Die nachfolgenden Aussagen und Empfehlungen ersetzen nicht die individuelle Abklärung oder Diagnose bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Chat-Protokoll
Ich habe seit 5 Monaten eine Beziehung mit einer Person welche Lippen Herpes hat. Während diesen 5 Monaten waren jedoch nie Fieberbläschen sichtbar. Habe ich mich jetzt durch das Küssen angesteckt oder passiert die Ansteckung nur wenn die Fieberbläschen sichtbar sind?
Lucija Markovic: Am ansteckendsten ist Lippenherpes, wenn sichtbare Fieberbläschen vorhanden sind, da dann besonders viele Viren ausgeschieden werden. Eine Ansteckung ist theoretisch auch ohne sichtbare Bläschen möglich, kommt aber deutlich seltener vor. Wenn in den letzten Monaten keine aktiven Bläschen vorhanden waren, ist das Risiko einer Ansteckung beim Küssen relativ gering, aber nicht ganz ausgeschlossen. Zudem tragen viele Menschen das Herpes simplex virus bereits, oft ohne es zu wissen.
Gibt es eine Lebensweise, die Gürtelrose verhindern kann, wie zum Beispiel kein Alkohol, nicht Rauchen, kein Übergewicht? Oder gibt es Nahrungsmittel die eine Gürtelrose verhindern kann? Vielen Dank
Jawid Jalal: Grundsätzlich bricht die Gürtelrose-Erkrankung aus, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Alle Lebensstil-Massnahmen, die das Immunsystem stärken, wirken somit prinzipiell vorbeugend. Und umgekehrt: Alle Lebensstil-Massnahmen, welche das Immunsystem schwächen, wirken somit potentiell begünstigend für einen Erkrankungs-Ausbruch.
Guten Tag ich habe ab und zu Fieberbläschen in der Nase in den Ohren oder im Mund. Sind das die gleichen Viren wie ich habe wenn ich sie an der Lippe habe oder sind das Herpes Zoster Viren? Danke für Ihre Antwort und freundliche Grüsse
Carolin Xander: Guten Abend. Bei einem wiederholten Auftreten in der Nase sowie in den Ohren, ggf. auch beidseits, handelt es sich am ehesten um Herpes simplex und nicht um einen Herpes Zoster.
Ich hatte immer sehr viele Fieberblätterchen. Seit meiner Gürtelrose-Impfung sind sie viel weniger geworden. Kann das etwas mit der Impfung zu tun haben?
Bettina Decurtins: Es ist sehr erfreulich, dass es seither besser geworden ist. Die Gürtelrose-Impfung schützt jedoch gegen ein anderes Virus (Varizella Zoster oder auch Herpes simplex Typ 3), die Fieberblasen kommen von Herpes simplex Typ 1 oder 2. Mit der Impfung lässt sich die Verbesserung daher nicht erklären.
Wenn ich als Kind die „spitze Blattern/ Windoocken „gehabt habe, kann ich Gürtelrose bekommen? Sollte ich da nicht immun sein? Freundlichst
Tobias Schneider: Leider nein. Die Infektion mit Windpocken schützt leider nicht. Die Reaktivierung dieser Viren löst dann später einmal eine Gürtelrose aus. Aber 95 Prozent unserer Bevölkerung tragen dieses Virus in sich.
Meine Mutter hatte das Herpesvirus und immer mal wieder Fieberblasen an der Lippe. Ich bin 67 Jahre alt und bisher nicht daran erkrankt. Ich leide aber unter Rosacea. Gibt es einen Zusammenhang?
Carolin Xander: Guten Abend. Ein Zusammenhang zwischen Herpesviren/-infektionen und der Rosacea ist nicht bekannt.
Ich leide seit meinem 30igsten Lebensjahr an Herpes Il, der sich seit Jahren und meistens am rechten Oberschenkel manifestiert. Immer wenn ich der Sonne ausgesetzt bin und oder an einer Erkältung leide, erscheinen die lästigen Bläschen. Ich verwende Teebaumöl in der Anfangsphase, was zu einer schnelleren Heilung führt Gibt es eine neue Therapie, die keine invasive medikamentöse Intervention erfordert?
Bettina Decurtins: Teebaumöl hat einen entzündungslindernden Effekt und es ist erfreulich, wenn Ihnen dies hilft. Als Alternative gibt es Cremes mit Aciclovir, einem Inhaltsstoff, welcher das Herpesvirus hemmen kann. Diese Creme sollte möglichst rasch nach dem Start der Symptome begonnen werden und kann die Symptome reduzieren.
Jawid Jalal: Umgangssprachliches Lippenherpes ist verursacht durch Herpes simplex Viren, nicht die hier abgehandelten Varizella-Zoster-Viren. Die übliche Behandlung ist entweder eine antivirale Crème oder eine antivirale medikamentöse Therapie peroral (in der Regel Tablettenform). Die Therapie ist meistens sehr gut verträglich.
Guten Tag Vor ca. 15 Jahren hatte ich eine Gesichtsrose. Seit dem habe ich jedesmal Nervenschmerzen wenn ich eine starke Erkältung habe in diesem Bereich. Gibt es da einen Zusammenhang? Wie könnte ich diese wieder los werden? Diese sind manchmal extrem stark, beinahe nicht mehr auszuhalten. Vielen Dank
Tobias Schneider: Ja, eine erhöhte Sensibilität von Nerven, auch nur intermittierend wie zum Beispiel bei auftretenden Infektionen ist tatsächlich bekannt und beschrieben. Die Behandlung ist nicht ganz einfach, da wir es eher gewohnt sind dauerhaft auftretende Schmerzen zu behandeln und die Medikamente häufig titriert werden. Bei einem akuten Auftreten läuft man hier dann hinterher. Hier können trizyklische Antidpressiva in Tropfenform eine Alternative darstellen (fein dosierbar). Man muss aber Wirkung und Nebenwirkung beachten. Hier empfiehlt sich eine Abklärung bei ihrem Hausarzt, auch in Rücksprache mit einem Schmerzspezialisten.
Können Fieberbläschen aufs Baby übertragen werden. Und ist das gefährlich.
Lucija Markovic: Ja. Bei einem aktiven Herpes zoster kann das Varicella-zoster virus aus den Hautbläschen übertragen werden. Ein Neugeborenes würde dadurch jedoch keine Gürtelrose, sondern eine Erstinfektion mit Varicella (Windpocken) entwickeln. Die Ansteckung erfolgt vor allem durch direkten Kontakt mit der Flüssigkeit der Bläschen. Für Neugeborene kann eine Varizelleninfektion deutlich gefährlicher sein als für ältere Kinder, da ihr Immunsystem noch unreif ist. In seltenen Fällen können schwere Verläufe mit Lungenentzündung oder einer generalisierten Infektion auftreten. Besonders in den ersten vier Lebenswochen besteht ein erhöhtes Risiko. Am kritischsten ist die Situation bei Babys, deren Mutter keine Immunität gegen Windpocken hat, da ihnen dann der sogenannte Nestschutz durch mütterliche Antikörper fehlt. Bei aktivem Zoster sollten daher direkter Kontakt mit den Bläschen vermieden und die betroffenen Hautstellen abgedeckt werden, bis alle Läsionen verkrustet sind. Danach besteht praktisch keine Ansteckungsgefahr mehr.
Jawid Jalal: Ja, Fieberbläschen sind stets ansteckend, solange sie nicht verkrustet sind. Alle Altersgruppen können sich anstecken. Wobei es sich bei Fieberbläschen in der Umgangssprache um Herpes simplex Viren handelt, nicht um Varizella Zoster Viren. Meistens verläuft eine Windpockenerkrankung (Varizella Zoster) harmlos. Es gibt jedoch selten Fälle, die schwere Komplikationen bis hin zu tödlichen Komplikationen machen können.
Kann man im Blut feststellen ob ein Impfung gegen Erpes notwendig ist!?
Jawid Jalal: Ca. 98 Prozent der Bevölkerung hat Antikörper gegen Herpes Zoster Viren. Somit ist es nicht sinnvoll, einen Bluttest zu machen. Stattdessen kann man davon ausgehen, dass man es hat und eine Impfung zur Vermeidung von Gürtelrose sinnvoll ist.
Stimmt die Aussage, dass wer Herpesviren hat, nicht auch noch Gürtelrose gekommen kann.
Jawid Jalal: «Herpesviren» ist ein unspezifischer Begriff und bezieht sich nicht auf eine exakte Erkrankung. Humane Herpesviren (HHV) sind DNA-Viren, welche eine Reihe von verschiedenen Viren umfasst. Wer an einer spezifischen Herpesvirus-Art erkrankt (z.B. Herpes simplex) hat keinen Schutz gegen eine Erkrankung gegen einen andere Herpesvirus-Art (z.B. Herpes zoster).
Guten Tag, Ich bekomme häufig Fieberbläschen an der Unterlippe. Dies vermehrt, wenn ich mehrere Tage hintereinander auf Skitouren gehe. Gibt es einen kausalen Grund und kann ich sie irgendwie vermeiden?
Bettina Decurtins: Auf Skitouren kann eine Kombination aus UV-Strahlung (verstärkt durch Höhe und Schnee), Kälte, Wind, Austrocknung und körperlicher Erschöpfung das Virus reaktivieren. Der wichtigste Schutz ist ein Lippenpflegestift mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50+), der immer wieder aufgetragen wird. Beim ersten Kribbeln hilft eine antivirale Creme (z.B. Aciclovir) um den Ausbruch abzukürzen.
Nervenschmerzen seit 4 Jahren nach Gürtelrose. Was hilft gegen die sehr schlimmen Nervenschmerzen?
Lucija Markovic: Starke Nervenschmerzen, die nach einer Herpes zoster bestehen bleiben, nennt man Post-Zoster-Neuralgie. Dabei handelt es sich um einen chronischen, oft brennenden Nervenschmerz, der als häufigste Komplikation nach einer Gürtelrose auftreten kann. Zur Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten: z.B Medikamente gegen Nervenschmerzen, Antidepressiva mit schmerzlindernder Wirkung oder Lokaltherapien wie Lidocain- oder Capsaicin-Pflaster. Bei so lange anhaltenden und starken Schmerzen ist es sehr wichtig, sich bei einer Neurologin oder einem Neurologen vorzustellen, damit eine gezielte Abklärung und passende Schmerztherapie erfolgen kann.
Ich hatte mit 16 J. eine Gürtelrose. (Ausschlag halbseitig Rücken-Bauch, Brust) meine Frage: macht es Sinn; würden Sie eine Gürtelrose-Impfung empfehlen?? Mein Alter: 67Jahre (früher hatte ich öfters eine Lippenherpes- nun schon längere Zeit nicht mehr.) Vielen Dank
Lucija Markovic: Ja, in Ihrem Alter ist eine Impfung gegen Herpes zoster grundsätzlich sinnvoll – auch wenn Sie früher bereits einmal eine Gürtelrose hatten. Eine durchgemachte Erkrankung schützt nämlich nicht zuverlässig vor einem erneuten Auftreten.
Wieso empfiehlt man die Impfung gegen Gürtelrose erst im höherern Alter ? Meine Tochter hatte grad kürzlich eine Gürtelrose mit 48Jahren! Und ist die Impfung nach überstandener Gürtelrose noch zu empfehlen?
Lucija Markovic: Die Impfung gegen Herpes zoster wird meist erst ab etwa 50 Jahren empfohlen, da das Risiko für eine Reaktivierung des Varicella-zoster virus und für Komplikationen mit zunehmendem Alter steigt. Auch jüngere Menschen können eine Gürtelrose entwickeln. Mögliche Auslöser sind z.B. starker Stress, Infekte, körperliche oder psychische Belastung oder eine vorübergehend geschwächte Immunabwehr. Auch nach einer überstandenen Gürtelrose ist eine Impfung sinnvoll, da die Erkrankung nicht zuverlässig vor einem erneuten Auftreten schützt. Sie wird in der Regel einige Monate nach vollständiger Abheilung empfohlen.
Muss ich mich trotzdem gegen Gürtelrose im hohen Alter 77 J. noch impfen. Hatte diese als Kind und die Scherzen waren heftig und hielten Jahre an ..? Danke für die Antwort.
Tobias Schneider: Die Empfehlung ist generell klar für eine Impfung, gerade in Ihrem Alter, da das Risiko auch für eine erneute Infektion mit zunehmendem Alter steigt. Bzgl. ihrer persönlichen Risiko Faktoren sollten sie sich mit Ihrem Hausarzt besprechen. Grundsätzlich gilt klare Empfehlung auch bei durchgemachter Infektion besonders in Ihrem Alter.
Kann Herpes auch in den Ohren und der Nase vorkommen?
Lucija Markovic: Ja. Herpes zoster kann auch im Bereich von Ohren und Nase auftreten, wenn das Varicella-zoster virus entlang bestimmter Hirnnerven reaktiviert wird. In diesem Fall sollte man sich zeitlich bei einem Arzt vorstellen, um weitere Komplikationen zu vermeiden/auszuschliessen.
Haben Aphten im Mund auch mit dem Herpesvirus zu tun? Danke im Voraus für Ihre Antwort.
