Obwohl «Heldin» nicht die meisten Nominierungen erhalten hatte – zwei Filme waren gleich achtfach nominiert –, überrascht es nicht wirklich, dass der Film von Petra Volpe nun doch als Gewinner aus dem diesjährigen Filmpreis hervorgeht.
«Heldin» verzeichnete vergangenes Jahr die meisten Kinoeintritte in der Schweiz und wurde dafür im Vorfeld mit dem neu geschaffenen «Box Office Quartz» ausgezeichnet.
Der Film erfuhr nach seiner Gala-Premiere an der Berlinale vor einem Jahr viel Beachtung, nicht nur in Schweizer Kinos – und schaffte es bis auf die Shortlist der Oscars. Sprich: Er war unter den 15 vorselektierten Filmen für den Internationalen Oscar. Für eine Nominierung reichte es dann leider nicht ganz.
An der Schweizer Filmpreisgala wurde er nun zum besten Spielfilm des Jahres gekürt und gewann ausserdem die Auszeichnungen für das beste Drehbuch und den besten Ton.
«I Love You, I Leave You» ist bester Dokfilm
Der Zürcher Filmemacher Moris Freiburghaus porträtiert im preisgekrönten Dokfilm seinen besten Freund, den Musiker Dino Brandão, der mit einer psychischen Erkrankung kämpft. Keine Überraschung ist es, dass Dino Brandão mit seiner Musik in «I Love You, I Leave You» auch in der Kategorie «beste Filmmusik» den Quartz abholte.
Das Musikerporträt setzte sich gegen starke Konkurrenz wie Nicolas Wadimoffs «Qui vit enocore» oder Christian Freis «Blame» durch.
Schauspielpreise für ein Filmehepaar
Gleich achtmal war Piet Baumgartners Familiengeschichte «Bagger Drama» nominiert und damit einer der beiden grossen Favoriten im Rennen um die Filmpreise.
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Bild 1 von 7. Alle Preisträger der diesjährigen Preisverleihung «Quartz 2026», dem Schweizer Filmpreis. Bildquelle: Keystone/ ANDREAS BECKER.
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Bild 2 von 7. Petra Volpe erhält den Schweizer Filmpreis für «Heldin», den besten Spielfilm. Bildquelle: Keystone/ ANDREAS BECKER.
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Bild 3 von 7. Den Filmpreis für die beste Darstellerin erhielt Bettina Stucky in «Bagger Drama». Bildquelle: Keystone/ ANDREAS BECKER.
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Bild 4 von 7. Der beste Darsteller ist Phil Hayes für seine Darstellung in «Bagger Drama». Bildquelle: Keystone/ ANDREAS BECKER.
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Bild 5 von 7. Villi Hermann wird bei der Verleihung vom Schweizer Filmpreis «Quartz 2026» mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Bildquelle: Keystone/ ANDREAS BECKER.
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Bild 6 von 7. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider hielt die Laudatio für Villi Hermann, der mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet ausgezeichnet wurde. Bildquelle: Keystone/ ANDREAS BECKER.
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Bild 7 von 7. Luisa Zürcher gewinnt den Preis für den besten Animationsfilm mit dem Film «Ich bin nicht sicher». Bildquelle: Keystone/ ANDREAS BECKER.
Ausgezeichnet wurde der Film schliesslich nur für das beste Schauspiel. Bettina Stucky und Phil Hayes spielen ein Ehe- und Elternpaar, das sich nicht mehr versteht. Für ihre Darbietung wurden sie jeweils mit dem Quartz als beste Darstellerin und bester Darsteller ausgezeichnet.
Für seine Rolle als Stiller in der Max-Frisch-Verfilmung von Stefan Haupt erhielt der Basler Schauspieler Sven Schelker den Quartz als bester Nebendarsteller.
Mitfavorit erhält nur Nebenpreise
Auch der französischsprachige Spielfilm «À bras-le-corps», auch bekannt als «Silent Rebellion», war grosser Favorit, auch er in acht Kategorien nominiert. Der Film erzählt von einer jungen Frau, die im Waadtländer Jura zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ihren eigenen Weg sucht. Gereicht hat es schliesslich für zwei Preise: Ausgezeichnet wurden Benoît Dervaux für die beste Kamera und Karine Sudan für den besten Schnitt.
Den Quartz für den besten Animationsfilm erhielt Luisa Zürcher. In ihrem zehnminütigen Film «Ich bin nicht sicher» verarbeitet sie einen Spitalaufenthalt.
Keine Auszeichnungen für mehrfach Nominierte
Wie «Heldin» waren auch «La Cache» von Lionel Baier und «Sie glauben an Engel, Herr Drowak?» von Nicolas Steiner dreimal nominiert. Doch sowohl die Komödie, die während der 1968er-Unruhen in Paris spielt, als auch Steiners skurrile Geschichte über einen alten Säufer, der von einer jungen Frau zum Schreiben animiert werden soll, gingen beim diesjährigen Schweizer Filmpreis leer aus.
Verliehen werden die Preise von der Filmbranche selbst – die Mitglieder der Schweizer Filmakademie stimmen online in den verschiedenen Kategorien ab. Die Verleihung fand am Freitagabend im Kongresshaus Zürich statt.