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Neue Technologie Die Maus mit dem schnellsten Klick

PC-Tastaturen und Mäuse funktionieren mehr oder weniger gleich, seit es sie gibt: Unter den Tasten sind Schalter verbaut – wenn eine Taste der Maus oder Tastatur nach unten gedrückt wird, schliesst sich ein Kontakt. Doch nun kommt eine neue Technologie: Die Schalter werden magnetisch.

Die neuen Schalter nutzen den Hall-Effekt, benannt nach dem amerikanischen Physiker Edwin Hall. Er entdeckte, dass sich die Spannung in einem Leiter verändert, wenn ein Magnet näher kommt.

Diagramm eines mechanischen Teils mit Magnetfeldern.
Legende: Hall-Effekt-Taste Bewegt sich der Magnet mit der Taste, verändert sich die Spannung im Leiter unten. Wooting

Analog statt «Ein/Aus»

Der Tasten-Druck oder Mausklick wird also nicht mehr ausgelöst, wenn sich ein Kontakt schliesst. Der Schalter misst dagegen, wie sich die Spannung verändert. Und kann so nicht nur sagen, ob eine Taste gedrückt ist, sondern auch wie tief. Deshalb werden die Schalter «analog» genannt: Sie befinden sich nicht nur in einem digitalen «Ein»- oder «Aus»-Zustand, sondern messen präzise die aktuelle Position der Taste.

Ein Trend über Maus- und Tastaturschalter hinaus

Box aufklappen Box zuklappen

Simple Ein-Aus-Schalter einer älteren Digital-Generation werden zunehmend durch komplexere Sensoren ersetzt. Und die Signale, die diese komplexeren Sensoren senden, werden von Software interpretiert.

Solche Systeme ermöglichen nicht nur mehr Individualisierung, sondern können auch Kontext mit einbeziehen und das Verhalten des Sensors je nach Situation verändern.

Bei Tastaturen gibt es diese analogen, magnetischen Schalter schon etwas länger – Hersteller wie Wooting oder Razer haben den Trend angerissen. Eher verschlafen hat ihn dagegen der grosse Schweizer Hersteller Logitech, der erst vor kurzem eine entsprechende Tastatur ins Angebot aufnahm. Eine neue Logitech-Maus setzt nun aber als Erste überhaupt ebenfalls auf magnetische Schalter.

Individueller und schneller

Gegenüber herkömmlichen Schaltern hat die Magnet-Technik zwei Vorteile: Erstens ist das Verhalten eines Schalters nicht in Metall und Plastik gegossen, sondern kann individuell eingestellt werden. Wann gilt eine Taste als gedrückt, wann wieder gelöst; soll eine halbgedrückte Taste etwas anderes tun als eine ganz gedrückte; sollen sich die Tasten je nach Anwendung anders verhalten? Alles ist möglich, per Software.

Illustrierte Computertasten W, A, S, D mit Pfeilen und Enter-Taste mit Leiter.
Legende: Beispiele für Einstellungsmöglichkeiten einer Tastatur mit magnetischen Schaltern. Wooting

Zweitens macht die neue Technologie den Maus-Klick schneller. Sie verringert die Verzögerung (Latenz) zwischen dem physischen Herunterdrücken der Taste und dem Zeitpunkt, wann das Signal beim PC ankommt. Bisher hatten die schnellsten Computer-Mäuse Latenzen um die 40 Millisekunden – bei der neuen Maus sind es nur noch zehn.

Für E-Sportler...

Natürlich spielt es keine Rolle, ob sich das E-Mail der Chefin dreissig Millisekunden früher öffnet. Doch im E-Sport haben die besten Athleten Reaktionszeiten von ungefähr fünfzig Millisekunden – die Zeit zwischen dem Erscheinen eines Objektes auf dem Bildschirm und dem Draufklicken mit dem Finger. Die Latenz der Maus kommt noch dazu: Erst danach kommt der Klick auch im Game an. Eine Verbesserung von dreissig Millisekunden ist in diesem Kontext viel und kann über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Offene Gaming-Maus mit sichtbarer Elektronik und Komponenten.
Legende: Magnet-Schalter und haptischer Motor sind integriert. Logitech

Entsprechend werden E-Sportler ihre Tastaturen und Mäuse wohl mehrheitlich auf die neue Magnet-Technologie umstellen. Für durchschnittliche Anwender mit langsameren Reaktionszeiten hat die Geschwindigkeit aber nicht den gleichen Stellenwert; in den Büros wird die Technologie wohl kaum demnächst zum Standard werden.

...und Enthusiasten

Trotzdem können die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten auch für Enthusiasten ausserhalb des E-Sports interessant sein. Weil die neue Maus keinen mechanischen Schalter mehr hat und sich nichts berührt, macht sie auch kein Geräusch und man würde beim Klicken auch nichts spüren. Deshalb ist unter beiden Maustasten ein kleiner Motor verbaut, der den Klick mit einer kurzen Vibration simuliert. Und natürlich ist die Simulation individuell anpassbar. So ist es beispielsweise möglich, den linken Mausklick ganz fein und leise, den rechten Klick aber deutlich spürbar einzustellen.

Radio SRF 3, 26.5.2026, 14:15 Uhr

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