Jawid Jalal: Aphthen können eine Ausprägungsvariante von Herpes simplex-Viren sein. Häufig treten Aphthen bei Erstinfektion auf. Allerdings haben Aphthen auch eine Reihe von anderen möglichen Ursachen. Ein direkter Zusammenhang ist ohne weitere Informationen nicht herzustellen.
Grüessech Ich habe von Zeit zu Zeit seit Jahren zB am hinteren Oberschenkel (Gesässhöhe) einen Schmerz, der sich anfühlt, als hätte ich dort die Haut verbrennt. Man sieht nichts. Berührungen, zB durch Stoff, schmerzen. Nach ein paar Tagen geht es wieder weg. Könnte es sich dabei um eine Art Gürtelrose handeln? Sollte ich einen Arzt aufsuchen? Besten Dank im voraus für Ihr Feedback. Liebe Grüsse
Jawid Jalal: Grundsätzlich gibt es die sogenannte Herpes sin herpete. Das ist eine Gürtelrose-Erkrankung mit denselben Schmerzen und demselben Verteilmuster, jedoch ohne das Auftreten der typischen Hautbefunden. Klären Sie dies mit Ihrem Hausarzt ab.
Braucht es eine Wiederhohlung der Gürtelrose Impfung???
Jawid Jalal: Ja, eine 2. Impfung ist empfohlen 2 Monate nach der 1. Impfung.
Empfehlen Sie die Impfung gegen Windpocken, damit später nicht eine Gürtelrose entstehen kann?
Carolin Xander: Die Impfung gegen Windpocken wird in erster Linie empfohlen, um einer Erstinfektion im Jugendalter bzw. Erwachsenenalter und dem in diesem Alter höheren Risiko für Komplikationen entgegenzuwirken. Das Auftreten einer Gürtelrose wird dadurch nicht direkt verhindert. Hierfür stehen jedoch ebenfalls Impfstoffe zur Verfügung, die standardmässig ab 65 Jahren empfohlen werden, bei Immunsupprimierten bereits ab 50 Jahren, sowie bei erhöhten individuellen Risikofaktoren bereits ab 18 Jahren.
Jawid Jalal: Ja, das BAG empfiehlt allen Personen ab 13 Monaten bis 39 Jahren die Impfung gegen Windpocken. Ausser, man hat die Erkrankung (Windpocken) schon durchgemacht und eine natürliche Immunität aufgebaut.
Ist es so, dass Herpes für Babys gefährlich sein kann? Wie kann ich mein Baby schützen?
Jawid Jalal: Die Herpes-Viren (Herpes simplex wie auch Herpes zoster) sind allgegenwärtig. Der einzige wirksame Schutz gegen eine Ansteckung mit Varizella Zoster-Viren ist ein Impfschutz des Individuums sowie eine gute Durchimpfungsrate in der Bevölkerung. Für das Herpes simplex gibt es aktuell keine Impfung.
Guten Tag Ich habe nur selten Herpes, aber meine Lippe ist bereits am zweiten Tag stark geschwollen. Ist diese schnelle Schwellung normal? Welche Massnahmen würden Sie empfehlen, um die Beschwerden zu lindern? Freundliche Grüsse
Jawid Jalal: Grundsätzlich ist eine Immunschwäche für eine Reaktivierung der Herpes Viren verantwortlich. Dies kann angeboren, erworben oder auch episodisch im Rahmen von z.B. Stress-Situationen auftreten. Im Grunde genommen gelten dieselben Empfehlungen, wie zur allgemeinen Erkältungs-/Stressvorbeugung. Eine frühzeitige Behandlung (mittels antiviraler Crème oder ggf. antiviraler Medikamente) kann den Krankheitsverlauf verkürzen und lindern.
Guten Tag – Was kann man tun gegen ständig wiederkehrende Fieberbläschen an Kinn, Backen oder Ohren (trotz Hautpflege, L-Lysin Einnahme etc.)? – Herpes kann ja gerade für Neugeborene sehr gefährlich sein. Gibt es da ein Mittel, wenn man selbst stark und oft von Herpes betroffen ist, dies während der Zeit zu unterdrücken, um Bebes nicht zu gefährden? Besten Dank im Voraus und liebe Grüsse
Carolin Xander: Guten Abend. Bei häufigen Herpes-Rezidiven (> 6x pro Jahr) kann eine Prophylaxe mit Valaciclovir 500 mg täglich für ein Jahr erfolgen.
Guten Tag, wenn ich ein offenes Fieberbläschen habe, kann ich den Virus auf die Genitalien übertragen? Liebe Grüsse
Carolin Xander: Guten Abend. Bei Vorliegen von Fieberbläschen besteht das Risiko einer Übertragung auf andere Körperareale. Die Übertragung ist sowohl über direkten Hautkontakt möglich, als auch durch Kontakt mit den Fingern/Händen, so dass auch auf eine gute Händehygiene (Händewaschen nach direktem Kontakt mit den Herpesbläschen und ggf. Händedesinfektion) zu achten ist.
Gibt es eine obere Altersgrenze für die Impfung gegen Gürtelrose?
Jawid Jalal: Das BAG empfiehlt eine Impfung ab 65 Jahren. Da die Lebenszeit stark variiert, ist keine obere Grenze gesetzt.
Würden Sie die Gürtelrose Impfung vor 60 Jahren empfehlen, wenn in der Familie (Mutter) bereits Gürtelrose vorkommt und man selber Windpocken hatte?
Carolin Xander: Prinzipiell stellt eine in der Familie aufgetretene Gürtelrose kein erhöhtes Risiko für Sie dar. Bei fehlenden persönlichen Risikofaktoren wie bspw. Immunsuppression (durch Medikamente oder Krankheit), wird die Impfung gegen Gürtelrose weiterhin ab 65 Jahren empfohlen.
Kann ein Herpes simplex labiali s beim Oralverkehr in den Genitalbereich übertragen werden und ist dann einfach ein Herpes simplex 1 im Genitalbereich? Und damit «Bruder oder Schwester» des HSV 2?
Bettina Decurtins: Oft wird in Büchern noch geschrieben, dass der Herpes simplex Typ 1 die Fieberbläschen am Mund (Lippenherpes) und der Typ 2 den Genitalherpes auslöst. Jedoch kann es durchaus sein, dass es durch Schleimhautkontakte wie Oralverkehr auch einmal andersherum ist. Vom Aussehen der Fieberblasen kann man nicht unterscheiden, ob es Typ 1 oder 2 ist. Das macht die zwei Typen wirklich etwas zu Geschwistern, wie sie das vergleichen.
Sehr geehrte Damen und Herren Ich möchte gerne meine 17-jährige Tochter mit Trisomie 21, nach Leukämie mit Stammzellen-Transplantation vor 8 Jahren gegen Gürtelrose impfen. Macht das Sinn und wenn ja wann?
Jawid Jalal: Ihre Tochter zählt ggf. zur Risikogruppe. Für Risikogruppen gelten andere Empfehlungen des BAG als für die Allgemeinbevölkerung. Ich empfehle, dies mit Ihrem Hausarzt abzuklären.
Bei mir kommt es ab und zu vor, dass ich eine kleine Fieberblase habe. Was ist die wirksamste Salbe zur Linderung? Meine Frau schwört auf Mundisal. Aber ich denke es gibt wahrscheinlich noch wirksamere Salben. Vielen Dank
Jawid Jalal: Die Wirksamkeit von antiviralen Crème-Therapien ist gut belegt. Eine verbreitete antivirale Crème ist «Zovirax».
Bei welchen Vorerkrankungen wird die Impfung gegen Gürtelrose empfohlen? Danke und Gruss
Bettina Decurtins: Die Impfung ist für Personen ab 65 Jahren empfohlen. Bei gewissen Personen kann aber auch schon eine frühere Impfung sinnvoll sein, insbesondere wenn das Immunsystem durch Erkrankungen oder Medikamente (Cortison, Biologika, Immunsuppressiva oder weitere) beeinträchtigt ist. Besprechen Sie dies mit Ihrem Hausarzt oder Dermatologen.
Jawid Jalal: Grundsätzlich bei allen Erkrankungen, die eine Immunschwäche bewirken (insbesondere zelluläre Immunschwäche). Das ist eine Lange Liste an Erkrankungen; eine Auswahl:
- HIV-positive Personen,
- Personen mit einer Nierenerkrankung im Endstadium bzw. bei Dialyse,
- Personen unter Biologika, Azathioprin, niedrig dosiertem Methotrexat oder niedrig dosierter Kortikosteroid-Erhaltungstherapie sowie Patientinnen und Patienten mit anderen Grunderkrankungen, welche die (insbesondere zelluläre) Immunität beeinträchtigen. Dazu gehören zum Beispiel auch Patientinnen und Patienten mit Rheumatoider Arthritis, schwerem Asthma / COPD, ungenügend eingestelltem Diabetes mellitus Typ 1 und weiteren Autoimmunerkrankungen.
Was ist denn die Ursache dafür, dass die Gürtelrose ausbricht?
Lucija Markovic: Die Ursache für eine Herpes zoster ist die Reaktivierung des Varicella-zoster virus. Dieses Virus bleibt nach einer früheren Varicella (Windpocken) lebenslang „schlafend“ in den Nervenzellen im Körper vorhanden. Wenn die Immunabwehr gegen das Virus nachlässt, kann es wieder aktiv werden. Begünstigende Faktoren können zum Beispiel starker Stress, Krankheit, eine geschwächte Immunabwehr oder starke körperliche Belastung sein.
Guten Abend Ich hatte letztes Jahr die Gürtelrose Impfung gemacht, da mein Vater eine chronische Gürtelrose hatte. Wielange ist der Schutz gewährleistet oder muss man die Impfung nach ein paar Jahren wiederholen? Besten Dank Freundliche Grüsse
Jawid Jalal: Die Impfung sollte in 2 Dosen erfolgen in einem Abstand von 2 Monaten. Die Impfung (Shingrix) ist eher neu und es liegen noch keine jahrzehntelange Studienergebnisse vor. Aus den vorhandenen Langzeitstudien wissen wir, dass spezifische Antikörper (Abwehr des Immunsystems gegen das Virus) gegen Herpes Zoster Viren bis zu 6x höher waren bei geimpften Personen im Vergleich zu ungeimpften Personen. Extrapoliert nimmt man an, dass diese Ergebnisse auch übertragbar wären auf eine Dauer von mindestens 20 Jahren. Es gab mehrere grosse Studien zur Wirksamkeit von der Gürtelrose-Impfung. Die Studien umfassten mehrere Tausend Personen und beobachteten über mehrere Jahre, ob eine Gürtelrose-Erkrankung aufgetreten ist. Bei den geimpften Personen trat die Erkrankung mit einer Inzidenzrate von 0,3 pro 1000 Personenjahre auf; bei den Nicht-geimpften trat die Erkrankung mit einer Inzidenzrate von 9,1 pro 1000 Personenjahre auf. Dies belegt eine deutliche Wirksamkeit der Impfung. Anders ausgedrückt: Von 15'411 Personen erkrankten innert 3 Jahren insgesamt 6 Personen mit vorgängiger Impfung und 210 Personen ohne Impfung. Das ist eine beträchtliche Zahl, die für die gute Wirksamkeit der Impfung spricht.
Liebes Beratungs-Team Zu wieviel Prozent schützt eine Gürtelrose-Impfung vor dem Ausbruch einer Erkrankung?
Jawid Jalal: Es gab mehrere grosse Studien zur Wirksamkeit von der Gürtelrose-Impfung. Die Studien umfassten mehrere Tausend Personen und beobachteten über mehrere Jahre, ob eine Gürtelrose-Erkrankung aufgetreten ist. Bei den geimpften Personen trat die Erkrankung mit einer Inzidenzrate von 0,3 pro 1000 Personenjahre auf; bei den Nicht-geimpften trat die Erkrankung mit einer Inzidenzrate von 9,1 pro 1000 Personenjahre auf. Dies belegt eine deutliche Wirksamkeit der Impfung. Anders ausgedrückt: Von 15'411 Personen erkrankten innert 3 Jahren insgesamt 6 Personen mit vorgängiger Impfung und 210 Personen ohne Impfung. Das ist eine beträchtliche Zahl, die für die gute Wirksamkeit der Impfung spricht.
Guten Tag Ist es möglich, dass es Herpes Ausschläge am Finger geben kann? Ich habe so kleine «Luftblasen» unter der Haut. Danke
Lucija Markovic: Ja- typisch sind starke Schmerzen, Rötung, Schwellung und kleine gruppierte Bläschen am Finger oder rund um den Nagel.
Warum übernehmen die Krankenkassen in der Schweiz die Gürtelrose (oder Herpes zoster) Impfung erst ab 50 Jahren? In anderen Ländern wir Deutschland wird das schon früher übernommen. Ändert sich in der Schweiz diese Regelung bald?
Jawid Jalal: In Fragestellungen um Impfempfehlungen spielen nebst medizinischen Aspekten immer auch politische/gesellschaftliche sowie ökonomische Fragen eine Rolle. Dies ist je nach Land unterschiedlich. Wie sich das in der Schweiz verändern wird, ist nicht vorherzusagen.
Ich bin Herzkrank und 59 Jahre alt. Bezahlt die Krankenkasse die Gürtelrose Impfung?
