Wann ist das zu sehen: Am 19. März, um rund 19:00 Uhr, liegt der Mond fast senkrecht über der bereits untergegangenen Sonne. Zu diesem Zeitpunkt werden nur 0.7 Prozent seiner Fläche von der Sonne beleuchtet. Er erscheint also hauchdünn – und «liegend», wie ein Schiffchen, oder ein «U». Diesen Mond-Anblick kennt man normalerweise von Regionen rund um den Äquator. Hierzulande ist er seltener, wir sehen den Mond normalerweise «stehend», wie ein «C» oder ein «D». Um 19:28 Uhr wird der Mond untergehen.
Die Herausforderung für Fotografen: Amateurastronomen wetteifern gerne, wer die «jüngste Mondsichel» nach Neumond fotografisch erwischen kann. Also nach jener Mondphase, bei der wir den Mond von der Erde aus nicht sehen können, weil seine von der Sonne beleuchtete Seite von uns weg zeigt. Jetzt bietet sich eine hervorragende Gelegenheit, möglichst früh den Moment zu erhaschen, an dem der Mond wieder für uns sichtbar wird: Wenn wir um 19:00 Uhr die Mondsichel sehen sollten, ist dies nur 16.6 Stunden nach Neumond. Der eine oder andere – zumindest persönliche – Fotorekord könnte also gebrochen werden. Der theoretisch früheste Zeitpunkt, eine junge Mondsichel zu fotografieren, liegt bei rund 15 Stunden nach Neumond. Dazu müssten aber exzellente Sichtverhältnisse herrschen.
So können Sie ihn beobachten: Schauen Sie nach Westen – also dorthin, wo die Sonne untergeht. Ihr Blick sollte nicht von Bergen oder Häusern verstellt sein – suchen sie sich also einen Ort mit flachem Horizont. Die Sonne wird zum Beispiel in Zürich um 18:37 Uhr untergehen. Richten sie kurz danach ihren Blick in den Himmel. Am besten benutzen sie ein Fernglas oder sogar ein Teleskop, mit blossem Auge werden sie die Sichel kaum sehen. Rastern Sie den Himmel ab – ein bisschen Ausdauer wird es brauchen. Mit etwas Glück sehen sie dann einen ganz feinen, gebogenen Lichtfaden – also die Mondsichel ziemlich genau senkreckt über dem Untergangspunkt der Sonne. Das Wetter sollte ihnen keinen Strich durch die Rechnung machen, am Himmel dürften nur vereinzelte Wolken sein.
So häufig bietet sich die Chance: Schmale, liegende Mondsicheln werden wir bis ins Jahr 2028 noch öfter beobachten können. Sie werden sich aber langsam wieder aufrichten und hierzulande in der gewohnten «stehenden» Form erscheinen. Die Voraussetzung, einen besonders jungen Mond nach Neumond zu sehen, ist am 19. März allerdings ausserordentlich gut. Eine ähnliche Situation wird es erst wieder in 18.6 Jahren geben.
Warum liegt die Mondsichel? Die Erde kreist um die Sonne, doch für uns auf der Erde sieht es so aus, als würde sich die Sonne vor den Sternen über den Himmel bewegen. Die Linie, der die Sonne dabei scheinbar folgt, nennt man Ekliptik. Auch der Mond (und alle Planeten) bewegen sich ungefähr entlang der Ekliptik. Die Bahn des Mondes ist jedoch um rund 5 Grad geneigt. Da die Mondbahn sich über die Jahre hinweg verschiebt, kommt sie erst in 18.6 Jahren wieder gleich zu liegen. Hinzu kommt noch ein geometrischer Effekt: Am Frühlings-Abendhimmel schwingt sich die Ekliptik steil über den Westhorizont. Je steiler Ekliptik und Mondbahn zum Horizont verlaufen, umso mehr scheint die Sichel zu liegen. Verlaufen die Ekliptik – und damit auch Mondbahn – abends dagegen flach zum Horizont, steht die Sichel fast senkrecht. Dies ist im Herbst der Fall.