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Schweizer Filmpreis 2026 «Heldin» zum besten Schweizer Spielfilm gekürt

Petra Volpes Film war nicht der grösste Favorit im Rennen. Doch aus drei Nominierungen wurden drei Preise. Die beiden Favoriten «À bras-le-corps» und «Bagger Drama» mussten sich mit je zwei Preisen begnügen.

Obwohl «Heldin» nicht die meisten Nominierungen erhalten hatte – zwei Filme waren gleich achtfach nominiert –, überrascht es nicht wirklich, dass der Film von Petra Volpe nun doch als Gewinner aus dem diesjährigen Filmpreis hervorgeht.

Fünf Personen stehen lächelnd auf einer Bühne mit Leuchtröhren im Hintergrund.
Legende: Die anwesenden Vertreter der Filmcrew rund um Petra Volpe nahmen den Preis am Freitagabend entgegen. © BAK / Eduard Meltzer

«Heldin» verzeichnete vergangenes Jahr die meisten Kinoeintritte in der Schweiz und wurde dafür im Vorfeld mit dem neu geschaffenen «Box Office Quartz» ausgezeichnet.

Der Film erfuhr nach seiner Gala-Premiere an der Berlinale vor einem Jahr viel Beachtung, nicht nur in Schweizer Kinos – und schaffte es bis auf die Shortlist der Oscars. Sprich: Er war unter den 15 vorselektierten Filmen für den Internationalen Oscar. Für eine Nominierung reichte es dann leider nicht ganz.

Schweizer Filmpreis 2026: Die Übersicht

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  • Bester Kurzfilm
    «Yonne» von Julietta Korbel, Yan Ciszewski
  • Bester Animationsfilm
    «Ich bin nicht sicher» von Luisa Zürcher
  • Bestes Drehbuch
    «Heldin» – Petra Volpe
  • Bester Darsteller
    Phil Hayes in «Bagger Drama»
  • Beste Filmmusik
    «I Love You, I Leave You» – Dino Brandão
  • Beste Kamera
    «À bras-le-corps» – Benoit Dervaux
  • Beste Montage
    «À bras-le-corps» – Karine Sudan
  • Bester Abschlussfilm
    «Qui part à la chasse» von Lea Favre
  • Bester Ton
    «Heldin» – Jacques Kieffer, Gina Keller, Marco Teufen

An der Schweizer Filmpreisgala wurde er nun zum besten Spielfilm des Jahres gekürt und gewann ausserdem die Auszeichnungen für das beste Drehbuch und den besten Ton.

«I Love You, I Leave You» ist bester Dokfilm

Der Zürcher Filmemacher Moris Freiburghaus porträtiert im preisgekrönten Dokfilm seinen besten Freund, den Musiker Dino Brandão, der mit einer psychischen Erkrankung kämpft. Keine Überraschung ist es, dass Dino Brandão mit seiner Musik in «I Love You, I Leave You» auch in der Kategorie «beste Filmmusik» den Quartz abholte.

Das Musikerporträt setzte sich gegen starke Konkurrenz wie Nicolas Wadimoffs «Qui vit enocore» oder Christian Freis «Blame» durch.

Schauspielpreise für ein Filmehepaar

Gleich achtmal war Piet Baumgartners Familiengeschichte «Bagger Drama» nominiert und damit einer der beiden grossen Favoriten im Rennen um die Filmpreise.

Ausgezeichnet wurde der Film schliesslich nur für das beste Schauspiel. Bettina Stucky und Phil Hayes spielen ein Ehe- und Elternpaar, das sich nicht mehr versteht. Für ihre Darbietung wurden sie jeweils mit dem Quartz als beste Darstellerin und bester Darsteller ausgezeichnet.

Für seine Rolle als Stiller in der Max-Frisch-Verfilmung von Stefan Haupt erhielt der Basler Schauspieler Sven Schelker den Quartz als bester Nebendarsteller.

Mitfavorit erhält nur Nebenpreise

Auch der französischsprachige Spielfilm «À bras-le-corps», auch bekannt als «Silent Rebellion», war grosser Favorit, auch er in acht Kategorien nominiert. Der Film erzählt von einer jungen Frau, die im Waadtländer Jura zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ihren eigenen Weg sucht. Gereicht hat es schliesslich für zwei Preise: Ausgezeichnet wurden Benoît Dervaux für die beste Kamera und Karine Sudan für den besten Schnitt.

Den Quartz für den besten Animationsfilm erhielt Luisa Zürcher. In ihrem zehnminütigen Film «Ich bin nicht sicher» verarbeitet sie einen Spitalaufenthalt.

Keine Auszeichnungen für mehrfach Nominierte

Wie «Heldin» waren auch «La Cache» von Lionel Baier und «Sie glauben an Engel, Herr Drowak?» von Nicolas Steiner dreimal nominiert. Doch sowohl die Komödie, die während der 1968er-Unruhen in Paris spielt, als auch Steiners skurrile Geschichte über einen alten Säufer, der von einer jungen Frau zum Schreiben animiert werden soll, gingen beim diesjährigen Schweizer Filmpreis leer aus.

Verliehen werden die Preise von der Filmbranche selbst – die Mitglieder der Schweizer Filmakademie stimmen online in den verschiedenen Kategorien ab. Die Verleihung fand am Freitagabend im Kongresshaus Zürich statt.

Der Schweizer Filmpreis

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Der Schweizer Filmpreis würdigt jährlich die herausragendsten Schweizer Filme sowie die wichtigsten Protagonistinnen und Protagonisten des schweizerischen Filmschaffens.

Er wird vom Bundesamt für Kultur mit den Partnerinnen SRG SSR und der Association «Quartz» Genève Zürich realisiert und in Zusammenarbeit mit Swiss Films, der Schweizer Filmakademie und den Solothurner Filmtagen organisiert.

Für den Schweizer Filmpreis 2026 wird in 13 Kategorien vergeben. Die eingereichten Filme wurden von rund 600 Mitgliedern der Schweizer Filmakademie gesichtet und beurteilt; ihre anonyme Abstimmung dient der Nominierungskommission als Empfehlung.

Die fünfköpfige Kommission (vom Bundesamt für Kultur zusammengestellt) besteht aus Mitgliedern der Schweizer Filmakademie und spricht die Nominationen basierend auf diesen Empfehlungen aus.

Tagesschau, 27.3.2026, 19:30 Uhr

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