Jawid Jalal: Formell gehört gemäss BAG zur Risikogruppe (für Personen > 50 Jahre): Patientinnen und Patienten mit Grunderkrankungen, welche die (insbesondere zelluläre) Immunität beeinträchtigen. Dazu gehören zum Beispiel auch Patientinnen und Patienten mit Rheumatoider Arthritis, schwerem Asthma / COPD, ungenügend eingestelltem Diabetes mellitus Typ 1 und weiteren Autoimmunerkrankungen. Eine Herzerkrankung ist keine Autoimmunerkrankung und ist nicht spezifisch aufgelistet. Streng genommen, wäre dies somit keine klare Indikation für eine Impfung mit 59 Jahren. Allerdings kann in Ausnahmefällen (z.B. bei weiteren Grunderkrankungen, persönliche Vorgeschichte im Zusammenhang mit Gürtelrose-Erkrankung etc.) eine Kostenübernahme nach vorgängiger Rücksprache mit der Krankenkasse erfolgen. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Hausarzt.
Wie kann ich Genitalherpes behandeln
Lucija Markovic: Bei Beschwerden sollte man sich ärztlich vorstellen, damit frühzeitig eine Therapie begonnen werden kann. Bei einer Erstinfektion mit Genital herpes wird meist eine antivirale Therapie mit Aciclovir empfohlen. Möglich sind zum Beispiel 200 mg 5x täglich für 5–10 Tage oder 400 mg 3x täglich für etwa 7–10 Tage.
Ich hatte im Herbst 2024, mit 52, eine Gürtelrose. Der Ausschlag war nur klein, etwa 5 cm. Leider hatte ich es verpasst, rechtzeitig einen Arzttermin zu machen, da mich der Hautausschlag nicht beunruhigte. Da der Ausschlag schmerzhaft war, bin ich dann trotzdem zum Arzt gegangen, zu einem Stellvertreter. Für Tabletten war es aber zu spät. Die Gürtelrose ist problemlos abgeheilt. Ich habe mich nun gefragt, ob es eventuell sinnvoll wäre, mich Impfen zu lassen oder nicht. Meinen Hausarzt konnte ich diesbezüglich noch nicht fragen, was seine Meinung dazu ist, da ich keine regelässigen Termine bei ihm habe.
Jawid Jalal: Grundsätzlich nimmt die Kompetenz des Immunsystems mit dem Alter ab, weswegen das BAG eine untere Altersgrenze festgelegt hat für die Impfempfehlungen bezüglich Herpes zoster. Formell ist die Impfung erst ab 65 Jahren empfohlen und wird von der Krankenkasse übernommen. Grundsätzlich kann eine Impfung vor 65 Jahren schon sinnvoll sein, allerdings wird dies nicht von der Krankenkasse übernommen (Preis für 2 Impfdosen >300.- CHF), ausser sie gehören einer Risikogruppe an.
Hallo. Ich habe seit Kind Lippenherpes, bzw. Fieberbläschen. Heute bin ich 38 Jahre alt und habe dies nur noch sehr selten. Ca. 2mal im Jahr, meist verbunden mit Erkältungs- oder Grippesymptomen. Ich bin mit einem Bruder und einer Schwester aufgewachsen und mich wundert es, dass nur ich das habe. Es ist ja ansteckend, bzw. die Flüssigkeit darin. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Geschwister oder Eltern nie damit in Kontakt kamen? Oder kann es sein, dass sich gewisse Menschen damit nicht anstecken? Oder haben sie den Virus in sich und er bricht nie aus? ...ist es richtig, auf Küssen (etc.) zu verzichten, solange ich ein Fieberbläschen habe?
Jawid Jalal: Jedes Individuum ist anders, auch unter Geschwistern/Familienmitgliedern. Die Durchseuchungsrate von Herpes simplex (Fieberbläschen) ist sehr hoch in unserer Bevölkerung. Ihre Geschwister hatten sehr wahrscheinlich Kontakt mit dem Virus, jedoch reagiert das Immunsystem jeweils unterschiedlich und führt nicht bei allen zu einem Lippenherpes. Solange Sie aktive Fieberbläschen haben, sind sie jeweils ansteckend (z.B. durch Küssen).
Wie oft kann man an Gürtelrose erkranken?
Bettina Decurtins: Grundsätzlich kann man mehrmals im Leben an einer Gürtelrose erkranken, auch wenn ein zweiter Ausbruch seltener ist. Wie beim Herpesvirus an der Lippe bleibt das Varizella-Zoster-Virus (der Erreger der Gürtelrose) nach der Erstinfektion lebenslang in den Nervenwurzeln. Eine Reaktivierung tritt meist dann auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist – etwa durch Stress, Krankheit, hohes Alter oder Immunsuppression.
Rot gepunkteter Ausschlag auf Kopfhaut unter den Haaren. Immer wieder über Monate einzelne davon, die sich entzünden und kleine Punkt-Narben hinterlassen. Diprosalic Tropfen helfen zwar, damit die entzündeten Punkte schneller abheilen, aber das Problem mit dem Ausschlag und den Entzündungen bleibt bestehen. Gibt dafür keine Therapie welche den Ausschlag als Solchen behandelt?
Jawid Jalal: Anhand der Angaben kann keine klare Diagnose gestellt werden. Diese müsste ein Arzt beurteilen, um festzustellen, um welches Krankheitsbild es sich handelt und welche Therapieoption zu empfehlen wäre.
Ich habe oft Fieberbläschen, hatte als Kind Windpocken und bin 54 Jahre alt. Ist es sinnvoll jetzt schon die Impfung gegen Gürtelrose zu machen? Danke und freundliche Grüsse
Jawid Jalal: Grundsätzlich nimmt die Kompetenz des Immunsystems mit dem Alter ab, weswegen das BAG eine untere Altersgrenze festgelegt hat für die Impfempfehlungen bezüglich Herpes zoster. Formell ist die Impfung erst ab 65 Jahren empfohlen und wird von der Krankenkasse übernommen. Grundsätzlich kann eine Impfung vor 65 Jahren schon sinnvoll sein, allerdings wird dies nicht von der Krankenkasse übernommen (Preis für 2 Impfdosen >300.- CHF), ausser sie gehören einer Risikogruppe an.
Ich habe mich gegen Gürtelrose letztes Jahr impfen lassen. Ich hatte aber noch nie Gürtelrose. Ist die Impfung lebenslang? Braucht es eine Auffrischung? Kann man trotzdem noch Gürtelrose bekommen, ev in abgeschwächter Form. Wenn man sie trotzdem bekommt, spielt dann der Faktor Zeit eine Rolle oder ist das dann nicht mehr so wichtig? Lieber Gruss
Die Impfung (Shingrix) ist eher neu und es liegen noch keine jahrzehntelange Studienergebnisse vor. Aus den vorhandenen Langzeitstudien wissen wir, dass spezifische Antikörper (Abwehr des Immunsystems gegen das Virus) gegen Herpes Zoster Viren bis zu 6x höher waren bei geimpften Personen im Vergleich zu ungeimpften Personen. Extrapoliert nimmt man an, dass diese Ergebnisse auch übertragbar wären auf eine Dauer von mindestens 20 Jahren.
Es gab mehrere grosse Studien zur Wirksamkeit von der Gürtelrose-Impfung. Die Studien umfassten mehrere Tausend Personen und beobachteten über mehrere Jahre, ob eine Gürtelrose-Erkrankung aufgetreten ist. Bei den geimpften Personen trat die Erkrankung mit einer Inzidenzrate von 0,3 pro 1000 Personenjahre auf; bei den Nicht-geimpften trat die Erkrankung mit einer Inzidenzrate von 9,1 pro 1000 Personenjahre auf. Dies belegt eine deutliche Wirksamkeit der Impfung.
Anders ausgedrückt: Von 15'411 Personen erkrankten innert 3 Jahren insgesamt 6 Personen mit vorgängiger Impfung und 210 Personen ohne Impfung. Das ist eine beträchtliche Zahl, die für die gute Wirksamkeit der Impfung spricht.
Guten Abend Als Jugendliche war ich an Varizellen erkrankt. Nun, ü50 habe ich mit meinen HA bezüglich Impfung gesprochen. Er hat abgeraten. Was meinen Sie? Könnte eine Impfung vielleicht einen Zoster auslösen? Besten Dank!
Jawid Jalal: Eine Impfung sollte keine aktive Erkrankung auslösen. Es werden nur Bestandteile des Virus injiziert. Somit geraten keine lebendige, funktionierende Viren in den Körper. Das BAG empfiehlt die Impfung für Gesunde Personen ab 65 Jahren. Dann übernimmt es auch die Krankenkasse. Eine frühzeitigere Impfung ist möglich, sollte jedoch mit dem Arzt rückgesprochen werden und müsste leider selber finanziert werden (>300.- CHF für 2 Dosen).
Frage zum Thema Gürtelrose Ich, 56 Jahre, gesund, hatte bereits mit Anfang 20 Gürtelrose, damals allerdings nur mit wenigen Bläschen und ohne Schmerzen. Vor drei Wochen wurde bei mir erneut Gürtelrose diagnostiziert. Bereits einige Tage vor dem Auftreten der ersten Bläschen hatte ich unspezifische Schmerzen unterhalb der rechten Rippen. Da ich mich im Ausland befand, suchte ich erst am 4. Tag (morgens) nach Auftreten der ersten Bläschen (Bauch) einen Arzt auf – ich vermutete Insektenstiche. Der Arzt verordnete Aciclovir 800 mg alle 4–5 Stunden für 7 Tage. Nach meiner Rückkehr in die Schweiz verschrieb mir mein HA Valaciclovir 1000 mg dreimal täglich für 4 Tage (insgesamt 11 Tage antivirales Medikament) sowie Amitriptylin 25 mg abends gegen die Nervenschmerzen. Der Hautausschlag ist inzwischen abgeheilt. Die Nervenschmerzen sind unter Amitriptylin deutlich besser, treten aber weiterhin beim tiefen Einatmen und bei Drehbewegungen des Oberkörpers auf. Zudem besteht eine Überempfindlichkeit der Haut im Bereich der Rippen. Insgesamt fühle ich mich noch etwas geschwächt. Meine Fragen: Mein HA empfiehlt eine sofortige Impfung gegen Gürtelrose. Wäre es nicht sinnvoll einige Monate abzuwarten? Wie lange sollte Amitriptylin eingenommen werden, um eine PZN zu verhindern? Ist die Dosis von 25 mg abends dafür angemessen? Besten Dank für Ihre Einschätzung
Tobias Schneider: Eine Impfung empfiehlt sich nach vollständiger Abheilung der akuten Erkrankung. Leitlinien empfehlen häufig nach 6-12 Monaten. Wenn sie Amitriptylin gut vertragen spricht nichts gegen eine längere Einnahme. Die Dosis von 25mg am Abend ist typisch für die Behandlung von Nervenschmerzen. Sie können mit Ihrem HA aber auch einen Auslassversuch nach 3-6 Monaten besprechen um zu schauen ob das Medikament weiter notwendig ist. Ein Wiederbeginn ist dann problemlos möglich, sollten die Schmerzen stark sein. Bzgl. der Hautempfindlichkeit könnte man noch topisch Lokalanästheika Pflaster probieren (Lidocain 5%) oder auch eine Capsaicin Salbe. Wichtig die Bläschen sollten hier abgeheilt sein. Auch die Applikation von hoch dosiertem Capsaicin ist eine Alternative. Hier benötigen sie aber eine Beratung durch einen Schmerzspezialisten und eine vorausgehende Kostengutsprache durch Ihren Versicherer.
Ich hatte vor 25J. einen Herpes Zoster! (Trennung nach langer Beziehung u. Mobbing am Arbeitplatz) Einseitige Gesichts-Lähmung (Fazialisparese) rechts, auch Lähmung des Augenlid. Mehr als 1 Jahr wurde ich therapiert. Heute noch sieht man die Rest-Lähmung am Mundwinkel. Vor 3 Wochen hatte ich seit langem wiedermal ein Bläschen an der Lippe. Vor 2 Monaten bekam ich vom Hausarzt die 1.Herpes Impfung. Sofort danach Schwindel und ich kollabierte. In 4 Wochen wäre die 2. Herpes-Impfung geplant... Ich habe Bedenken/Angst. Meine Frage, Habe ich genügend Schutz mit nur 1-ner Impfung? Besten Dank für Ihre Antwort!
Jawid Jalal: Das BAG sowie die Hersteller der Impfstoffe empfehlen klar eine 2. Dosis zum Aufbau eines ausreichenden Impfschutzes. Der Schutz mit nur einer Impfdosis ist nicht ausreichend im Vergleich zur 2-Dosis-Impfung.
Hatte vor zwei Jahren Fusspilz das mit einer vermutlich Kortison Salbe behandelt wurde. Nach fast einem Jahr hatte ich ihn endlich besiegt. Seither habe ich allerdings extreme krustige Hornhautbildung die sich vorallem an den Versen bis auf das Fleisch spaltet. Wenn ich die Hornhaut aufgeweicht entferne wird es noch schlimmer. Ich benütze Antihornhaut Salbe von School und 30% Urea Salbe von Eucena. Was ist das Problem? Wie werde ich diese Hornhaut wieder los. Vielen Dank
Jawid Jalal: Hierbei handelt es sich um ein häufiges, jedoch kein virales Problem im Sinne einer Varizella Zoster-Infektion. Ich empfehle eine ärztliche Konsultation.
