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Neue Studie Tomaten warnen Nachbarpflanzen mit Duft vor Viren und Insekten

Die durch Duftstoffe gewarnten Nachbarn werden resistenter gegen Viren und rufen Feinde der Angreifer zu Hilfe.

Tomatenpflanzen haben einen speziellen Schutzmechanismus, wenn sie von einem Schadinsekt angegriffen werden. Das zeigt eine neue Studie, welche die Universität Neuenburg in Zusammenarbeit mit einer chinesischen Universität durchgeführt hat.

Konkret haben die Forschenden erstmals beobachtet, dass Tomaten bei einer Bedrohung ein Duftsignal aussenden, das bei benachbarten Trieben einen Abwehrmechanismus auslöst.

Beobachtet wurde dies bei Angriffen der Weissen Fliege. Die Weisse Fliege ist ein gefürchteter Schädling, da sie eine Beziehung mit sogenannten Begomoviren entwickelt hat. Sobald diese Fliegen mit verschiedenen Kulturpflanzen, darunter Tomaten, in Kontakt kommen, können sie diese mit dem Virus infizieren.

«Einige Pflanzen sind zwar in der Lage, diesen Viren zu widerstehen, doch die Mechanismen, die diesen Resistenzen zugrunde liegen, sind nicht klar», so die Forschenden.

Einen Abwehrmechanismus konnte die Studie nun aber aufzeigen: Wird eine Tomate von der Weissen Fliege angegriffen, sendet sie ein spezifisches Duftsignal aus. Dieses löst bei benachbarten Pflanzen eine Reaktion aus, nämlich die Produktion von Abwehrmolekülen gegen Begomoviren.

Das Interview mit Forscher Sergio Rasmann (mit dt. Untertiteln):

«Tomatensorten, die diese Alarmmoleküle produzieren, machen benachbarte Pflanzen widerstandsfähig gegen die von dem Insekt übertragenen Viren», teilt die Universität Neuenburg mit.

Doch die Reaktion der benachbarten Pflanze geht noch weiter. Der empfangene Duftstoff macht sie nicht nur widerstandsfähiger, sondern führt auch zur Freisetzung weiterer flüchtiger Substanzen, die Feinde der Weissen Fliege anlocken: Kleine Wespen, die im Idealfall die Weissen Fliegen vertreiben und den Pflanzen so einen zusätzlichen Schutz bieten.

Die Studienautorinnen und -autoren betonen jedoch, dass nur bestimmte Tomatensorten dieses Signal aussenden. «Durch eine sorgfältige Auswahl dieser Sorten hoffen wir, neue Wege zu finden, um die Entwicklung virusresistenter Kulturen zu erleichtern», heisst es in der Mitteilung weiter.

 

RTS Forum, 27.1.26, 19 Uhr ; 

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