sie genau wollen. Verbiegen Sie sich nicht. Nicht meckern, in der gleichen Altersgruppe geht es den allermeisten gleich.

Die Psychologin Corinne Hafner-Wilson empfiehlt aktiv zu sein und aktiv zu werden. «Am besten unternimmt man etwas, was einem richtigen Spass macht, das kann automatisch verbindend wirken.» Kurse, Konzerte, Reisen – bei allem, was man gerne macht, kann man sich auch verlieben. Wichtig: Wer keine Opern mag, kann sich bedenkenlos das Opernticket sparen. «Hauptsache, man verbiegt sich nicht.»

Natürlich kann man auch im Internet nach einer neuen Liebe suchen. «Hier mahne ich aber zur Vorsicht vor Betrügern», sagt Hafner-Wilson.

Zur Liebe gehört meistens auch die Sexualität

Ob man sich erst seit Kurzem kennt und verliebt ist wie ein Teenager oder nächstens silberne Hochzeit feiert, spielt keine Rolle, «wichtig ist, dass man über Sex redet», sagt Christa Gubler. Sie ist Psychologin und klinische Sexologin.

Eine Frau hat mal in einer Therapiesitzung erzählt, dass sie ihrem Mann manchmal sage, dass sie sehr wohl Lust habe, aber keine Lust auf einen Orgasmus.
Autor: Christa Gubler Sexologin

Und ebenso wichtig ist auch, sich für die schönste Nebensache der Welt Zeit zu nehmen. Sie empfiehlt, ein Sexdate zu verabreden. Das steigere die Spannung und rege ganz schön die Fantasie an, gerade bei Paaren, die schon länger zusammen sind.

Spezial-Tipp von Sexologin Christa Gubler

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«Wenn man nicht mehr den straffen Körper hat (das geht Männern und Frauen so), kann man auch auf Entdeckungsreise zusammen gehen und sich gegenseitig Geschichten über den Körper erzählen. Woher kommt diese Narbe, woher jene? Ein Bäuchlein wird zu einer Skipiste, Sommersprossen erzählen von der Sehnsucht nach Sommer und Meer. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.»

Keine Bange: Alles kann, nichts muss. Schliesslich hat man ja vorher darüber geredet. «Eine Frau hat mal in einer Therapiesitzung erzählt, dass sie ihrem Mann manchmal sage, dass sie sehr wohl Lust habe, aber keine Lust auf einen Orgasmus.» Auch hier wieder: Miteinander reden.

Das schlechte Gewissen, wenn man sich wieder verliebt

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Kein Wunder sehnt sich die Mehrheit der geschiedenen und verwitweten Männer und Frauen nach einer neuen Partnerschaft. Entsprechend steigt die Lebenszufriedenheit mit einer neuen Partnerschaft, wie die emeritierte Professorin für Psychologie Perrig-Chiello in ihren Studien herausgefunden hat.

Wenn es überhaupt ein Erfolgsrezept für eine dauerhafte Liebe gibt, dann ist das die Balance zwischen Gemeinsamkeiten und Abgrenzung.
Autor: Pasqualina Perrig-Chiello Psychologin

«Ein schlechtes Gewissen, zu wenig getrauert zu haben, braucht man nicht zu haben», sagt Perrig-Chiello. Der Liebe des verstorbenen Partners oder der verstorbenen Partnerin gegenüber tut das keinen Abbruch. «Und auch gegenüber den Kindern ein schlechtes Gewissen zu haben, ist nicht angebracht.»

Eine neue Liebesbeziehung einzugehen ist aber kein Muss. «Einige sehnen sich auch nur nach jemandem, mit dem oder der man Reisen unternehmen kann, ins Kino oder ins Theater gehen kann.»

Das Märchen von der ewigen Liebe

Für Perrig-Chiello ist klar: Die ewige Liebe ist ein Mythos. «Lebenslange Liebe, das gibt es allerdings. Aber diese Liebe muss ständig neu definiert werden und ist deshalb nicht dieselbe wie am Anfang.»

«Wenn es überhaupt ein Erfolgsrezept für eine dauerhafte Liebe gibt, dann ist das die Balance zwischen Gemeinsamkeiten und Abgrenzung.» Die gemeinsame Entwicklung dürfe man dabei nicht aus den Augen verlieren, so die Expertin. Und was auch hilft: Humor. Das haben auch Forschungen gezeigt. «Vor allem über sich selbst lachen hilft.»

Spezial-Tipp von Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello

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«Schwelgen Sie mal wieder in Erinnerungen. Erinnerungen verbinden und können ein richtiggehender Beziehungsbooster sein. Schliesslich gab es mal eine Zeit, wo man sich unglaublich bewundert hat. Oder bis über beide Ohren verliebt war und sich unendlich begehrt hat. Natürlich hat man das nach 20 oder 30 Jahren nicht mehr so präsent. «Hei, weisst Du noch…». Dieser Satz kann längst vergessene Erinnerungsschätze zu Tage fördern. Warum nicht mal ein altes Fotoalbum zusammen anschauen?»

Radio SRF 1, Ratgeber, 13.4.2026, 11:08 Uhr

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