Mit welchen Nebenwirkungen muss bei der Impfung gerechnet werden. Wie häufig sind diese?
Jawid Jalal: Impfnebenwirkungen bei der Shingrix-Impfung (Handelsname der Gürtelrose-Impfung) sind nicht selten, jedoch in der Regel harmlos und selbstlimitierend. Häufig gibt es lokale Reaktionen (Schmerzen, Rötung, Schwellung an der Injektionsstelle), auch grippeähnliche Symptome sind häufig. Die Nebenwirkungen treten auf mit einer Rate von bis zu über 50%, sind jedoch in der Regel harmlos und es kommt rasch zu einer Besserung der Symptome.
Guten Tag und besten Dank für den interessanten Beitrag. Ich (43 Jahre alt) habe seit Kindheit zwei bis drei Mal pro Jahr Lippen- und Nasenherpes. Habe ich dadurch ein erhöhtes Risiko für Gürtelrose bzw. wäre es sinnvoll die Impfung früher als 65 zu machen? Ansonsten habe ich soweit ein gutes Immunsystem und bin wenig krank. Vielen Dank.
Jawid Jalal: Beim umgangssprachlichen Lippenherpes handelt es sich in der Regel um eine Reaktivierung einer Herpes simplex-Infektion. Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine Reaktivierung einer Herpes zoster-Infektion. Somit handelt es sich um zwei unterschiedliche Erkrankungen. Die Viren heissen ähnlich, da sie beide derselben Virengruppe angehören (Humane Herpesviren).
Ein exakt kreisrunder Hautausschlag, grösser als ein Fünfliber im Nacken. Was könnte das sein? Die Haut ist rot, trocken und mit kleinen porengrossen Pusteln übersäht. Juckt nicht.
Jawid Jalal: Singuläre Hautläsionen sind nicht typisch für eine Gürtelrose-Infektion, jedoch gibt es auch atypische Varianten. Es gibt viele Ursachen für den beschriebenen Hautausschlag. Für eine klarere Diagnosestellung bedarf es einer ärztlichen Konsultation.
Vor 10 Jahren hatte ich auf der linken Körper Hälfte Brustmitte bis li unteres Schulter Blatt eine heftige Gürtelrose. Nun habe ich noch immer in der Rücken Gegend ein starkes beissen. Ich könnte mich wundkratzen. Zudem sind die Blutwerte Entzündung D Dimere stark erhöht 1200 oberer Norm Wert ist mit 500 angegeben. Was kann ich machen? Bregabaline nehmen? Eine Menthollotion bringt mir kurzfristige Linderung. Zudem habe ich vor ca.2 Jahren die Impfung gegen Gürtelrose gemacht, danach hatte ich eine Woche später ein rezidiv am linken Handgelenk. Es macht mir das Leben schwer.
Jawid Jalal: Eine Gürtelrose-Erkrankung äussert sich in der Regel mit einem Hautbefund an jeweils derselben Stelle. Es ist fraglich, ob es sich bei den beiden beschriebenen Hautläsionen um dieselbe Erkrankung handelt. Bei komplexen Gürtelrose-Erkrankungen mit Komplikationen sowie stark symptomatischen Hautbefunden ist stets eine ärztliche Konsultation zu empfehlen.
Ich hatte über 10x Genitalherpes, immer an der selben Stelle. Seither habe ich einen Nervenschmerz an dieser Stelle, der immerzu schmerzt (mittlerweile seit 10 Jahren). Insbesondere längeres Sitzen verstärkt den Schmerz. Gibt es eine Möglichkeit, etwas gegen diesen Nervenschmerz zu unternehmen? Zur Vorbeugung nehme ich Valacivir und ich habe eine Zeitlang Lyrica ausprobiert, aber der Schmerz bleibt. Was gibt es noch für Möglichkeiten?
Tobias Schneider: Die Behandlung von Nervenschmerzen ist häufig nicht einfach, dennoch gibt es über das Lyrica (Pregabalin) hinaus noch einige weitere medikamentöse, topische und auch sogenannte Interventionelle Behandlungsmöglichkeiten. Wenn wie bei Ihnen die sogenannten Pentinoide keinen Effekt hatten käme z.B. ein Therapieversuch mit trizyklischen Antidepressiva in Betracht. Vorsicht: NEIN keine Behandlung einer Depression! Man nutzt bei diesen Medikamenten den Effekt der Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahme Hemmung. Diese beiden Botenstoffe spielen auch bei Nervenschmerzen eine wichtige Rolle. Wenn gezielt ein Nerv im Genitalbereich betroffen ist, könnte auch eine diagnostische Blockade dieses Nerven zusätzliche Erkenntnisse bringen. Wenn man den Schmerzgenerator eingrenzen kann ergeben sich im Anschluss erneut therapeutische Optionen. Grundsätzlich empfehle ich Ihnen sich einmal Schmerztherapeutisch beraten zu lassen, sollte Lyrica das bisher einzige Medikament gewesen sein, dass sie eingenommen haben um Ihre Nervenschmerzen zu lindern.
Guten Tag, ich habe eine Frage an die Dermatologinnen: Wie soll man die ehemaligen Bläschen im Gesicht (Nase, Schläfe, Mundbereich) nach einer starken Gürtelroseerkrankung behandeln bzw. pflegen, damit die Haut schön bleibt und keine «Narben» bzw. dunklen Flecken zurückbleiben? Danke für Tipps!
Bettina Decurtins: Das Wichtigste ist eine sofortige antivirale Therapie beim Arzt – je früher, desto weniger Gewebeschaden und desto besser heilen die Stellen. Während der Heilung sollten die Krusten möglichst nicht aufgekratzt und mit einer Feuchigkeitscreme gepflegt werden. Während der aktiven Entzündung und bis zu 12 Monate danach ist ein konsequenter Sonnenschutz (LSF 50+) wichtig, da UV-Licht die Narben dunkler färben kann. Sollten dann doch noch sichtbare und störende Narben bleiben, kann eine Lasertherapie erwogen werden.
Ich bin 82 und gesund und ziemlich fit. Soll ich eine Impfung machen? Vielen Dank
Bettina Decurtins: Ab 65 Jahren steigt das Risiko für eine Gürtelrose wie auch für deren Komplikationen wie die postherpetischen Schmerzen. Um dieses Risiko zu reduzieren, ist für Sie die Impfung empfohlen. Bei Unsicherheiten empfehle ich eine Rücksprache mit Ihrem Hausarzt.
Ich bin 65jährig und habe öfters sehr hartnäckige Lippenherpes. Ich habe schon sehr viele Salben und auch Burgerstein-Produkt ausprobiert Ist es möglich, dass dies im Zusammenhang steht mit meiner Immunsuppressiva- Therapie, welche ich schon seit 2018 habe? Was könnten Sie mir empfehlen?
Carolin Xander: Eine immunsuppressive Therapie kann das wiederholte Auftreten eines Herpes begünstigen. Abhängig von der Anzahl der Rezidive pro Jahr (> 6x pro Jahr) kann eine Dauerprophylaxe für 1 Jahr mit Valaciclovir erfolgen.
Wie lange nach Gürtelroseerkrankung warten mit Impfung gegen Gürtelrose?
Lucija Markovic: Nachdem die Gürtelrose vollständig «abgeheilt ist». Empfohlen wird nach 6-12 Monaten.
Kann eine akute Herpeserkrankung der Lippen auch an andere Orte verschleppt werden (z.B. Nasenschleimhaut, Augen)?
Carolin Xander: Ja, eine Übertragung des Lippenherpes an andere Lokalisationen wie Nasenschleimhaut, Augen oder Genitalbereich ist möglich. Entsprechend sollte auch direkten Hautkontakt mit dem betoffenen Areal verzichtet werden und, nach Kontakt mit den Händen/Fingern auf eine gute Handhygiene (Händewaschen, allenfalls Desinfektion) geachtet werden.
Guten Tag Ist es sinnvoll, sich bereits mit 38 Jahren impfen zu lassen? Die wilden Blateren habe ich als Kind durchgemacht. Besten Dank für Ihre Einschätzung und freundliche Grüsse.
Bettina Decurtins: Es gibt verschiedene Situationen, in welchen das Risiko für eine Gürtelrose und die Komplikationen davon steigen. Das Alter über 65 Jahre ist eine davon. Bei gewissen Krankheiten und Medikamenten kann aber eine frühere Impfung durchaus Sinn machen. Sollten Sie Therapien benötigen, empfehle ich Ihnen, die Möglichkeit der Impfung mit Ihrem Arzt zu besprechen.
Ich hatte Kopfrose vor ca. 4 Jahren und habe seither immer noch starken Juckreiz oberhalb der rechten Augenbraue. Was hilft dagegen. Ich bin 79, wäre eine Impfung ratsam. Fg
Tobias Schneider: Gegen den Juckreiz kämen aus Schmerzmedizinischer Sicht topische Behandlungsversuch in Betracht. Das Ansprechen ist aber sehr individuell. Zur Anwendung kommen lokal Anästhetika Gel, Capsaicin Creme, sequentielle subcutane Infiltrationen wären eine etwas invasivere Option. Bei therapierefraktären Fällen gibt es auch Fallbeschreibungen von Patienten die gut auf eine Behandlung mit Botulinum Toxin angesprochen haben. Der Gesichtsbereich ist aber ein heikler und braucht immer die individuelle Patientenberatung was empfohlen werden kann. Es gibt aber durchaus Optionen auch bei hartnäckigem Juckreiz. Die Impfung bleibt empfohlen.
Ich habe seit Jahrzehnten immer wieder Ausbrüche von Gürtelrose, welche mit sofortiger Anwendung von Valtrex Tabl. und Zovirax Salbe kontrolliert werden kann. Im Herbst 2025 liess ich mich deshalb 1x impfen. Im Dez. 25 gab es aber erneut einen Ausbruch mit Bläschen, trotz Impfung. Darauf meinte der Dermatologe, es sei Herpes und nicht Gürtelrose. Was ist der Unterschied?
Carolin Xander: Herpes simplex und Herpes zoster werden jeweils durch Humane Herpes Viren (HHV) hervorgerufen, jedoch von unterschiedlichen Typen. Herpes simplex stellt die auch als Fieberbläschen bekannten, wiederholt auftretenden Bläschen dar, welche bei einem Grossteil der Menschen an den Lippen oder im Genitalbereich auftreten. Herpes Zoster – auch Gürtelrose genannt – wird durch das gleiche Virus wie die Windpocken hervorgerufen und stellt das Rezidiv des Windpocken-Virus dar.
Ich hatte a. 1.12.25 Gürtelrose. Ging sofort zum Arzt Nach 3 Woche war die Gürtelrose vorbei. Dann kamen die Nervenscmerzen An der gleichen Stelle. Ich hatte verschiedene Medikamente erhalten. 2x habe ich Quentas Pflaster von der Schmerzklinik erhalten. Blutdruck Erhöhung morgens und abends bis zu 200/80-90 Warum diesen hohen Blutdruck.?? Was kann man machen.? Vielen Dank für die Rückmeldung
Tobias Schneider: Wenn ich sie richtig verstehe haben sie die erhöhten Blutdrücke seit der Anwendung des Qutenza (Capsaizin, hoch dosierter Pfefferextrakt) Pflaster bemerkt. Das Pflaster kann während seiner Anwendung für 1-2 Stunden selbst einen Schmerzreiz auslösen, welcher mit erhöhten Blutdrücken einhergehen kann. Dauerhaft erhöhte Blutdrücke durch Qutenza sind allerdings nicht beschrieben. Hier müssten sie mit Ihrem Hausarzt noch einmal auf Ursachen Suche gehen, bzw. zeitnah die Behandlung angehen, da die Werte deutlich zu hoch sind. Hier kann aber auch der dauerhafte Schmerz ein Stressor sein, der zu erhöhten Blutdrücken führt. Wie gesagt, die Pflaster selbst stehen nicht im Verdacht den Blutdruck dauerhaft zu erhöhen.
Ich bin 62. Seit 40 Jahren habe ich Genital Herpes. Kann ich den loswerden?
Bettina Decurtins: Leider nein. Es verhält sich mit dem Genitalherpes-Virus (wie auch Lippenherpes) gleich wie bei dem Varizella zoster Virus: es verbleibt nach der ersten Ansteckung in unserem Körper und kann dort immer mal wieder aktiv werden und sich als Herpes auf der Haut zeigen. Sollten Sie sehr häufige oder heftige Ausbrüche haben, so können Sie mit Ihrem Arzt eine prophylaktische Behandlung mit Tabletten besprechen. Das Ziel ist hierbei, die Anzahl der Ausbrüche zu verringern.
