Über Jahrhunderte gab sich Schwyz einen bescheiden Gründungsmythos: Einfache Bauern hätten sich gegen die bösen Habsburger Vögte zur Wehr gesetzt und die Schweizer Demokratie begründet.
Dieses Bild wurde in den letzten Jahrhzehnten von der Geschichtsforschung revidiert. Und nun zeigt auch eine Untersuchung der Schwyzer Familiennamen, dass die führenden Geschlechter des mittelalterlichen Schwyz kaum alle Bauern waren. Es dürften auch Adlige darunter gewesen sein - etliche davon sogar von ausserhalb des heutigen Kantons.
Und mit Demokratie hatten die Anfänge des Standes Schwyz auch nicht viel zu tun: Wenige Familien regierten, viele hatten nichts zu bestellen. Der Familienname spielte hier eine entscheidende Rolle - an ihm hingen existenzielle Rechte. Wer nicht Teil der sogenannten Landleutegeschlechter war, durfte kein Land besitzen oder pachten und auch politisch nicht mitbestimmen.
Die Autorin dieser neuen Untersuchung, die Schwyzer Namenforscherin Nathalie Henseler erzählt im Gespräch mit Mundartredaktor André Perler, wie die Schwyzer ihr Herrschaftsgebiet skrupellos erweiterten und dafür auch Familiennamen systematisch nutzten.
Im zweiten Teil der Sendung erklärt der ehemalige Idiotikon-Chefredaktor Hans-Peter Schifferle, was hinter dem Aargauer Familiennamen Schweri steckt.
Buch-Hinweis:
Nathalie Henseler: Die Schwyzer Familiennamen. Deutung und Bedeutung der Landleutegeschlechter des Kantons Schwyz. Schwabe-Verlag 2026, 559 Seiten.