Walforschung im Mittelmeer - Pottwale reden Dialekt – und verschieden schnell
Bei uns ist es Bärn- oder Züridütsch, im Mittelmeer sind es Klicklaute. Der Slang der Pottwale unterscheidet sich zwischen Ost und West. Und im Osten klingt ihr Erkennungs-Klick zackiger als im Westen.
Klick, klick, klick – klick. Was das genau heisst, weiss niemand. Pottwale klicken sich diese sogenannte Coda immer wieder zu. Ein Drei-plus-eins-Muster, das man im ganzen Mittelmeer findet. Nur sagt’s der Ost-Pottwal anders als der West-Pottwal. Das zeigt eine neue Studie, die 5291 Codas auswertete.
Woher kommen die Pottwale im Mittelmeer?
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Legende:
imago images/Ardea
Pottwale im Mittelmeer – das gibt’s, wenn auch immer weniger. Es sind nur ein paar tausend Tiere, und sie werden durch die Schifffahrt bedroht. Ins Mittelmeer kamen sie vor etwa 20’000 Jahren vom Atlantik her und haben es von Westen nach Osten besiedelt. Somit sprechen die westlichen Wale wohl den älteren Dialekt als die östlichen.
Die Mittelmeer-Pottwale haben sich komplett von ihren Artgenossen in den anderen Weltmeeren isoliert, das zeigen Genanalysen. Die beiden Populationen im westlichen und östlichen Mittelmeer pflegen kaum Kontakt, doch ab und zu werden junge Männchen auch dazwischen gesichtet. Somit gibt es einen beschränkten Austausch zwischen den beiden Sprachgruppen.
Die Parallele zur Schweiz ist ein hübscher Zufall: Auch hier wird im östlichen Zürich schneller gesprochen als im westlichen Bern. Und genauso verhält es sich mit den zwei Pottwal-Populationen im Mittelmeer:
In der Gegend der Balearen nahmen die Unterwassermikrofone gemütlich klingende Abfolgen des «Klick, klick, klick – klick» auf.
Ganz anders zwischen Griechenland und Kreta, wo temporeich geklickt und variiert wird.
Für Studienautorin Taylor Hersh von der Universität Bristol ist klar: Der Ost-Dialekt ist der neuere. Denn: «Die Wale im Osten erinnern sich an den West-Dialekt.» So streuen sie auch mal ein langsames «Klick, klick, klick – klick» ein.