Ich tue mich sehr schwer unseren 7 jährigen Sohn gegen Windpocken impfen zu lassen. ich bin nicht grundsätzlich gegen Impfungen aber hätte ihn die Krankheit lieber durchmachen lassen wie das bei uns noch der Fall war. Aus irgend einem Grund gibt es doch auch all diese Krankheiten. nun sind aber die meisten Kinder geimpft und eine Ansteckung ist schwierig. er hat auch schon 2 Mal mit erkrankten Kindern gespielt in der Vergangenheit, wurde aber danach nicht krank. kann ich ihn vor einer Impfung testen lassen ob er Windpocken vielleicht doch schon hatte? und wenn er geimpft ist hat das einen Zusammenhang mit einer allfällig späteren Gürtelrose im Alter? könnte das einen milderen Verlauf geben mit dem heutigen Stand der Medizin? vielen Dank für Ihre Antwort
Carolin Xander: Guten Abend. Bei einer erfolgten Infektion mit Windpocken sind in erster Linie stets Bläschen auf der Haut zu erwarten. Um Sicherheit zu schaffen, besteht die Möglichkeit, Antikörper im Blut zu testen. Da das Risiko für einen komplikationsreichen Verlauf der Windpocken-Infektion bereits im jungen Erwachsenenalter erhöht ist, wäre bei fehlenden Antikörpern und entsprechend nicht durchgemachter Windpocken-Infektion die Impfung zu empfehlen. Diese schützt jedoch nicht vor einer möglichen Gürtelrose im Verlauf des Lebens, hierfür steht eine weitere Impfung zur Verfügung.
In welchem Zeitabstand wird die 2.Gürtelroseimpfung gemacht? Bei mir waren es knapp 6 Wochen. Bin ich da geschützt? Vielen Dank für ihre Rückmeldung
Lucija Markovic: Die Impfung gegen Herpes zoster besteht aus zwei Dosen. Nach der ersten Dosis wird die zweite in der Regel nach etwa 2 Monaten gegeben. Falls nötig, kann der Abstand auch zwischen 2 und 6 Monaten liegen. Meist empfiehlt man jedoch den 2-Monats-Abstand, da hierzu die meiste Erfahrung vorliegt. Der volle Schutz baut sich etwa 2–4 Wochen nach der zweiten Impfung auf.
Wir suchen eine zweite Meinung: Neurodermitis beim Kind (8 Jahre), Basispflege Antidry Salbe mit drei Tropfen Nachtkerzenöl jeweils morgens und abends und zusätzlich Prednicutan Salbe 2,5 mg/g, sobald sich das Kind über Juckreiz beschwert und die betroffene Stelle am Arm kratzt – seit drei Monaten nur einmal alle 10 bis 14 Tage. Ist das ein sinnovoller und unbedenklicher Einsatz von Prednicutan, auch wenn er nur einmal alle 14 Tage erfolgt? Es scheint so zu wirken und Neurodermitis flammt nicht mehr auf. Oder würden Sie langfristig eine andere Strategie empfehlen? Vielen Dank!
Carolin Xander: Die Anwendung von Prednicutan Salbe alle 10-14 Tage kann bei guter Krankheitskontrolle entsprechend fortgeführt werden.
Guten Tag Ich hatte im Juni 21 eine Gürtelrose am linken Oberkörper/Brust. Es war sehr unangenehm und schmerzhaft. Da ich eine Autoimmunerkrankung habe, wurde ich (55) nach der Erkrankung auf Gürtelrose geimpft. Letzte Woche hatte ich am Rücken der rechten Seite, kleinere Flecken und empfindliche Stellen die auf Berührung schmerzten, die aber nach zwei Tagen wieder verschwanden. Ist es möglich, dass dies obwohl ich geimpft bin, eine Gürtelrose war? Kann man auch mit Impfung Gürtelrose bekommen? Danke für die Antwort. Mit freundlichen Grüssen
Carolin Xander: Guten Abend. Eine Impfung stellt leider keinen 100%-igen Schutz dar, so dass das Auftreten einer Gürtelrose prinzipiell möglich wäre, allerdings in – in der Regel – deutlich abgeschwächter Form. Ein Rezidiv der Gürtelrose wäre in erster Linie an derselben Lokalisation zu erwarten, allerdings letztlich nicht ausgeschlossen werden, dass die Gürtelrose auch in einem anderen Areal auftritt.
Sehr geehrte Damen und Herren Ich leide seit ich 35 war immer wieder an Herpes, anfangs immer nur am rechten Oberschenkel, so 2-Franken-grosse Flecken. Heute 1x im Monat, 5-Rappen-gross, aber an der Vulva oder nahe des Darmausgangs. Ist aber laut einer Untersuchung vor vielen Jahren kein Genital-Herpes, sondern der gleiche wie man an Mund/Backe haben kann. Meine Frage: Würden Sie mir die Impfung gegen Gürtelrose empfehlen? Ich bin 82 J. alt und habe Übung mit der Pflege meiner Herpes-Ausschläge. Herzlichen Dank.
Carolin Xander: Guten Abend. Unabhängig von Ihrer bekannten Herpes-Infektion wäre eine Impfung gegen Gürtelrose ab 65 Jahren zu empfehlen. Leider stellt sie keinen Schutz gegenüber Lippen- oder Genitalherpes dar.
Kann sich eine Gürtelrose auch ohne Ausschlag bemerkbar machen? ZBeisp. im Anfangsstadium nur mit Juckreiz oder brennen?
Carolin Xander: Die Gürtelrose kann sich häufig – noch vor dem Auftreten von Bläschen – mit Juckreiz, brennenden Sensationen oder Schmerzen bemerkbar machen.
Meine 86-jährige Mutter hat eine Gürtelrose, die nun schon in die 5. Woche geht. Die Krankheit verursacht sehr starke Schmerzen, insbesondere auch in der Nacht. Gemäss Arzt ist der Genesungsweg lang. – Wann kann mit Schmerzfreiheit gerechnet werden? – Ist nach durchgemachter Krankheit eine Impfung angezeigt?
Tobias Schneider: Eine gute Schmerztherapie ist tatsächlich von Beginn an wichtig. Wenn insbesondere in der Nacht weiter starke Schmerzen bestehen sollten sie nochmal Kontakt zu Ihrem Arzt such. Sich evtl. auch an einen Schmerzmediziner überweisen lassen. Eine adequate Behandlung von Schmerzen bereits in der Akutphase kann auch das Risiko einer Chronifizierung reduzieren. Bei älteren Patienten versucht man häufig mehrere Ansätze der Schmerzbehandlung zu kombinieren um Dosierungen von Medikamenten niedrig zu halten und so Nebenwirkungen zu minimieren. Welche Medikamente oder lokalen Massnahmen die Richtigen sind kommt aber auf den individuellen Fall an. Eine Impfung macht auch nach durchgemachter Infektion noch Sinn.
Guten Tag, ich hatte im Spätsommer 2021 im Alter von 69 Jahren zum ersten Mal eine Gürtelrose. Ist man danach eine zeitlang immunisiert, oder sollte man trotzdem impfen, wenn ja, wann? Besten Dank für Ihre Info!
Bettina Decurtins: Guten Abend. Sie haben recht, eine Gürtelrose führt zu einem Anstieg der Immunzellen, aber bildet keine ausreichenden Schutz. Daher empfiehlt sich auch nach einer Gürtelrose dennoch eine Impfung. Die Imfpung kann, wenn es Ihnen gut geht und sie keine weiteren Erkrankungen haben, 6 Monate nach der Gürtelrose gegeben werden. Den Entscheid, wann der richtige Zeitpunkt für Sie ist, treffen Sie am Besten mit Ihrem Hausarzt oder Dermatologen.
Muss man ab 65 auch die Gürtelroseimpfung machen, wenn man als Baby die Impfung gegen die Windpocken bekommen hat?
Carolin Xander: Ja, auch nach erfolgter Windpocken-Impfung ist eine Gürtelrose-Impfung ab 65 Jahren empfohlen, da die Windpocken-Impfung vor allem vor einem schweren Verlauf der Windpocken (insbesondere ab dem jungen Erwachsenenalter) schützt, jedoch nicht vor Gürtelrose selbst schützt.
Ich hatte anfangs November 2026 Gürtelrose, zuerst im rechten Auge und dann ausgebreitet über rechte Kopfhälfte. Seitdem habe ich „Pred Forte“ ins Auge getröpfelt, Valtrex-Tabletten geschluckt (bis heute) und bis Ende Dezember Pregabalin geschluckt. Das Auge ist wieder gut, aber der Kopf spannt immer noch und manchmal sticht es. Wann ist der Zeitpunkt, dass ich mich gegen Gürtelrose impfen kann? Ich möchte das nicht noch einmal erleben.
Carolin Xander: Nach einer bereits durchgemachten Gürtelrose wird empfohlen, mit der Impfung ca. 6-12 Monate zu warten.
Ist Pfeiffersches Drüsenfieber auch ein Herpesvirus? Wenn ja, kann auch er wieder reaktiviert werden? Was kann man dann tun? Gibt es eine Impfung um Reaktivierung zu verhindern?
Lucija Markovic: Ja, Epstein-Barr-Virus (EBV) gehört ebenfalls zu den Herpesviren (HHV4).Wie andere Herpesviren bleibt EBV nach der Erstinfektion lebenslang im Körper und kann gelegentlich wieder aktiviert werden. Eine zugelassene Impfung gibt es derzeit nicht.
Ich wollte mich impfen lassen – Antwort Praxis: Der Impfstoff fehle. Gibt es überhaupt wieder Impfstoff? Liebe Grüsse
Jawid Jalal: Es gibt immer wieder Lieferengpässe bei Medikamenten aller Art. Shingrix (Gürtelrose-Impfung) war bei Medikamentenzulieferern bisweilen nicht lieferbar. Aktuell (Stand 16.03.2026) hat mindestens ein grosser Medikamentenlieferant ausreichend Impfstoff auf Lager. Grundsätzlich sollte eine Impfung (aus logistischer Perspektive) aktuell möglich sein.
Ist Mundrose (am Gesicht) dasselbe wie Gürtelrose?
Lucija Markovic: Nein. «Mundrose“ ist nicht dasselbe wie Herpes zoster (Gürtelrose). Bei der sogenannten Mundrose handelt es sich um eine «Perioral dermatitis». Dabei entsteht ein entzündlicher Hautausschlag im Gesicht, typischerweise rund um Mund, Nase oder Augen. Häufig wird er durch übermässige Hautpflege begünstigt.
Guten Abend ich habe eine Frage zu Herpes im Mund und Lippen Was kann man dagegen tun? Ist es so dass das Medikament Acyclovir das heilt oder nicht mehr ausbricht. Danke liebe grüsse
Jawid Jalal: Das Herpes-Virus verbleibt lebenslang im Körper. Es ist somit nicht heilbar. Das Medikament Acyclovir mindert die Symptomschwere und -dauer. Eine Immunschwäche erleichtert den Herpes-Viren eine Reaktivierung. Somit sind allgemeine Massnahmen zur Stärkung des Immunsystems einzuhalten, wie dies auch zur Vorbeugung von Erkältungserkrankungen gilt, z.B. Stress-Prophylaxe.
Ich bin 83 Jahre alt. Bevor ich 80 Jahre alt wurde hatte ich einen Check beim Hausarzt. Bei dieser Gelegenheit wollte ich mich gegen Gürtelrose impfen lassen. Der Hausarzt meinte, dass sei eine happige Impfung bei der man ein paar Tage krank würde, er empfahl mir, auf die Impfung zu verzichten. Kurz darauf erkrankte ich an Gürtelrose (Rücken und Brust). Zum Hausarzt konnte ich erst zwei Tage später gehen. Ich war sehr krank, bekam mehrere Medikamente, auch ein Epilepsie Medikament und Tramadol. Jetzt, zweieinhalb Jahre später, muss ich noch immer 100 mg Tramadol morgens und abends nehmen, sonst halte ich es nicht aus. Das Medikament nützt zwar gegen die Schmerzen, es geht mir gut, aber ich muss natürlich Abführtabletten nehmen. Ohne geht es nicht. Besteht eine Chance, dass ich je frei von Medikamenten werde. Das macht mir nämlich Sorgen.
Tobias Schneider: Ihre Schmerzen bestehen nun bereits über 3 Jahre. Man muss also klar von einer Post-Zoster-Neuralgie ausgehen. Das bedeutet, dass es sich um eine chronische Erkrankung handelt die zumindest weiter Symptome verursachen wird. Sie werden mit grosser Wahrscheinlichkeit dauerhaft eine Schmerzbehandlung benötigen. Grundsätzlich ist zur Therapie mit Opioiden folgendes festzuhalten. Sie sind für die Behandlung einer Post-Zoster Neuralgie geeignet, es bedarf aber einer strengen Risiko-Nutzen Bewertung. Dies scheint bei Ihnen gegeben zu sein. Ein Laxanz sollte bei einer Opiat Therapie immer zumindest in der Reserve mit verordnet sein, Verstopfung ist eine der häufigsten Nebenwirkungen. Die Therapie sollte möglichst nie allein auf ein Medikament gestützt sein. Es gibt auch topische Massnahmen die eingesetzt werden können. Manchmal können auch interventionelle Therapieverfahren (z.B. eine Kältebehandlung bestimmter Nerven) zielführend sein. Hier braucht es aber eine individuelle Beratung. Ggf. können sie dies ja nochmal mit Ihrem Hausarzt thematisieren.
