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Silhouette mehrerer Menschen im Wald.
Legende: Raus aus dem Homeoffice, rein in den Wald: durchatmen und austoben in Corona-Zeiten. Getty Images / Moment
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Was für ein Winter Dichtestress im Wald tut gut

Je höher die Infektionskurve, desto grösser die Scharen im Wald. Kein Problem, es gibt genug Platz für alle. Aber: Immer freundlich grüssen!

Ich wohne am Waldrand. Und im Einzugsgebiet einer Grossstadt. Was heisst: Der Wald ist Naherholungsgebiet für potenziell 200'000 Menschen. Das merkt man schon in normalen Zeiten, besonders aber dieses Jahr.

Wald als naheliegende Alternative

Je höher die Infektionskurven, desto grösser die Scharen auf den Waldwegen. Kein Wunder, denn wer bisher seinen Bewegungsdrang beim Shopping in der City stillte oder die Fitness im Studio trainierte, begann zwangsläufig nach Alternativen zu suchen.

Das hat zur Folge, dass ich mich trotz kühleren Temperaturen und grauem Himmel am Wochenende einreihe in die Natur- und Frischluftsuchenden – Mindestabstand ist gewährleistet. Meine leider nur knapp 10'000 Schritte absolviere ich in der beständigen Gesellschaft von Hundebesitzern, Joggerinnen, Kinderwagen und Nordic Walkern.

Menschen spazieren durch einen Wald.
Legende: So sieht es aus: entspannter Dichtestress im Allschwiler Wald bei Basel. SRF/Patrick Bürgler

Es gibt auch noch ein paar Grillplätze in dem Wald. Bei letztem Spaziergang war da eine Frau, die ein paar Kissen auf die Bänkli drapierte und Getränke aufstellte. Eine Stunde später war die Frau immer noch alleine – wahrscheinlich war sie die Reservationsvorhut.

Ich frage mich seither, obs wohl reichen würde, wenn man sich den Grillplatz am 30. reserviert für einen allfälligen Waldsilvester?

Beschwingt Schritt und Herz

Alles ganz schlimm, wie die Corona-Zeit meinen Wald verändert hat? Nein – im Gegenteil. Nach Wochen im Homeoffice wieder Menschen zu sehen, herumtollende Kinder, schwanzwedelnde Hunde und eifrig plaudernde Spaziergänger tut gut, sehr gut. Und auf den engen Pfaden im Wald grüssen sich sogar (Vor-)Stadtmenschen lächelnd. Das beschwingt den Schritt und das Herz.

Serie: Was für ein Winter

Auch nach Monaten bestimmt das Coronavirus unseren Alltag: Wie schaffen wir es, einen Rest-Optimismus im Alltag zu bewahren? Kleine Empfehlungen, Einsichten und Entdeckungen der SRF-Kulturredaktion, wie wie sich der Winter ein bisschen besser überstehen lässt.

Falls Ihnen also manchmal die Decke zuhause auf den Kopf fällt: Kommen Sie in den Wald, gerne auch in meinen Wald. Es hat genug Platz. Einfach etwas Rücksicht nehmen, wenn es auf dem Pfad etwas eng wird oder noch andere eine Wurst auf den Grill legen möchten. Ganz wichtig aber: immer grüssen, mit einem Lächeln. Es geht Ihnen danach besser, versprochen.

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3 Kommentare

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