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«Tag gegen Lärm» Wie gehen Sie mit lästigem Lärm um?

Lärm ist für Menschen gesundheitsschädlich, auch wenn er unbewusst wahrgenommen wird. Experten-Tipps für einen ruhigeren Frühling – und die Frage, wie Sie mit Baustellen- und Rasenmäher-Krach umgehen.

Rund eine Million Menschen in der Schweiz sind von «störendem Schall», wie der umgangssprachliche Lärm definiert wird, betroffen. 90 Prozent der Betroffenen leben in städtischen Gebieten. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist Lärm gesundheitsschädlicher Umweltfaktor Nummer zwei, gleich hinter der Luftverschmutzung.

Video
Tag gegen Lärm: Wie lebt es sich zwischen Autobahn und Flugplatz?
Aus nano vom 28.04.2022.
abspielen. Laufzeit 4 Minuten 57 Sekunden.

Nicht erstaunlich, dass eine chronische Lärmbelastung ein grosser Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Forschende zeigten 2021 in einer Studie sogar, dass kurzfristiger Fluglärm in der Nacht tödlich sein kann.

Laut dem Bundesamt für Umwelt BAFU ist die beste Massnahme gegen Lärm, dass er gar nicht erst entsteht. Da können wir also den grössten Beitrag leisten.

Das Auto stehen lassen

Der Verkehrslärm führt in der Schweiz zur grössten Lärmbelästigung der Bevölkerung. Daher lässt sich viel Lärm vermeiden, wenn möglichst viele Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuss zurückgelegt werden. Laut dem Bundesamt für Umwelt BAFU hat eine Kombination aus Elektroauto und reduzierte Geschwindigkeit das grösste Potenzial zur Lärmreduktion. Übrigens: Das gilt auch für das Motorrad.

Die Grenzwerte messen

Falls störender Strassenlärm ein Problem darstellt, können bei der Lärmschutzfachstelle des Wohnkantons die Lärmimmissionsgrenzwerte der betroffenen Liegenschaft eingeholt werden. Bei privatem Flugverkehr liefert das Bundesamt für Zivilluftfahrt die erlaubten Grenzwerte. Falls diese bei ihrem Wohnsitz überschritten sein sollten, muss Ihnen die Fachstelle Pläne zur Lärmverringerung vorlegen können. Weitere Informationen dazu finden Sie bei der Lärmliga Schweiz.

Lärm und Dezibel

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Das physikalische Mass für den Schalldruckpegel ist das Dezibel (dB). Ab etwa 120 dB verursacht Lärm Schmerzen in den Ohren. Übrigens: Eine Erhöhung von 10 dB entspricht ungefähr einer Verdoppelung der empfundenen Lautstärke. Hier einige Beispiele aus dem Alltag: Gespräch: 50 bis 60 dB, befahrene Strasse: 70 bis 80 dB, Laubbläser: 90 bis 100 dB, Kettensäge: rund 120 dB, Jet: um 130 dB.

Die Gartenarbeit manuell ausführen

Mit dem Frühling häckseln die Menschen wieder Äste, mähen ihren Rasen und holen die Laubbläser hervor. Das macht ordentlich Krach.

Auf dem Bild ist ein Rasenmäher zu sehen.
Legende: Gartenarbeit mit dem Rasenmäher kann bereits eine hohe Lärmbelastung auslösen. Imago Images / U. J. Alexander

Viele der Arbeiten lassen sich leiser durchführen. Beispielsweise kann das Laub mit einem Rechen gesammelt werden. Das hat neben der Ruhe einen weiteren Vorteil: Krabbelnde und kriechende Kleintiere werden nicht vom starken Luftstrom verletzt oder gar getötet. Falls es doch der Laubbläser sein soll, gibt es elektrisch betriebene Geräte, die weniger Lärm verursachen.

Umziehen

Das klingt natürlich sehr extrem. Letztendlich sei es aber leider immer noch die beste Möglichkeit, dem lästigen und schädlichen Lärm zu entkommen, so der Allgemeinmediziner Reiner Bernath von Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz: «Der Schlüssel zur Lösung liegt leider selten beim Individuum.» Dieser müsse politisch verfolgt werden. Das Umweltschutzgesetz und die Lärmschutz-Verordnung des Bundes regeln den Schutz der Bevölkerung.

«Internationaler Tag gegen Lärm»

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Seit 2005 nimmt die Schweiz aktiv am «Internationalen Tag gegen Lärm» teil. Die Trägerschaft setzt sich zusammen aus der Vereinigung kantonaler Lärmfachstellen (Cercle Bruit), der schweizerischen Gesellschaft für Akustik, den Ärztinnen und Ärzten für Umweltschutz und der Lärmliga Schweiz. Unterstützt wird die Trägerschaft vom Bundesamt für Umwelt BAFU und vom Bundesamt für Gesundheit BAG.

Die Massnahmen gegen Lärm werden zukünftig noch relevanter. Denn der Nachbarschafts- und Freizeitlärm wird laut einer Studie vom BAFU als Lärmquelle immer relevanter werden. Zudem wird der Verkehr weiter stark zunehmen.

Sind Sie auch vom Lärm betroffen? Lassen Sie uns in den Kommentaren wissen, wie Sie mit der Lärmbelastung umgehen!

Nano, 28.04.2022, 10:30 Uhr

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46 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Christen  (Provinzbewohner)
    Bei der größten Lärmquelle, dem Straßenverkehr, fehlt es meiner Meinung nach am politischen Willen die Situation zu verbessern. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum der Lärm von Verkehrsmittel nicht gleich wie die CO2-Emission behandelt wird (Lärmzuschlag/Abgabe). Stattdessen werden Milliarden in Lärmschutzmassnahmen investiert (wenn überhaupt).
  • Kommentar von Philippe Sauter  (PhilS)
    Was ich mache?
    Ich frage mich wieso man Autos so viel Platz einräumt.
    Wieso kann man in Städten an fast allen Orten mit dem Auto hinfahren? Der ÖV ist ja da und alles ist so nach das man die letzten paar Meter kaufen kann (oder man braucht das Fahrrad).

    Kommt dazu das die meisten Autofahrer in der Stadt wahrscheinlich von ausserhalb kommen und die Städter müssen sich einfach damit abfinden.
    Wieso zwingt man die Leute nicht einfach dazu Park+Rail oder ein Fahrrad zu nutzen?
  • Kommentar von Harald Francke  (Harry&Dobby)
    Also beim Gotteslärm bin ich der gleichen Meinung. Doch wohne ich nicht in unmittelbarer Nähe. Die Kuhglocken find ich eigentlich ganz romantisch bei mir in den Bergen. Sie stehen allerdings nicht direkt neben dem Haus auf der Wiese. Was die Kühe selbst zu ihren Glocken meinen? Ich kann das mir vorstellen. Das hat aber alles auch viel mit unserer Kultur zu tun. Diese sollte nahezu unantastbar sein. Lärm wird bei zunehmenden Alter aber auch empfindlicher wahrgenommen. Z.B. spielende Kinder, usw.