Guten Abend Ich bin erst 55jährig und mein Bauch ist voll Alterswarzen ( es sind keine Altersflecken, denn sie stehen ab). Nun vermehren und wachsen sie recht schnell in den letzten Wochen. 5 Grosse und ca 12-15 kleine. Der grösste misst ca 6mm. Wie kann man sie entfernen? Und was kann ich dagegen prohylaktisch machen? Vielen Dank!
Bettina Decurtins: Entgegen ihrem etwas irreführenden Namen können Alterswarzen auch in jüngeren Jahren auftreten, manche Personen entwickeln sie bereits in ihren Zwanzigern. Anders als etwa Fusswarzen sind Alterswarzen nicht viral bedingt, sondern stellen eine gutartige Verdickung der oberen Hautschichten dar. Eine vorbeugende Behandlung ist nicht bekannt, störende Stellen können jedoch auf Wunsch chirurgisch oder mittels Laser entfernt werden. Ich empfehle, die Diagnose zunächst von einem Dermatologen bestätigen zu lassen und dabei gleich die Therapiemöglichkeiten zu besprechen.
Gibt es Wege von Herpes geheilt zu werden ?
Carolin Xander: Leider existieren derzeit keine Medikamente, die eine Heilung der Herpes-Infektion ermöglichen.
Ich habe gelesen, dass bestimmte Nahrungsmittel Herpes verursachen. Ich kann das fast nicht glauben, da es Viren sind. Stimmt das?
Carolin Xander: Das ist richtig, Herpes stellt eine Virusinfektion dar, wobei der Virus nach der Erstinfektion im Körper persistiert und es so zu Rezidiven kommen kann.
Guten Tag Seit meiner Kindheit leide ich w 34 unter den Ausbrüchen von Herpesbläschen im Gesicht. Dies betrifft die Lippen, die Backe und manchmal auch die Nase (aussen wie innen). Bei starken Reaktionen leidet der Nerv der Gesichtshälfte und ich habe grosse schmerzen, ich bin sehr müde und mir fällt es schwer mich zu konzentrieren (nebliger Zustand im Kopf). Es gibt Episoden in denen ich mehrmals im Monat Bläschen bekomme. Momentan versuche ich die Ausbrüche mit TCM in den Griff zu bekommen. Was bietet die Medizin sonst noch an (ausser starke Medikamente z.B. Valacivir)? Welche Spezialist ist für mich zuständig, wenn der Hausarzt nicht weiter weiss? kann ich den Herpes irgendwann so eindämmen, dass ich keine Ausbrüche mehr habe? Vielen Dank für die Rückmeldung und Ihre Arbeit!
Carolin Xander: Guten Abend. Bei wiederholtem Auftreten von Herpes wären Sie bei einer Dermatologin/einem Dermatologen richtig. Wie Sie es bereits angesprochen haben, gibt es die Möglichkeit, mit Valaciclovir eine Dauerprophylaxe für 1 Jahr durchzuführen, sofern > 6 Rezidive pro Jahr auftreten. Alternativ kann auch die Einnahme von Valaciclovir bei ersten Anzeichen eines Rezidivs für fünf Tage erfolgen. Unter der Dauerprophylaxe mit Valaciclovir kann eine Reduktion der Rezidivanzahl erzielt werden.
Für meinen Analherpes, der sich in unregelmässigen Abständen meldet, hat mir (80 Jahre alt) der Hausarzt Zovirax verschrieben. Bei den ersten Anzeichen angewendet, wirkt das sehr gut. Meine Frage: könnte diese Salbe auch bei Lippenherpes eingesetzt werden? Vielen Dank
Bettina Decurtins: Ja, absolut – Zovirax (Aciclovir) Creme kann auch bei Lippenherpes eingesetzt werden, da beide Erkrankungen durch das Herpes-simplex-Virus verursacht werden. Wichtig ist auch hier, die Creme beim ersten Kribbeln oder Jucken anzuwenden, bevor die Bläschen sichtbar werden – dann ist die Wirkung am besten.
Wie erkennt man Genitalherpes?
Lucija Markovic: Genital herpes zeigt sich meist durch schmerzhafte, gruppierte Bläschen im Genitalbereich, die aufplatzen und kleine offene Stellen bilden können. Häufig treten zusätzlich Brennen, Juckreiz oder Schmerzen auf. Bei einer Erstinfektion können auch Fieber, Abgeschlagenheit und geschwollene Lymphknoten vorkommen.
Guten Tag Alter 45j Ist das richtig wenn man die Gürterose impfung erst ab 65 j macht?So hat es mein Hausarzt gesagt unf bei Männer ist sie jüngeren jahren nicht so häufig?
Jawid Jalal: Richtig. Das BAG empfiehlt die Impfung für gesunde Personen ab 65 Jahren.
Ich bin 65 ,hatte Krebs vor 13 Jahren, seit dann auch Diabetes 2 mit Insulin 3 mal spritzen, Bluthochdruck, cancer fatigue Kann ich ohne Bedenken die Gürtelrose impfen?
Jawid Jalal: Ja, gemäss BAG ist die Impfung empfohlen bei Ihnen und wird auch von der Krankenkasse übernommen.
Guten Abend Bisher habe ich noch nie Fieberbläschen gehabt und meine Mutter meinte, ich habe noch nie Windpocken gehabt. Gibt es einen Test, der nachweisen kann, ob die Viren in meinem Körper schlummern? Danke.
Jawid Jalal: Man kann Antikörper gegen Herpesviren nachweisen, allerdings ist für die meisten Fragestellungen keine empfohlene diagnostische Massnahme. Grundsätzlich ist die Durchseuchungsrate extrem hoch in unserer Bevölkerung (v.a. für Personen, die vor der Jahrtausendwende aufgewachsen sind); die Wahrscheinlichkeit, dass Sie noch nie in Kontakt getreten sind mit den Windpocken-Viren, ist sehr gering. Deshalb empfiehlt das BAG die Gürtelrose-Impfung für alle Personen ab 65 Jahren.
Wie lange ist man nach 2 Impfungen geschützt vor Gürtelrose?
Jawid Jalal: Beobachtungsstudien über 10 Jahre lassen einen mindestens 10-jährigen Schutz vermuten; wahrscheinlich aber noch wesentlich länger. Die Impfung gibt es noch nicht sehr lange, weswegen genauere Zahlen erst im Laufe der Zeit erforscht werden können.
Guten Abend Unsere Tochter (19) hatte im Kindergartenalter eine Gürtelrose am Rücken. Damals und seither hatte sie keine Beschwerden. Die Hautveränderung ist noch sichtbar. Soll Sie sich jetzt impfen lassen?
Jawid Jalal: Die Impfung ist für gesunde Personen gemäss BAG-Empfehlung erst ab 65 Jahren empfohlen.
Ich habe im November 2025 die Gürtelrose «erwischt». 3 Monate grosse Schmerzen und seit 1 Monat noch vorhanden aber ertragen. Ab wann kann ich die Impfungen für Gürtelrose machen? Besten Dank für die Antwort.
Jawid Jalal: Das Robert Koch Institut (Stand Februar 2026) empfiehlt nach Gürtelrose-Erkrankung einen Abstand von 6 bis 12 Monaten bis zum Impfbeginn einzuhalten.
Leider wurde das Thema Genital-Herpes nicht besprochen in der Sendung. Meine Frage: wirkt die Impfung auch bei Genital-Herpes oder nur bei Gürtelrose? Besten Dank
Bettina Decurtins: Die Impfung gegen Gürtelrose wirkt nicht gegen Genitalherpes, da es sich um zwei verschiedene Viren handelt. Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht, während Genitalherpes durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 oder 2 ausgelöst wird. Gegen Genitalherpes gibt es derzeit leider keine zugelassene Impfung.
Ich habe mich vor drei Jahren gegen Gürtelrose Impfen lassen.Wie lange wirkt die Impfung und muss mann sie widerholen?
Lucija Markovic: Die Impfung gegen Herpes zoster bietet nach aktuellem Wissensstand einen lang anhaltenden Schutz über mehrere Jahre. Derzeit gibt es keine ausreichenden Daten dazu, ob oder wann eine Auffrischungsimpfung notwendig ist.
Ich habe des öfteren Fieberbläschen. Ist mein Risiko für eine Gürtelrose deswegen grösser ?
Jawid Jalal: Im Grunde genommen handelt es sich um zwei verschiedene Viruserkrankungen. Fieberbläschen werden ausgelöst durch Herpes simplex-Viren, Gürtelrose durch Varizella-Zoster-Viren. Allerdings haben beide Krankheiten ein erhöhtes Risiko auszubrechen, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Anders ausgedrückt: Eine Immunschwäche ist sowohl ein Risiko für einen Ausbruch von Fieberbläschen sowie für einen Ausbruch einer Gürtelrose. Fieberbläschen treten allerdings sehr häufig wiederholt im Leben auf. Eine Gürtelrose-Erkrankung führt verglichen dazu selten zu wiederholten Erkrankungsepisoden.
Guten Abend Ich habe am 21. Oktober 25 meine erste Gürtelroseimpfung gemacht und seither immer wieder Schmerzen am Arm. Soll ich die 2. Impfung doch machen? Ich habe so meine Bedenken.
Jawid Jalal: Lokale Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle sind sehr häufig. In der Regel heilen diese lokale Reaktionen rasch aus. Um einen ausreichenden Impfschutz zu erhalten, ist eine 2. Dosis empfohlen. Im Zweifelsfall empfehle ich eine Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.
Seit meiner Kindheit habe ich nach exponierter UV Einstrahlung Fieberblasen, mit dehnen ich ohne Probleme leben kann. Muss ich trotzdem was unternehmen?
Jawid Jalal: Grundsätzlich handelt es sich bei der Fieberbläschen-Erkrankung (Reaktivierung einer Herpes simplex Virus Infektion) um eine harmlose Erkrankung, welche bei gesunden Personen in der Regel auch ohne Therapie ausheilt. Eine Therapie ist somit im Regelfall nicht obligat. Achtung: Die Fieberbläschen-Erkrankung ist nicht dieselbe Erkrankung wie die Gürtelrose-Erkrankung.
Guten Abend Ich (w 55) hatte nie „Spitze-Blattere“. Als unser ältestes Kind in den Kindergarten kam, habe ich mich impfen lassen, da ich mich durch unser Kind nicht anstecken lassen wollte. Nach einem Jahr steckte sich unser Kind an, hatte allerdings einen sehr leichten Verlauf. Einige Tage später hatte auch ich einige Blasen (nur 3-4). Seit dem sind fast 20 Jahre vergangen und ich hatte nie wieder etwas. Wäre es ratsam jetzt schon zu impfen oder erst ab 65? Fieberbläschen an den Lippe habe ich seit Kindheit ca. einmal pro Jahr.
Jawid Jalal: Das BAG empfiehlt die Impfung bei gesunden Personen erst ab 65 Jahren. Auch die Krankenkasse übernimmt die Kosten bei Gesunden Personen ab 65 Jahren.
Es wurde von Medikamenten gesprochen bei Herbesviren. Was sind das für welche? Ich habe mehrmals im Jahr Fieberblattern. Dazu noch zu sagen ist, ich habe seit 21 Jahren MS und seit 5 Jahren EPI. Ich werde dieses Jahr 47 Jahre alt
Jawid Jalal: Es gibt verschiedene, sowohl lokal anzuwendende (Crème) wie auch als Tablette einzunehmende Medikamente gegen virale Infektionen. Ein verbreitetes Medikament mit Wirkstoff «Aciclovir» hemmt die Virus-Vervielfältigung im Körper und wird entsprechend bei Herpes simplex (Lippenherpes) oder Herpes zoster (Gürtelrose) angewendet. Zovirax ist der Handelsname einer Crème, welche Aciclovir enthält und weit verbreitet ist in der Therapie des Lippenherpes (Fieberbläschen).
Was kann ich machen ich habe vor einem Jahr herpes Zocker gehabt. Seit her habe ich ein lästiger juckreitz, an diesen Stellen.
Tobias Schneider: Bitte Vergleichen sie meine ausführliche Antwort zuvor im Chat. Tatsächlich gibt es vor allem topische (über die Haut wirksame) Optionen, die gerade bei Juckreiz hilfreich sein können.
ich leide seit 7 Jahren an einer post zoster neuralgie und habe fast täglich Schmerzen und habe jegliche Medikamente und Therapie hinter mir sogar Spitalaufenthalt. Was gibt es noch + ist eine Impfung noch möglich???
Tobias Schneider: Grundsätzlich ist eine Impfung auch bei einer bestehenden Post-Zoster Neuralgie möglich. Sie reduziert das Risiko einer erneuten Infektion deutlich, wird sich aber nicht auf die aktuell bestehende Symptomatik auswirken. Eine Post Zoster Neuralgie kann tatsächlich sehr unangenehm und schwer zu therapieren sein. Die Frage nach dem was gibt es noch ist hier nicht ganz einfach zu beantworten. Eine Möglichkeit wäre, sich einmal mit einem/ einer Schmerzspezialist/in zusammen zu setzen und ein Work-up der bisherigen Therapien zu erstellen und ehrlich miteinander anzuschauen welche therapeutischen Optionen sinnvoll zur Verfügung stehen. Als wichtig erachte ich, dass sie hier möglichst transparent informiert werden.
