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Das gesunde Ei und das böse Cholesterin

Eier sind weniger gefährlich fürs Herz als man einst dachte. Trotzdem hilft eine ausgewogene Ernährung, Herzinfarkte zu vermeiden.

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Cholesterinbombe Ei

Eier sind gesund, sagt die Geschäftsleiterin des Ernährungszentrums Zürich, Ruth Ellenberger. Denn sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen. 

Doch im Ei hat es auch viel Cholesterin. Also jenen Stoff, den man auch in den Ablagerungen findet, die beim Herzinfarkt die Herzkranzgefässe verstopfen.

In den Sechzigern empfahl man deshalb weniger Eier zu essen, um den Cholesterinspiegel im Blut zu senken und Herzinfarkten vorzubeugen. 

Unser Körper, die Cholesterinfabrik

Cholesterin ist wichtig für unseren Körper, etwa für die Produktion von Hormonen und Vitamin D oder für das Gehirn. Deshalb verlässt sich der Körper nicht auf das Cholesterin aus der Nahrung, sondern stellt den grössten Teil selbst her. 

Ernährungsberaterin Ruth Ellenberger erklärt: Wenn wir ein Ei – und damit eine Portion Cholesterin – essen, bemerkt das ein gesunder Körper und schraubt die Eigenproduktion von Cholesterin herunter. 

Das Cholesterin im Ei ist im Normalfall also kein Problem.

Genetische Vorbelastung

Allerdings kann man sich bei einem zu hohen Cholesterinspiegel im Blut nicht darauf verlassen, dass der Körper weiss, was er tut. 

Es gibt nämlich eine vererbbare Krankheit, die familiäre Hypercholesterinämie, bei welcher der Cholesterinstoffwechsel nicht richtig funktioniert. 

Als Folge davon lagert sich Cholesterin in den Gefässen ab. Die Erkrankten haben ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. 

Wenn der Körper ausser Tritt gerät

Bei ungesunden Cholesterinwerten im Blut – durch die familiäre Hypercholesterinämie oder andere Faktoren, wie unbehandelte Diabetes, Übergewicht oder Schilddrüsenunterfunktion – muss man eingreifen.

Sogenannte Statine senken die Cholesterinproduktion im Körper und können den Cholesterinspiegel wieder ins Lot bringen. Auch ein Lebenswandel mit genug Bewegung und gesunder Ernährung kann seinen Teil beitragen, erklärt die Ernährungsberaterin Ruth Ellenberger. 

Wertvolle Nahrungsmittelpyramide

Ein Übermass an tierischen Produkten, zu viel Alkohol und zu viel Zucker stören den Stoffwechsel und können sich ungünstig auf den Cholesterinhaushalt auswirken.

Deshalb empfiehlt Ruth Ellenberger eine Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln und Vollkornprodukten. Süsses und Alkohol sollte nur sparsam genossen werden.

Während der Verzicht auf einzelne, vermeintlich «böse» Lebensmittel nicht viel bringt, lässt sich mit dieser ausgewogenen Ernährung tatsächlich etwas für die Herzgesundheit tun.