03.04.2026, 13:00 Uhr
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Was heisst Vergebung, wenn Schuld schwer wiegt?
Fred Grob besucht seit Jahrzehnten Menschen im Gefängnis. Er hört zu, bleibt im Gespräch und glaubt daran, dass ein Mensch nicht nur auf seine dunkelsten Taten reduziert werden darf.
Moderation:
Sandra Schiess
, Redaktion:
Sandra Schiess
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Fred Grob aus Ehrendingen sucht seit über 45 Jahren den Kontakt zu Inhaftierten in der Justizvollzugsanstalt Lenzburg, auch zu Menschen, die schwere Delikte begangen haben. Was ihn antreibt, ist nicht Neugier, sondern eine tiefe Überzeugung: dass Hass und Rache einen Menschen innerlich zerstören können und dass Vergebung, so schwer sie auch sein mag, eine Kraft sein kann.
Seine Besuche sind privat, ohne Auftrag und ohne Anspruch, Fachleute zu ersetzen. Fred Grob hört zu, stellt Fragen und versucht, Beziehungen aufzubauen, dort, wo viele kaum noch Kontakte zur Aussenwelt haben. Er erlebt nicht nur Ablehnung und Misstrauen, sondern auch Reue, Offenheit und Geschichten von Menschen, die trotz Schuld nicht aufgegeben werden wollen. Sein christlicher Glaube ist dabei sein Kompass, nicht als Druckmittel, sondern als Hoffnung, dass Veränderung möglich bleibt.
Im Gespräch mit Sandra Schiess erzählt Fred Grob, warum er seit Jahrzehnten auf Menschen zugeht, vor denen andere zurückweichen, weshalb Vergebung für ihn nichts Naives ist und was ihn in all den Jahren getragen hat.