Hallo, sehr Interessante Sendung. Gibt es eine Impfung, gegen den Herpes Simplex Virus? Und gegen den Herpes Genitalis?
Lucija Markovic: Leider nein. Derzeit gibt es keine zugelassenen Impfungen gegen Herpes-Simplex-Viren.
Guten Abend! Frage: Ich hatte als Kind nie Windpocken, obwohl ich täglich mit Kindern zusammen war, die daran erkrankten. Habe ich wohl diese Viren nicht erhalten? Ist es möglich, dass ich jetzt -mit 80 – Jahren noch Gürtelrose bekommen könnte?
Lucija Markovic: Gürtelrose (Herpes zoster) kann nur auftreten, wenn man früher einmal Varicella (Windpocken) hatte, denn das Varicella-zoster virus bleibt danach lebenslang im Körper. Wenn Sie tatsächlich nie Windpocken hatten, können Sie keine Gürtelrose bekommen. Es kommt jedoch vor, dass Windpocken sehr mild und unbemerkt verlaufen sind. Das lässt sich bei Bedarf mit einem Antikörpertest im Blut klären.
Guten Abend Kleine Schürfwunden in der Haut (vor allem an den Armen) enden meist in Schuppenflechten. Wieso iatvdas so? Was kann man generell gegen Psoriasis tun? Medis,Salben,Lebensstil... Danke
Carolin Xander: Guten Abend. Ist bei Ihnen eine Schuppenflechte bereits bekannt? Durch Traumen (bereits kleine Verletzungen wie Kratzer) kann es zu einer Manifestation der Schuppenflechte an ebendieser Stelle kommen. Man nennt dies Koebner-Phänomen. Dieses Phänomen wird auch vereinzelt bei anderen Hauterkrankungen beobachtet, wobei die genaue Ursache für dessen Auftreten weiterhin unbekannt ist.
Guten Abend. Ich bin 33j. und hatte letztes Jahr zum 1. Mal Genitalherpes, welches nun schon 3x wieder kam. Was kann ich machen, dass dies nicht mehr zurückkommt? Als Kind hatte ich Varizellen und seither immer wieder Lippenherpes. Danke für Ihre Hilfe.
Carolin Xander: Guten Abend. Aufgrund der Infektion mit dem Herpes simplex-Virus ist ein wiederholtes Auftreten zu erwarten, eine Heilung steht hierfür derzeit nicht zur Verfügung. Bei Rezidiven ab 6x pro Jahr kann eine Dauerprophylaxe mit Valaciclovir 1x täglich für 1 Jahr erfolgen. Alternativ kann bei Auftreten der ersten Anzeichen für ein Rezidiv (Jucken, Brennen, Spannungsgefühl oder ggf. Schmerz) die Einnahme von Vacaciclovir für 5 Tage erfolgen.
Guten Abend Gegen ein im letzten Jahr erstmalig auftretendes Ekzem an den Augenlidern und unter dem Auge wurde mir von der Dermatologin PREDNICUTAN verschrieben. Das Ekzem verschwindet bei mehrtätiger Anwendung jeweils wieder, jedoch lediglich für ein paar wenige Wochen oder gar nur Tage. Die dermatologische Praxis ist leider über die nächsten Monate ausgebucht. Könnte ich die Crème gleich einmal für mehrere Wochen am Stück auftragen oder lieber das Medikament wechseln? Falls wechseln, könnten Sie mir ein Medikament oder einen spezifischen Wirkstoff empfehlen? Herzlichen Dank und freundliche Grüsse.
Carolin Xander: Guten Abend. Die Anwendung von Kortison-haltigen Präparaten im Augenbereich sollte nicht über mehrere Wochen erfolgen, jedoch wäre eine sogenannte Erhaltungstherapie 1-2x pro Woche möglich. Alternativ kann für die Ekzembehandlung auf eine Kortison-freie Salbe mit Tacrolimus 0.1 % zur täglichen Anwendung oder bei Bedarf gewechselt werden.
Hallo! Ich habe relativ häufig Fieberblässchen an den Lippen und nehme dann auch Tabletten (von der Ärztin verschrieben) dagegen. Kann ich sonst noch etwas tun um diese vorzubeugen? Evtl. Nahrungsergänzungsmittel oder so etwas ähnliches? Besten Dank und freundliche Grüsse
Carolin Xander: Guten Abend. Mit der Tablettentherapie – ich nehme an, es handelt sich um den Wirkstoff Valaciclovir – haben Sie bereits eine sehr gute, wissenschaftlich fundierte Behandlung. In Abhängigkeit der Rezidivanzahl (> 6x pro Jahr( kann auch eine Dauerprophylaxe mit Valaciclovir für 1 Jahr erfolgen, worunter die Rezidivrate sinken kann. Die Einnahme von L-Lysin bspw. wird diskutiert.
Guten Abend, Vor Jahren hatte ich Fieberblatern an der Ober- oder Unterlippe. Dann wanderten sie nach oben und die Fieberblasen waren rings um den Nasenflügel Aussenseite, das etwa 2x. Vor 1-2 Jahren hatte ich letzmals eine Fieberblater (Herpes zoster) in der Nase an der vorderen Nasescheidewand. Ab wann wird der Herpes zoster gefährlich und wie wird er in der Nase behandelt? Danke für Ihre Antwort. Freundliche Grüsse
Carolin Xander: Guten Abend. Anhand Ihrer Angaben gehe ich davon aus, dass es sich bei den von Ihnen beschriebenenFieberblasen um einen Herpes simplex (und nicht um einen Herpes Zoster) handelt. Beide Krankheitsbilder werden durch Viren aus der Herpes-Familie hervorgerufen, jedoch führen sie zu unterschiedlichen Krankheitsbildern. Die Behandlung eines Herpes simplex kann sowohl an der Lippe als auch im Nasenbereich durch die Einnahme von Valacivlovir erfolgen, optimalerweise mit Beginn bei Auftreten der ersten Symptome wie Juckreiz, Ziehen, Brennen.
Ich bin 55jährig und habe mehrere jüngere Arbeitskollegen, die schon Gürtelrose hatten. Meine Hausärztin möchte mir jedoch keine Impfung geben, da es gemäss BAG nicht empfohlen sei. Was ist Ihre Meinung dazu?
Carolin Xander: Wenn Sie gesund sind ohne immunsupprimierende Erkrankung oder immunsupprimierende Medikamente, so ist die Impfung bei fehlenden Risikofaktoren ab 65 Jahren empfohlen.
Guten Abend, ich bin 67 hatte noch nie Herpes, ist es möglich dass ich es trotzdem bekomme auch wenn ich nie Kontakt mit einem Virenträger hatte oder in seiner Nähe war?
Carolin Xander: Guten Abend. Herpes wird allermeistens durch direkten Kontakt mit dem Virus, bspw. durch Kontakt mit Fieberbläschen, übertragen. Ohne den entsprechend notwendigen Kontakt zum Virus/einem Virusträger ist eine Infektion äusserst unwahrscheinlich.
Kann Gürtelrose auch ausbrechen, wenn man die Windpocken als Kind nicht richtig hatte?
Carolin Xander: Ich versuche Ihre Frage zu beantworten. Sobald sie als Kind oder auch Erwachsener die Manifestation von Windpocken hatten, oder mit dem Lebendimpfstoff geimpft wurden, so besteht das Risiko, im Verlauf des Lebens eine Gürtelrose zu entwickeln, da es zu einer Reaktivierung des Virus kommt. Ohne Kontakt mit dem Virus gehabt zu haben (ob durch durchgemachte Infektion oder Impfung), ist ein Auftreten der Gürtelrose nicht möglich.
Guten Tag Ich habe ständig in der Nase Herbes. Gibt es eine Behandlung mit langfristigem Erfolg?
Carolin Xander: Derzeit steht leider keine Therapie mit Heilung des Herpes zur Verfügung. Im Falle von 6 Rezidiven im Jahr besteht jedoch die Möglichkeit, eine Dauerprophylaxe mit Valaciclovir für 1 Jahr durchzuführen, worunter die Rezidivhäufigkeit in der Regel abnimmt.
Guten abend (Alter 45J) Ab wann sollte man sich gegen Gürtelrose impfen lassen.Mein Onkel hatte zwischen 50 und 60 Jahre Gürtelrose
Jawid Jalal: Gemäss BAG ab 65 Jahren für gesunde Personen.
Guten Abend Sind Aphten auch Herpes? LG
Jawid Jalal: «Herpes» ist ein unspezifischer Begriff und umfasst eine Reihe von verschiedenen Virus-Arten. Herpes simplex (umgangssprachlich besser als Lippenherpes bekannt) kann sich in Form von Aphthen manifestieren. Umgekehrt ist aber (bei Weitem) nicht jede Aphthe auf eine Herpes simplex-Infektion zurückzuführen.
Ich bin 78 Jahre alt und hatte vor 2 Jahre Gürtelrose die dann sofort behandelt wurde. Geblieben sind leichte Nervenschmerzen mit denen ich aber gut leben kann. Soll ich mich jetzt nochmals impfen lassen oder habe ich genug Abwehrkräfte aufgebaut gegen eine neue Infektion. Besten Dank
Bettina Decurtins: Ja, die Impfung ist auch nach einer durchgemachten Gürtelrose empfehlenswert. Die durch die Erkrankung aufgebauten Antikörper schützen leider nicht zuverlässig vor einem erneuten Ausbruch, besonders im höheren Alter, wenn das Immunsystem nachlässt. Die Impfung bietet einen stärkeren und längerhaltenden Schutz als die natürliche Immunität nach einer Gürtelrose. Ich würde Ihnen empfehlen, dies mit Ihrem Hausarzt zu besprechen.
Habe Gürtelrose seit 5 Wochen. Ausschlag unter Brust, links, nicht grossflächig. Valaciclovir eventuell verspätet genommen. Starke Nervenschmerzen nach 2 1/2 Wochen, behandelt mit Dalingo 82,5 mg. Kann ich sie absetzen, auch wenn das Stechen nur noch leicht ist, und nur abends? Danke!
Tobias Schneider: Dalingo enthält Pregabalin. Ein typisches Medikament zur Behandlung von Nervenschmerzen. Wenn sie das Medikament gut vertragen tendiere ich persönlich eher dazu das Medikament mind. 4 Wochen einzunehmen. Dann macht ein Schrittweise absetzen, zuerst morgens, dann Abends (Normalerweise 2x tgl. Einnahme) tatsächlich Sinn. Sollten sie starke Nebenwirkungen haben sieht die Sache anders aus. Es gibt aber Pregabalin auch in niedrigeren Dosierungen von anderen Herstellern. Sollten also Nebenwirkungen das Problem sein, könnten sie auch auf Pregabalin 50-0-50mg oder sogar 25-0-25mg wechseln. Besprechen sie das gerne mit ihrer/ihrem Hausarzt/in.
Unsere Tochter hat mit 12 Jahren eine Gürtelrose gehabt. Die Ärztin hat die Symptome früh erkrankt und sie bekam rechtzeitig ein Medikament. Sie ist Heute 38 Jahrw alt. Sollte sie sich gegen Gürtelrose impfen lassen ?
Jawid Jalal: Das BAG empfiehlt die Impfung erst ab 65 Jahren bei gesunden Patienten. Unabhängig davon, ob man zuvor eine Gürtelrose-Erkrankung durchmachte oder nicht.
Hilft L-Lysin als Prophylaxe vor Lippenherpes?
Lucija Markovic: Eine vorbeugende Einnahme von L-Lysine zur Verhinderung von wiederkehrendem Lippenherpes wird zwar untersucht. Der Nutzen ist jedoch nicht eindeutig belegt und kann von Person zu Person unterschiedlich sein.
Guten Abend Ich hatte im 2016 Bläschen vom Nasenflügel bis zur Oberkante der Oberlippe (rechte Gesichtshälfte). Kann es sein, dass mir die Viren meine Nerven im Gesicht angegriffen haben? Ich habe nun seit 10 Jahren Schmerzen im Unterkiefer (rechts) – habe mir aus Verzweiflung sogar einen Backenzahn ziehen lassen, was natürlich keine Linderung brachte. Meine Zähne, Zahnwurzeln und der Kiefer sind, gemäss meinem Zahnarzt, gesund und trotzdem habe ich immer Schmerzen. Bis jetzt konnte mir noch niemand helfen. Ich habe schon so Vieles ausprobiert, Physio, chinesische Medizin, Cranio etc., ohne Erfolg. Ich danke Ihnen für Ihre Antwort.
Tobias Schneider: Grundsätzlich ist ein Zusammenhang möglich. Zumindest ihre Schilderung, dass man bei Gesichtsschmerzen initial ein Problem bei den Zähnen vermutet hat ist ein recht häufig beschriebenes Phänomen, gerade bei Nervenschmerzen. Wenn bisher nicht erfolgt empfehle ich Ihnen hier ein gründliches neurologisches Work-Up idealerweise in Zusammenarbeit mit einer Mund Kiefer Gesichtschrirurgie. Wichtig ist, dass beide Abteilungen miteinander kommunizieren und die Beurteilung nicht für sich machen. Häufig empfiehlt sich hierfür ein Zentrumsspital.
