Nur etwa vier Zentimeter lang sind die kleinen Süsswasserfische. Und klettern zu Tausenden die feuchte Rückwand eines 15 Meter hohen Wasserfalls hoch. Ihre Brust- und Bauchflossen haben an der Unterseite winzige, hakenartige Fortsätze. Damit klammern sie sich an der senkrechten Felswand fest und schlängeln sich wie beim Schwimmen mit seitlichen Bewegungen hoch.
Erstmals hat nun ein Forschungsteam die Fische namens «Parakneria thysi» bei den Luvilombo-Wasserfällen im Süden der Demokratischen Republik Kongo beim Hochklettern gefilmt.
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Bild 1 von 4. Kletternde Fische. Fische der Art Parakneria thysi klettern die zweite Stufe der Luvilombo-Wasserfälle hoch. Zum ersten Mal auf Bild, bekannt ist das aber schon länger. In Sanga, einer der über 200 Sprachen der Demokratischen Republik Kongo, heissen diese Fische Tulumbu (Einzahl: Kalumbu). Das kommt vom Verb kulumba, das «kleben» bedeutet. Bildquelle: Pacifique Kiwele Mutambala.
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Bild 2 von 4. «Klebrig» dank winziger Haken. Die Brust- und Bauchflossen der vier bis maximal zehn Zentimeter grossen Fische weisen an der Unterseite winzige, hakenartige Fortsätze auf. Bildquelle: Emmanuel Abwe, Université de Lubumbashi.
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Bild 3 von 4. Gemeinsam mit vielen. Die Fische klettern in grossen Gruppen von bis zu Tausenden von Tieren die Wände hoch. Bildquelle: Pacifique Kiwele Mutambala.
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Bild 4 von 4. Die Luvilombo-Wasserfälle. Das fünfzehn Meter hohe Hindernis, fotografiert während der Zeit, wenn die kleinen Fische ihn erklimmen. Bildquelle: Pacifique Kiwele Mutambala.
Viele Pausen
Die Fische klettern rasch – mit eineinhalb bis drei Zentimeter pro Sekunde. Umgerechnet auf Menschen wäre das ein zügiges zu Fuss Gehen. Die Fische brauchen aber viele Erholungspausen.
Innerhalb der Wände klammern sie sich für 15 bis 60 Sekunden fest. Sobald sie eine Felsstufe erklommen haben, ruhen sie sich gemeinsam mit vielen anderen für einige Minuten bis zu einer Stunde aus.
Um den Wasserfall zu erklimmen, brauchen sie fast zehn Stunden. Davon sind aber nur 15 Minuten reine Kletterzeit.