Dieses gross beachtete Livekonzert aus dem Wiener Musikverein hat eine lange Tradition, der Reigen der Walzer, Polkas und Quadrillen, den die Wiener Philharmoniker mit jeweils einem anderen Dirigenten vortragen, scheint sich in einem immer ähnlich bleibenden Dreivierteltakt-Muster zu bewegen. Und doch ist es jedes Jahr auch ein wenig anders.
So wurde 2025, also letztes Jahr, erstmals das Werk einer Frau ins illustre Programm integriert. Und wenn ein Musiker wie Yannick Nézet-Séguin ans Dirigentenpult tritt, darf man fast erwarten, dass das Programm eine Spur diverser wird. Und tatsächlich: 2026 sind ZWEI Komponistinnen mit ihrer Musik vertreten, eine davon - Florence Price - ist gar eine Person of color und hat mit der Musikstadt Wien eigentlich wenig am Hut. Letzteres lässt sich auch für Hans Christian Lumbye festhalten, der in Kopenhagen wirkte.
Wenn das Wiener Neujahrskonzert also jedes Jahr in die weite Welt hinausstrahlt, so ist es nur mehr als Recht, wenn diese sich auch in Wien wiederfinden darf.
Wiener Philharmoniker
Yannick Nézet-Séguin, Leitung
Johann Strauss II: Ouvertüre zur Operette «Indigo und die vierzig Räuber»
Carl Michael Ziehrer: Donausagen. Walzer op. 446
Joseph Lanner: Malapou-Galoppe op. 148
Eduard Strauss: Brausteufelchen. Polka schnell op. 154
Johann Strauss II: Fledermaus-Quadrille op. 363
Johann Strauss I: Der Karneval in Paris. Galopp op. 100
Franz von Suppé: Ouvertüre zur Operette «Die schöne Galathée»
Josephine Weinlich: Sirenen Lieder. Polka mazur op. 13
Josef Strauss: Frauenwürde. Walzer, op. 277
Johann Strauss II: Diplomaten-Polka. Polka française op. 448
Florence Price: Rainbow Waltz
Hans Christian Lumbye: Københavns Jernbane-Damp-Galop
Johann Strauss II: Rosen aus dem Süden. Walzer op. 388
Johann Strauss II: Egyptischer Marsch op. 335
Josef Strauss: Friedenspalmen. Walzer op. 207
Direktübertragung aus dem Grossen Saal des Wiener Musikvereins