Hape Kerkeling geht eigentlich immer: ob als Komiker («Total Normal»), Moderator («Let's Dance»), Autor («Ich bin dann mal weg»), Synchronsprecher («Kung Fu Panda») oder Filmschauspieler. Eine Hauptrolle im Kino hatte er zuletzt 2009 in der Wahlsatire «Horst Schlämmer – Isch kandidiere!».
Jetzt kommt Hape Kerkeling im Ensemblefilm «Extrawurst» auf die Leinwand zurück, wo er wieder mit Christoph Maria Herbst, Fahri Yardım, Anja Knauer und Friedrich Mücke komisch kollidiert.
Kaputte Welt auf dem Tennisplatz
Hape Kerkeling spielt Heribert, den Vorsitzenden des Tennisvereins Lengenheide: jovial, gemütlich, friedlich. Einer seiner Leitsätze: «Solange man noch gemeinsam lachen kann, ist es noch nicht zu spät.»
Aber bald ist es zu spät. Seine heile Welt bricht auseinander, als bei einer Mitgliederversammlung im Vereinshaus der Kauf eines neuen Grills beschlossen wird und jemand vorschlägt einen separaten für das einzige türkische Mitglied Erol zu kaufen. Weil ja Muslime ihre Würste nicht auf einen Rost packen könnten, wo vorher ein Schweinekotelett gelegen hätte.
Erol will eigentlich keine Extrawurst, aber trotzdem bricht ein Streit aus. Über Kultur und Religion, übers Türkisch- und Deutschsein, über Vorurteile und Toleranz, über Tennisnationen und Eifersucht.
Die Filmvorlage, ein Theaterstück (im März auf der Comedy Bühne Weisser Wind in Zürich zu sehen) und das Drehbuch stammen von den Comedy-Autoren Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, die in der Vergangenheit unter anderem für bekannte Comedy-Formate wie «Die Wochenshow», «Ladykracher» oder «Stromberg» geschrieben haben.
Ein Kultregisseur, der für Komödien steht
Regie hat der Bayer Marcus H. Rosenmüller («Wer früher stirbt, ist länger tot») geführt, der sich mit skurrilen Komödien auskennt, einen ganz eigenen Humor hat und zuletzt mit «Pumuckl und das grosse Missverständnis» in den Kinos war. Bei «Extrawurst» verlässt er sich auf die Stärke der Dialoge und seine Darsteller.
Hape Kerkeling und Co. liefern sich schnelle und witzige Wortgefechte. Gutmenschen erweisen sich als Rassisten und umgekehrt. Jede Seite bekommt ihr Fett weg. Jeder glaubt recht zu haben.
Kein moralischer Film
Der Verzicht auf schwarz-weiss Muster verhindert, dass man das Gefühl hat, einen «pädagogisch wertvollen» Film zu sehen, in dem ein Lehrer ständig rechthaberisch den moralisch-mahnenden Zeigefinger hebt.
Hape Kerkeling sieht trotzdem in der Komödie Parallelen zu unserer Realität und beklagt den Mangel an Kompromissbereitschaft. In einem vielzitierten Interview mit der deutschen Apotheken-Umschau sagte er: «Unsere Gesellschaft läuft Gefahr, dass jeder seine Meinung als absolut durchsetzen will. Es laufen zu viele kleine Trumps herum.»
Kinostart am 15.1.2026.