Ich habe seit ungefähr 1 Woche Schmerzen auf der rechten Seite des Hinterkopfs (stören beim Versuch, darauf zu liegen), im Bereich des rechten Ohres und Auges und stärkere Schmerzen am rechten Zungenrand, wo auch runde und flächige Schleimhautveränderungen für mich etwas undeutlich sichtbar sind. Nun frage ich mich, ob die Ursache auch eine Gürtelrose sein könnte.
Bettina Decurtins: Die von Ihnen beschriebenen Symptome können tatsächlich auf eine Gürtelrose hinweisen und sollten rasch abgeklärt werden. Sie sollten nicht warten und sich direkt bei Ihrem Arzt vorstellen.
Mein Sohn hatte mit 14 Jahren eine Gürtelrose. Was sind die Folgen oder Risiken, wenn in der RS die VARILRIX Varizella Impfung gemacht wird? Besteht infolge dieses Impstoffs ein erhöhtes Risiko, dass erneut eine Gürtelrose ausbricht?
Jawid Jalal: Die Impfung gegen Windpocken (VARILRIX) stärkt das Immunsystem im Hinblick auf eine Varicella Zoster Virus-Infektion. Die Varizellen-Erkrankung (Windpocken) und die Herpes Zoster-Erkrankung (Gürtelrose) wird durch die identische Virus-Art (Humanes Herpes Virus 3; Varizella-Zoster-Virus) verursacht. Somit ist hier nicht von einem erhöhten Risiko von einem Gürtelrose-Ausbruch auszugehen.
Guten Abend. Ich hötte da eine Frage zur Gürtelrose. Ich hatte tatsächlich Windpocken als Kind aber auch eine Gürtelrose in der Jugend. Jetzt höre ich, dass es v.a. Bei Erwachsenen und im Alter auftritt. Kann ich das ein 2. Mal haben oder habe ich da wie Antikörper? Besten Dank und frejndliche Grüsse
Carolin Xander: Guten Abend. Ja, leider besteht trotz bereits durchgemachter Gürtelrose das Risiko, erneut eine Gürtelrose auszubilden.
habe selten fieberblase an lippe, behandle mit zovirax. kann ich sonst etwas tun?
Carolin Xander: Zovirax stellt eine gute Basistherapie mit austrocknendem Effekt dar. Zusätzlich kann die Einnahme von Valaciclovir, einem Virostatikum, für 5 Tage erfolgen, idealerweise mit Beginn bei ersten Anzeichen des Rezidivs.
Hi, ich (50), sportlich, hatte vor etwa 30 Jahren mal Herpes und als Kind Spitzenblatern. Was kann ich tun, um einer Gürtelrose vorzubeugen?
Carolin Xander: Guten Abend. Sollten Sie gesund sein (keine immunsupprimierende Erkrankung, keine immunsupprimierenden Medikamente), so ist ab dem 65 Lebensjahr die Impfung gegen Gürtelrose (Herpes zoster) empfohlen.
Habe immer wieder Fieberblasen ( Lippen ) .. bei zuviel Sonne , Nervösität , Ärger Muss ich mir sorgen machen
Carolin Xander: Sonne (UV-Licht) und Nervosität / Stress sind klassische Trigger für das Auslösen eines Herpes-Rezidivs und nicht ungewöhnlich. Abhängig von der Rezidiv-Häufigkeit kann ab 6 Rezidiven pro Jahr eine Dauerprophylaxe mit Valciclovir für 1 Jahr erfolgen, um idealerweise die Rezidivhäufigkeit zu senken.
Wenn ich nicht weiss, ob ich als Kind Windpocken durchgemacht habe, kann man das im Blut nachweisen? Vielen Dank!
Lucija Markovic: Ja. Man kann Antikörper in Blut bestimmen und feststellen ob Sie je eine Infektion durchgemacht haben.
Ich bin 81 Jahre alt, bin fit und gut trainiert Ich leide unter Rheuma Polymialgie. Ich spritze alle 2 Wochen Actemra zur Unterstützung des Immunsystems. Kann ich mich gegen Gürtelrose impfen lassen?
Jawid Jalal: Grundsätzlich ist es sogar besonders zu empfehlen, unter Biologika-Therapie eine Gürtelrose-Impfung durchzuführen. Ich empfehle eine Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt.
Der Arzt in der Sendung sagte, dass bei sehr häufigem Befall von Fieberblattern auf der Lippe oder in der Nase, eine medikamentöse Behandlung möglich ist. Mit welchem Medikament ? Lokale Anwendungen von Salben etc.nützen nichts.
Jawid Jalal: Wahrscheinlich meinte er virushemmende Medikamente. In den gängigen Salben ist auch eine virushemmende Medikation enthalten. Dieselbe Medikation kann man auch via Tablette einnehmen, dann wirkt es via Blutbahn statt via Hautkontakt.
Vor 10 Wochen hat meine Gürtelrose angefangen. Innert 72 Stunden war ich beim Hausarzt. Er verschrieb mir Tanno -Hermal Lotion zum Auftragen und Antivirale Medikamente, zuerst für 1 Woche, dann nochmals für 1 Woche. Die Bläschen verschwanden nach ca 1 Woche. Als Medikament nehme ich seither Pregaballin Kaps. à 50 mg, doch die stark stechenden Schmerzen nehmen nicht ab. Einzig beim Spazieren habe ich weniger Schmerzen. Wissen Sie etwas was mir weiterhelfen könnte. Psychisch ertrage ich diese Schmerzen immer wie weniger. Mit freundlichen Grüssen
Tobias Schneider: Bei persistierenden Schmerzen ist eine Monotherapie meist nicht ausreichend. Die Kombination mit einem Trzyklischen Antidepressivum kann sinnvoll sein. Zudem sollten topsiche Massnahemen wie ein Lidocain Pflaster evaluiert werden. Vorübergehend und unter strenger Abwägung des Nutzen Risiko Profils können auch Opioide (z.B. Tramadol oder Tapentadol) vorübergehend indiziert sein. Sie sollten sich auf jeden Fall noch einmal ärztlich Vorstellen und die Optionen besprechen und deutlich machen, dass die aktuelle Therapie nicht ausreichend ist.
Guten Abend, ich bin 74 Jahre alt und habe im Januar 2022 die ZOSTAVAX Impfung EINMALIG erhalten. Ich fragte meinen Hausarzt damals, man müsse doch 2 x impfen – er meinte, 1x genüge. Diejenigen Bekannten, die sich impfen liessen, erhielten alle 2x die Impfungen. – Morgen habe ich einen Termin beim Hausarzt – soll ich ihn darauf ansprechen? – Kann man auch nach 4 Jahren nochmals eine Zoster-Impfung machen lassen? Mein Bruder hat seit Jahren diese schlimme Krankheit, deshalb liessen wir uns im Umkreis auch impfen. Besten Dank für Ihre Bemühungen, freundliche Grüsse
Jawid Jalal: Zostavax war gemäss Hersteller nur einmalig zu impfen. Bei Shingrix (der neuere, wirkungsstärkere Impfstoff) ist vorgesehen, in 2 Dosen verimpft zu werden. Shingrix ist für alle Personen ab 65 Jahren empfohlen gemäss BAG, auch für diejenigen, die bereits Zostavax verimpft bekommen haben.
Guten Abend. Ich habe seit ein paar Wochen au einer Seite am Rücken im BH Bereich ein Brennen auf der Haut. Bis jetzt habe ich es mit Bodylotion behandelt oder mit Bepanthen. Kann dies eine Art versteckte Gürtelrose, oder eine beginnende sein? Es sind keine Hautveränderungen o.ä. erkennbar. Vielen Dank und freundliche Grüsse
Bettina Decurtins: Eine Gürtelrose im klassischen Sinne wäre bereits ausgebrochen, die Anfangsphase dauert nur wenige Tage. Es gibt aber auch einen Herpes zoster sine herpete: das bedeutet eine Gürtelrose ohne Bläschen. Dann hat man vor allem eine veränderte Empfindung. Eine ärztliche Untersuchung kann hier oft weiterhelfen.
Guten Abend Ich bin seit dem 2.3.26 wegen Gürtelrose in ärztl. Behandlung. Nach 1 1/2 Wochen waren die Bläschen weg. Da der Juckreiz aber noch anhält tupfe ich ab und zu weiter mit der Lotion. Aber vor allem in der Nacht habe ich einen unglaublichen Schmerz, den ich trotz Dafalgan und Novalgin-Tabl. nicht weg bekomme. Ist es möglich, dass es damit zu tun hat, dass ich liege? Ist es sinnvoll – oder sogar nötig, dass ich weiterhin Schmerztabl. und in absoluter, wie vom Arzt verschirebener Menge nehme, um einen Dauerschmerz abzuwenden? Der Schmerz nimmt mir fast den Atem und ist nicht definierbar. Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Freundliche Grüsse
Tobias Schneider: Sie beschreiben tatsächlich etwas für die Zoster Erkrankung sehr typisches. Häufig sind die klassischen Analgetika nicht ausreichend wirksam und werden dann von Patienten aus Verzweiflung in hohen Dosen eingenommen, was teilweise auch schädlich sein kann. Sie sollten unbedingt nochmal Ihren Arzt/Ärztin aufsuchen um die Medikation abzusprechen. Gerade bei nächtlichen Schmerzen können sogenannte Pentinoide, aber auch trizyklische Antidpressiva viel effektiver sein. Ich hatte es schon in einer vorherigen Antwort erwähnt, aber es ist wichtig: Wir wollen keine Depression behandeln, sondern der die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin steigernde Effekt dieser Medikamente ist direkt Schmerztherapeutisch wirksam.
Guten Abend Ich habe regelmässig, d.h. etwa 1-2 mal im Jahr Fieberbläschen an den Lippen. Ist das Risiko dadurch höher für Gürtelrosen zu erhalten? Ich bin 46 Jahre alt. Besten Dank.
Carolin Xander: Guten Abend. Da es sich beim Lippenherpes um einen anderen Herpesvirus als bei der Gürtelrose handelt, geht mit dem Lippenherpes kein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Gürtelrose einher.
Guten Abend Ich bin 71 Jahre. Hatte im Nov 2025 eine Gürtelrose. Gut abgeheilt mit Medikamenten. Juckreiz nach wie vor ab und zu. Muss ich mich gleichwohl impfen lassen. Hatte bereits einmal einen Herpes genitalis. Danke Freundliche Grüsse
Carolin Xander: Guten Abend. Trotz durchgemachter Gürtelrose wäre eine Impfung hiergegen zu empfehlen, da es dennoch zu einem erneuten Auftreten der Gürtelrose kommen kann.
Habe immer wieder Fieberblasen an verschiedenen Orten an der Lippe. Benutze verschiedene Cremes und auch L-Lycintabletten. Was kann ich weiter machen, damit die Fieberblasen weniger auftreten? Und was kann ich machen damit soe schneller wieder heilen?
Carolin Xander: Ergänzend zu der Anwendung von austrocknenden Cremen kann die Einnahme des Virostatikums Valaciclovir erfolgen, um eine raschere Abheilung zu erzielen und im besten Fall einen Ausbruch bei frühzeitiger Einnahme zu verhindern.
Ich bin 39 Jahre alt und hatte bereits zweimal eine Gürtelrose, die erste mit ca. 30 die zweite mit 38. Nun wurde mir vom Arzt die Gürtelrose-Impfung empfohlen, da aufgrund meines bisherigen Verlaufs auch in Zukunft mit Ausbrüchen gerechnet werden muss. Eine Abklärung betreffend HIV wurde gemacht und ist negativ. Teilen Sie die Einschätzung und empfehlen mir auch die Impfung? Wie lange schützt die Impfung, sind Auffrischungen notwendig nach gewisser Zeit?
Lucija Markovic: Ja. Wenn bereits mehrfach Herpes zoster aufgetreten ist, kann eine Impfung auch in jüngerem Alter sinnvoll sein. Die Schutzdauer beträgt nach aktueller Datenlage mindestens etwa 3 Jahre, mit Hinweisen auf eine länger anhaltende Immunität. Derzeit gibt es keine Empfehlung für Auffrischungsimpfungen.
Soll ich meinen Sohn gegen Varizellen impfen lassen? Besteht dadurch auch einen Schutz gegen Herpes zoster?
Bettina Decurtins: Ja, die Varizellen-Impfung wird empfohlen und ist in der Schweiz im Impfplan für Kinder vorgesehen. Sie schützt vor Windpocken und reduziert das Risiko für eine spätere Gürtelrose. Geimpfte Kinder erkranken also seltener an Gürtelrose als Menschen, die Windpocken durchgemacht haben. Ein vollständiger Schutz gegen Gürtelrose im Alter ist jedoch nicht garantiert.
Der Chat ist beendet
Das Interesse war enorm – in der zur Verfügung stehenden Zeit konnten leider bei weitem nicht alle Fragen beantwortet werden. Eine passende Antwort findet sich eventuell trotzdem im Protokoll dieses oder eines vergangenen Chats. Nutzen Sie dafür einfach die Suchfunktion auf https://www.srf.ch/sendungen/puls/puls-chats