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Fussball-Maskottchen Der Axolotl fasziniert Fussballfans und Forschung

Der Axolotl ist eines der Gesichter der Fussball-WM in Mexiko-Stadt. Doch hinter dem niedlichen Image verbirgt sich ein biologisches Wunder – ein Tier, das verlorene Gliedmassen, Organe und sogar Teile seines Gehirns vollständig nachbilden kann.

Schwarze Knopfaugen, scheinbares Dauergrinsen und eine extravagante Frisur – so begeistert der Axolotl derzeit Fussballfans. Die Forschung hingegen hat den mexikanischen Schwanzlurch schon lange für sich entdeckt. Nicht wegen seines Aussehens, sondern wegen seiner Biologie.

Die ist aus mehreren Gründen besonders: Der Axolotl wird nämlich nie ganz erwachsen. Er verbringt sein ganzes Leben quasi als Dauerlarve im Wasser. Für Amphibien ist das eher untypisch. Sie bilden ihre Kiemen in der Regel zurück, entwickeln Lungen und gehen an Land – Frösche zum Beispiel. Der Axolotl macht das nicht.

Regenerationswunder

Zudem kann der Axolotl Körperteile wiederherstellen, wie es bei Wirbeltieren sonst kaum vorkommt: Ein verlorenes Bein wächst in nur wenigen Wochen nach und funktioniert so gut wie das «Original». Denn ersetzt werden sowohl die Haut als auch die Muskeln, Knochen und das Nervengewebe. Narben gibt es keine.

Nahaufnahme eines hellen Axolotls in einem Aquarium.
Legende: Der Name Axolotl stammt aus dem Aztekischen und bedeutet Wassermonster. Keystone/GEORG HOCHMUTH

Forschende vermuten, dass dies eine Überlebensstrategie sein könnte, die sich im Lauf der Evolution entwickelt hat. Axolotl gibt es nämlich seit rund 350 Millionen Jahren. Und wenn Nahrung knapp ist, beissen sich die Tiere nicht selten gegenseitig ein Bein oder einen Arm ab. Auch wenn es mehrmals passiert, wächst immer wieder ein neues Glied nach. Gleiches gilt für Teile der Augen, des Gehirns und des Herzens.

In Laboren beliebt – in der Natur fast verschwunden

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In Laboren, aber auch in Zoos und in privaten Haushalten sind Axolotl beliebt und zahlreich. Anders sieht es in der Natur aus. Dort ist der Axolotl vom Aussterben bedroht.

Schätzungen zufolge gibt es noch etwa 50 bis 1000 Individuen in freier Wildbahn. Sie alle kommen nur an einem einzigen Ort vor: in den Kanälen von Xochimilco im Süden von Mexiko-Stadt. Es ist der Rest eines einst riesigen Netzwerks an Kanälen und Seen, die die Azteken im 14. Jahrhundert angelegt haben.

In Forschungslaboren rund um den Globus versuchen Forschende darum herauszufinden, wie der Axolotl das genau macht. Vor ein paar Jahren haben sie das gesamte Erbgut entschlüsselt. Es ist etwa zehnmal so gross wie das des Menschen. Bereits sind auch schon erste Gene und Moleküle bekannt. Sie steuern, dass neues Gewebe am richtigen Ort entsteht. Und in die richtige Richtung wächst.

Interessant ist das, weil es viele dieser Gene und Signalwege auch beim Menschen gibt. Die Hoffnung ist zu verstehen, wie genau der Axolotl diese «Bauanleitung» in seinem Erbgut aktiviert. Und so eines Tages vielleicht auch beim Menschen die Selbstheilung gezielt anzuregen.

Radio SRF 1, 15.6.2026, 19:15 Uhr

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